Messerattacken in Essen: Essener Messerstecher soll Islamist sein - Prozessbeginn

Dreifacher versuchter Mord und Angriff auf Polizisten: Ein 18-Jähriger steht ab Montag wegen mutmaßlich islamistischer Messerangriffe in Düsseldorf vor Gericht.

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Als ein Schüler vor neun Monaten an einem Berufskolleg in Essen seine Lehrerin niederstach, deutete zunächst nichts auf einen islamistischen Angriff hin. Doch es war nicht die einzige Tat, die der damals 17-Jährige an diesem Tag begangen haben soll - und nach einer Woche übernahm die Bundesanwaltschaft den Fall.

Von diesem Montag an muss sich der inzwischen 18 Jahre alte mutmaßliche Messerstecher im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts vor einem Staatsschutzsenat verantworten - unter anderem wegen dreifachen versuchten Mordes.

Er soll nicht nur mehrfach auf die 45-jährige Lehrerin eingestochen haben. Auch einen Hausmeister an einer Grundschule und einen Obdachlosen an einer Bushaltestelle soll der junge Kosovar damals angegriffen haben. Danach habe er möglichst viele Juden töten wollen, aber keine gefunden, als er zweimal an der Alten Synagoge in Essen erschien und nach ihnen Ausschau gehalten habe.

Anklage sieht islamistische Motivation

Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft waren die Taten islamistisch motiviert: Der Jugendliche sei an diesem Tag als überzeugter Islamist gegen vermeintliche Ungläubige in den Dschihad gezogen. "Bei den Angriffen handelte der Beschuldigte aus einer radikal-islamistischen Überzeugung heraus, die sich gegen die freiheitliche Gesellschaftsform in Deutschland richtet", hatte die Karlsruher Behörde mitgeteilt.

Damit sei die Tat geeignet gewesen, die innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen. Eine Auswertung von Datenträgern hatte Hinweise auf die islamistische Motivation ergeben. Der Jugendliche soll entsprechende Videos angefertigt haben.

Da sich der Hausmeister wehrte, habe der Verdächtige ihn nicht mit dem Messer verletzen können. Alle Opfer überlebten, trugen aber teils schwere Verletzungen davon. Die Lehrerin schwebte in akuter Lebensgefahr. Mehrere hundert Schüler und Lehrer mussten viereinhalb Stunden im Berufskolleg ausharren, bevor sie es verlassen konnten. Viele Eltern warteten in großer Sorge vor dem von der Polizei abgeriegelten Gebäude.

Durch Schuss im Gesicht verletzt

Um seinen Märtyrertod zu provozieren, sei der Verdächtige schließlich in einem Park in der Nähe des Essener Hauptbahnhofs einige Stunden nach der Attacke auf die Lehrerin mit vorgehaltenem Messer auf Polizisten zugelaufen, heißt es in der Anklage. Durch einen Schuss wurde er gestoppt und im Gesicht verletzt; er musste operiert und auf einer Intensivstation behandelt werden.

Die Bundesanwaltschaft legt ihm in der Anklage neben dreifachem versuchten Mord auch gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung zur Last. Der Wuppertaler Verteidiger des Angeklagten wollte vor Prozessbeginn keine Stellungnahme zu den Anklagevorwürfen abgeben, wie er auf Anfrage sagte.

Da sein Mandant zur Tatzeit Jugendlicher war, wird die Öffentlichkeit dem Prozess vermutlich nur wenige Minuten beiwohnen können: Gleich zu Beginn soll über ihren Ausschluss entschieden werden. Für das Verfahren sind bislang 13 Verhandlungstage bis Anfang September angesetzt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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