Nach "Sleepy Don"-Schlagzeilen: Trump-Team blamiert sich mit Attacke auf Reporter

Mit einer Social-Media-Attacke wollte das Weiße Haus offenbar CNN-Reporter bloßstellen. Doch die Aktion ging nach hinten los. Die vermeintlichen "Beweise" entpuppen sich als harmlose Schnappschüsse.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Donald Trump scheint bei einigen öffentlichen Auftritten kurz einzuschlafen. (Foto) Suche
Donald Trump scheint bei einigen öffentlichen Auftritten kurz einzuschlafen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Weißes Haus veröffentlicht umstrittene Posts gegen CNN-Reporter
  • "Beweisbilder" zeigen offenbar nur blinzelnde Journalisten
  • CNN kontert gelassen – Kampagne sorgt für Spott im Netz

Die Trump-Regierung blamiert sich mit einer Social-Media-Kampagne gegen mehrere CNN-Journalisten. Das offizielle Rapid-Response-Konto des Weißen Hauses veröffentlichte am Dienstag (26.05.2026) zahlreiche Beiträge auf der Plattform X, in denen Reporter und Moderatoren des Senders angeblich beim Schlafen während ihrer Sendungen gezeigt wurden. Doch die Aktion ging nach hinten los.

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Die gezeigten Aufnahmen sollten laut Darstellung des Weißen Hauses belegen, dass CNN-Personal während der Arbeit einnicke. Tatsächlich handelt es sich jedoch offenbar lediglich um Standbilder von Journalisten, die im Moment des Blinzelns oder mit geschlossenen Augen fotografiert wurden. Die Kampagne sollte nach Einschätzung von Beobachtern wohl von der anhaltenden Debatte über die Neigung von Präsident Donald Trump ablenken, selbst bei öffentlichen Auftritten einzunicken. Ein Vorwurf, der wiederholt durch Videoaufnahmen gestützt wurde.

Im Fokus der Attacke stand unter anderem "Inside Politics"-Moderatorin Dana Bash. Sie "schläft kurz vor ihrem 55. Geburtstag im nächsten Monat ein. Was ist da los?", hieß es in dem Tweet des Rapid-Response-Dienstes zu einem Screenshot, auf dem die 54-Jährige mit geschlossenen Augen zu sehen war. Die Journalistin konterte knapp und ironisch: "Wenn es nur so wäre! Danke fürs Zuschauen", schrieb sie als Antwort. Mit ihrer Reaktion ließ Bash die politische Spitze ins Leere laufen und sorgte gleichzeitig für zusätzliche Aufmerksamkeit in den sozialen Medien.

Auch weitere bekannte CNN-Gesichter wie Jake Tapper, Brianna Keilar und Kate Bolduan wurden in den Posts des Rapid-Response-Teams erwähnt oder attackiert. Teilweise wurden ihnen vermeintliche kognitive oder journalistische Schwächen zugeschrieben. Aussagen, die in den sozialen Netzwerken schnell für Kritik und Spott sorgten. Auch Bloomberg-Reporter Jeff Mason wurde in einem Beitrag scharf angegriffen und als "drittklassiger Verlierer" bezeichnet.

Ablenkungsmanöver im Schatten politischer Debatten rund um Donald Trump

Der Zeitpunkt der Kampagne sorgt für zusätzliche Diskussionen. Sie fiel mit Berichten über den Gesundheitszustand des US-Präsidenten zusammen, der sich erneut einer medizinischen Untersuchung unterzogen hatte. Trump selbst erklärte anschließend auf seiner Plattform Truth Social, seine Untersuchung sei "PERFEKT" verlaufen. Konkrete medizinische Details wurden jedoch nicht veröffentlicht.

Was offenbar als Gegenangriff auf kritische Berichterstattung gedacht war, entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einem politischen und kommunikativen Eigentor. In den sozialen Netzwerken wurde die Kampagne vielfach als überzogen, irreführend oder schlicht peinlich bewertet und richtete damit mehr Aufmerksamkeit auf die Kritik, die sie eigentlich entkräften sollte.

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