Donald Trump: "Haben ihr Militär in Ruhe gelassen" - US-Präsident irritiert mit Aussagen zum Iran-Krieg

Erneut stiftet Donald Trump mit widersprüchlichen Aussagen zum Iran-Krieg Verwirrung: In einem aktuellen Interview behauptet er, die USA hätten es bislang nicht auf Teherans Militär abgesehen gehabt. Das klang vor ein paar Wochen noch ganz anders.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump will im Krieg gegen den Iran bislang Teherans Militär verschont haben. (Foto) Suche
Donald Trump will im Krieg gegen den Iran bislang Teherans Militär verschont haben. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Donald Trump behauptet in einem aktuellen Interview: USA hätten bislang nicht das iranische Militär angegriffen
  • Dies steht im Widerspruch zu früheren Aussagen des US-Präsidenten
  • Kritiker in den sozialen Medien werfen Trump Planlosigkeit vor

Die Verlängerung der Waffenruhe im Iran-Krieg steht weiter auf der Kippe. US-Präsident Donald Trump stimmte einem möglichen Abkommen bislang nicht zu, forderte Nachbesserungen. Auch Teheran zeigt sich Berichten zufolge unzufrieden mit den Verhandlungen. Besonders bei der Zukunft des iranischen Atomprogramms herrscht weiterhin große Uneinigkeit. Trump will verhindern, dass das Mullah-Regime in den Besitz von Nuklearwaffen gelangt. So begründete er auch die gemeinsam mit Israel gestarteten Angriffe am 28. Februar. In einem Interview mit "Fox News" enthüllte der 79-Jährige nun, dass er jedoch nicht das Militär der Islamischen Republik schwächen will. Dies steht jedoch im Widerspruch zu seinen früheren Aussagen.

Laut Donald Trump war iranisches Militär bislang kein Ziel bei US-Angriffen

In dem Gespräch gestand Trump, dass man in Washington das iranische Militär "für einigermaßen gemäßigt" halte. "Andere, nicht gemäßigte Leute haben wir ausgeschaltet. Wir haben verschiedene Führungsstrukturen beseitigt", so der US-Präsident weiter. Damit spielte er offenbar auch auf die Tötung des Obersten Führers Ali Chamenei bei den ersten Luftangriffen Ende Februar an. Zur amerikanischen Taktik erklärte er weiterhin:

  • "Wir haben ihr Militär tatsächlich in Ruhe gelassen. Viele würde das überraschen. Denn in Kriegen werden Fehler gemacht – wenn man alle auslöscht, hat man ein Land, das man 40 Jahre lang nicht wieder aufbauen kann."

Trump zog einen Vergleich zum US-Vorgehen im Irak. Was man dort getan habe, sei eine "dumme Sache" gewesen.

Widersprüchliche Aussagen des US-Präsidenten zum Iran-Krieg

Auf X (vormals Twitter) zeigten sich Kritiker verwundert über Trumps Aussagen. Sie teilten unter anderem einen Screenshot von einem Truth-Social-Beitrag des US-Präsidenten vom 11. April. Darin hatte er noch behauptet, dass die Vereinigten Staaten das iranische Militär "vollständig zerstört" hätten - "einschließlich der gesamten Marine und Luftwaffe, und alles andere". Weitere Kommentare zu dem Interview lauteten:

  • "Befinden wir uns also gar nicht im Krieg? Schleusen sie nur Geld um und werfen wahllos Bomben ab?"
  • "Was redet der da für einen Unsinn? Hat er nicht die letzten drei Monate behauptet, wir hätten ihr Militär vernichtet und ihre Marine läge auf dem Meeresgrund? Andererseits sagte er vor einem Jahr, wir hätten ihr Atomprogramm zerstört, und neun Monate später waren sie nur zwei Wochen von einer Atombombe entfernt. Also ergibt alles Sinn, egal ob er ein Lügner oder einfach nur ein Idiot ist oder vielleicht beides."
  • "Ich wäre eher überrascht, wenn er überhaupt wüsste, was er in diesem Krieg tut. Ihre Atomwaffen sind vernichtet. Ihre Schiffe liegen auf dem Meeresgrund. Wir brauchen Europas Hilfe. Wir brauchen keine Hilfe. Wir haben ein Abkommen. Wir haben kein Abkommen. Eine verwirrende Aussage jagt die nächste."

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