Friedrich Merz: "Wir schaffen das!" Kanzler überrascht mit Merkel-Zitat
Mit vier Worten schrieb Angela Merkel 2015 politische Geschichte. Nun greift ausgerechnet Friedrich Merz zu demselben Satz. Beim CDU-Landesparteitag in Mecklenburg-Vorpommern beschwor der Kanzler einen neuen Aufbruch für Deutschland.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Friedrich Merz verwendet auf einem CDU-Parteitag den Satz "Wir schaffen das"
- Die Formulierung erinnert an Angela Merkels berühmte Aussage aus dem Jahr 2015
- Der Kanzler wirbt für Reformen und einen wirtschaftlichen Neustart Deutschlands
Mit einer bemerkenswerten Formulierung hat Bundeskanzler Friedrich Merz beim CDU-Landesparteitag in Linstow für Aufmerksamkeit gesorgt. "Wir schaffen das", sagte der CDU-Vorsitzende mit Blick auf die anstehenden Reformen in Deutschland. Damit griff Merz ausgerechnet den Satz auf, der untrennbar mit seiner Vorgängerin Angela Merkel verbunden ist. Die ehemalige Kanzlerin hatte die Worte 2015 während der Flüchtlingskrise geprägt, als Deutschland Hunderttausende Schutzsuchende aufnahm.
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Friedrich Merz beschwört neuen Aufbruch
Merz zeigte sich überzeugt, dass Deutschland die aktuellen Herausforderungen bewältigen könne. "Wir können das schaffen, wenn wir alle zusammenstehen und wenn wir wieder ein bisschen mehr an uns selbst auch glauben", sagte er vor den Delegierten. Deutschland habe die Kraft für die notwendigen Reformen und einen neuen Aufbruch. Auch die Bundesregierung verfüge trotz bestehender Differenzen über die nötige Geschlossenheit. "Die Koalition in Berlin hat die Kraft und die notwendige Geschlossenheit."
Der Kanzler entwarf zugleich ein ambitioniertes Zukunftsbild. Deutschland könne weltweit Vorreiter beim modernen Klimaschutz werden, über eine leistungsfähige Infrastruktur verfügen und bei Digitalisierung sowie Entbürokratisierung deutlich aufholen. Auch bei Energieversorgung, Dateninfrastruktur und Verteidigung sieht Merz großes Potenzial. "Das ist keine Utopie. Das ist die Realität von morgen."
Reformpaket soll vor Landtagswahlen kommen
Hinter den optimistischen Worten steht erheblicher politischer Druck. Die Bundesregierung will noch vor der Sommerpause ein umfassendes Reformpaket auf den Weg bringen. Geplant sind Maßnahmen bei Steuern, Arbeitsmarkt, Rente und Bürokratieabbau. Das Vorhaben gilt als wichtiger Belastungstest für die Koalition, die zuletzt mit schwachen Umfragewerten zu kämpfen hatte.
AfD setzt CDU zunehmend unter Druck
Besonders brisant: Im Herbst stehen mehrere wichtige Landtagswahlen an. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD derzeit in Umfragen vor der CDU. Auch bundesweit haben sich die Kräfteverhältnisse deutlich verschoben. Merz machte deshalb deutlich, dass die anstehenden Wahlen weit über die jeweiligen Bundesländer hinaus Bedeutung hätten. "Es geht um die Frage, ob wir aus der politischen Mitte unseres Landes heraus noch die Kraft haben, noch den Willen haben und auch die Durchsetzungskraft haben, die politischen Probleme anzupacken und zu lösen."
Ostdeutschland als Vorbild für den Wandel
Besonders hob der Kanzler die Entwicklung Ostdeutschlands hervor. Die Region habe bereits tiefgreifende Umbrüche erlebt und sei heute längst nicht mehr nur Aufholregion, sondern vielerorts Innovationsmotor. "In relativ kurzer Zeit sind in dieser Region Technologie- und Forschungsstandorte entstanden, die jetzt schon Innovationstreiber für ganz Deutschland sind." Für weiteres Wachstum brauche es jedoch Investitionen, Forschung und Offenheit. "Dafür braucht es aber eben Weltoffenheit und nicht Abschottung."
Ob bewusst oder unbewusst: Mit seinem "Wir schaffen das" hat Friedrich Merz einen Satz wiederbelebt, der zu den bekanntesten Aussagen der deutschen Politikgeschichte gehört. Anders als Angela Merkel sprach er dabei nicht über Migration, sondern über Wirtschaft, Reformen und Modernisierung. Die politische Symbolkraft der vier Worte dürfte dennoch für Diskussionen sorgen.
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bua/news.de/dpa/stg
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