Donald Trump kündigt Abkommen an: USA und Iran einigen sich - Experten in Sorge wegen Deal-Details

Nach dreieinhalb Monaten Krieg verkündet Donald Trump das Ende des Konflikts mit dem Iran und kündigt die Öffnung der Straße von Hormus an. Der Ölpreis reagiert umgehend, doch Experten schlagen angesichts des Abkommens Alarm.

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Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt. Die am 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump verkündete Einigung soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen. (Foto) Suche
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt. Die am 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump verkündete Einigung soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen. Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa/dpa
  • Nahost-Konflikt aktuell: USA und Iran einigen sich auf Rahmenabkommen zum Ende des Iran-Kriegs
  • Donald Trump kündigt sofortige Aufhebung von Seeblockade und Öffnung der Straße von Hormus an
  • Iran und USA beenden Krieg: Das sind die Kernpunkte das Abkommens
  • Experten sind skeptisch: Diese Punkte im Friedensabkommen werfen Fragen auf

Nach dreieinhalb Monaten Krieg wollen die USA und der Iran ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Konflikts erzielt haben. Die offizielle Unterzeichnung des sogenannten "Islamabad Memorandum of Understanding" soll am Freitag, dem 19. Juni, in der Schweiz stattfinden.

Iran-Krieg beendet? Donald Trump verkündet Einigung und Aufhebung von Seeblockade

US-Präsident Donald Trump verkündete die Einigung am späten Abend des 14. Juni - seinem 80. Geburtstag - auf seiner Plattform Truth Social: "Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist jetzt vollständig. Herzlichen Glückwunsch an alle!" Gleichzeitig ordnete er die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen an.

Iran bestätigt Abkommen - weitere Verhandlungen mit den USA geplant

Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi bestätigte den Durchbruch gegenüber staatlichen Medien. Auch Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif, dessen Land als Vermittler fungierte, verkündete die Einigung – und kam Trump dabei sogar um wenige Minuten zuvor. Das Rahmenabkommen soll den Auftakt zu weiteren 60 Tagen Verhandlungen bilden.

Monatelang blockierte Straße von Hormus öffnet erst nach Minenräumung

Die für den weltweiten Öl- und Gashandel zentrale Meerenge wird allerdings nicht sofort wieder befahrbar sein. Erst nach der Unterzeichnung am 19. Juni soll die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr freigegeben werden. Als Grund nannte Trump notwendige Arbeiten zur Beseitigung von Seeminen. In seiner ersten Mitteilung hatte es zunächst so geklungen, als würde die Passage umgehend geöffnet. In einem zweiten Post stellte der US-Präsident klar: "Mit der Öffnung der Straße nach der Unterzeichnung des Abkommens am Freitag – zwecks Minenräumung – wird das Öl an beiden Enden wieder fließen."

Ölpreis sinkt deutlich nach Einigung zwischen USA und Iran

Die Märkte reagierten dennoch prompt auf die Nachricht. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent sank auf 83,51 Dollar pro Barrel – der niedrigste Stand seit Anfang März. Auch das US-Leichtöl WTI verbilligte sich deutlich auf 80,25 Dollar. An den asiatischen Börsen in Japan, China und Südkorea zogen die Kurse nach Handelsbeginn am Montagmorgen sofort an.

Sofortiges Kriegsende im Iran vereinbart – doch die Atomfrage bleibt offen

Beide Seiten haben sich auf ein sofortiges und dauerhaftes Ende aller Kampfhandlungen geeinigt. Dies gilt ausdrücklich auch für den Konflikt im Libanon, wo die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz gegen Israel kämpft. Die Aufhebung der amerikanischen Seeblockade tritt ebenfalls unmittelbar in Kraft. US-Vizepräsident J.D. Vance nannte gegenüber "Fox News" drei Kernelemente der Vereinbarung: die Öffnung der Straße von Hormus, die Beendigung der Seeblockade sowie die Zusicherung Teherans, niemals Atomwaffen anzustreben, zu beschaffen oder zu kaufen. Allerdings bleibt das iranische Atomprogramm selbst ausgeklammert. Details dazu sollen erst in einem zweiten Abkommen geregelt werden. Über konkrete Zugeständnisse der iranischen Seite wurde bislang wenig bekannt. Der iranische Nationale Sicherheitsrat erwähnte in seiner Stellungnahme keine eigenen Verpflichtungen.

Experten warnen vor Iran-Abkommen: "Noch nicht einmal der Anfang vom Ende"

Menschen schwenken bei einer Iran-Demonstration eine historische iranische und eine US-Fahne auf dem Potsdamer Platz. (Foto) Suche
Menschen schwenken bei einer Iran-Demonstration eine historische iranische und eine US-Fahne auf dem Potsdamer Platz. Bild: Fabian Sommer/dpa/dpa

Trotz der Einigung mahnen Fachleute zur Vorsicht. Richard Fontaine von der Denkfabrik Center for a New American Security dämpfte die Erwartungen deutlich: "Selbst wenn es Bestand hat, bleiben die schwierigen Fragen bestehen: das iranische Atomprogramm, die Unterstützung von Stellvertretern, Raketen und Drohnen sowie die Unterdrückung im Inland." Genau diese ausgesparten Punkte hätten erst zum Krieg geführt, schrieb er auf der Plattform X. Das Rahmenabkommen sei deshalb keinesfalls das Ende des Konflikts, "nicht einmal der Anfang vom Ende". Es könne jedoch ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Auch Karim Sadjadpour von der Denkfabrik Carnegie sieht in der Vereinbarung noch keinen Friedensschluss. Besonders der Libanon-Konflikt werde weiterhin für Spannungen sorgen. Zur iranischen Führung sagte er dem Sender CNN: "Das ist ein Regime, das nach wie vor zutiefst gekränkt ist."

Straße von Hormus öffnet nach Minenräumung - Europa bietet Hilfe an

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien haben ihre Unterstützung für die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zugesagt. In einer gemeinsamen Erklärung kündigten Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine "rein defensiv ausgerichtete, unabhängige Mission" an. Diese soll die Handelsschifffahrt fördern und bei der Beseitigung der Seeminen helfen.

Merz drängte auf eine entschlossene Umsetzung der Vereinbarung. "Weitere Verhandlungen müssen in den nächsten Wochen sicherstellen, dass Iran sein militärisches Nuklearprogramm nachprüfbar beendet", forderte der Kanzler. Zudem dürfe es keine weiteren Angriffe gegen Israel und andere Nachbarstaaten in der Region geben. Auf der Plattform X gratulierte Merz Trump und der iranischen Seite zu dem diplomatischen Durchbruch.

Iran und USA verhandeln weiter - Rahmenabkommen nur der erste Schritt

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif im Gespräch mit US-Vizepräsident Vance. (Foto) Suche
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif im Gespräch mit US-Vizepräsident Vance. Bild: Jacquelyn Martin/AP POOL/dpa/dpa

Das unterzeichnete Dokument bildet lediglich den Ausgangspunkt für vertiefte Gespräche zwischen Washington und Teheran. Nach der Zeremonie am Freitag sollen 60 Tage weitere Verhandlungen folgen, in denen unter anderem das umstrittene iranische Atomprogramm behandelt werden soll. Ob dabei tatsächlich eine Einigung gelingt, bleibt fraglich.

Eine zusätzliche Belastung stellt der anhaltende Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah dar. Noch am Sonntag hatten gegenseitige Angriffe die Einigung beinahe zum Scheitern gebracht. Vizepräsident Vance warnte entsprechend: "Ich sage nicht, dass morgen alle gemeinsam 'Kumbaya' singen werden."

UN-Generalsekretär António Guterres würdigte die Übereinkunft dennoch als "entscheidenden Schritt" auf dem Weg zu einer friedlichen Dauerlösung. Er hoffe, dass alle Beteiligten diesen Moment nutzen, um den Konflikt endgültig beizulegen. Die Vereinten Nationen stünden zur Unterstützung bereit.

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/news.de/dpa/stg

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