Donald Trumps Iran-Deal: Warnung vor "katastrophalem Fehler" – US-Präsident beschimpft Republikaner
Das geplante Abkommen mit dem Iran regt einige Republikaner auf. Senator Ted Cruz warnt sogar vor einem "katastrophalen Fehler". Derweil beschimpft Donald Trump die parteiinternen Kritiker. Dabei dämpft er die Hoffnung auf einen baldigen Frieden.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Republikaner kritisieren Donald Trumps geplantes Iran-Abkommen und warnen vor einem Fehler
- US-Präsident beschimpft Parteikollegen als "Verlierer"
- Trump rudert zurück und schreibt auf Truth Social, dass der Deal noch nicht vollständig ausgehandelt sei
Innerhalb der Republikanischen Partei ist ein offener Machtkampf über ein mögliches Iran-Abkommen von US-Präsident Donald Trump ausgebrochen. Hochrangige Senatoren wie Ted Cruz und Lindsey Graham äußerten am Wochenende massive Bedenken und warnten vor einem schwerwiegenden außenpolitischen Fehler. Trump reagierte am Sonntag mit scharfen Worten auf die parteiinterne Kritik und dämpfte gleichzeitig die Hoffnung auf einen schnellen Deal.
Trumps Iran-Deal: Ted Cruz warnt vor "katastrophalem Fehler"
Republikaner Ted Cruz gehörte bezüglich des geplanten Iran-Deals zu den schärfsten Kritikern innerhalb der eigenen Partei. Er sei "zutiefst besorgt" über das, was er aus der Regierung höre, erklärte der texanische Senator auf X. Cruz zeichnete ein düsteres Szenario: Sollte das Ergebnis der Verhandlungen ein iranisches Regime sein, das weiterhin von Islamisten geführt werde, die "Tod Amerika" skandieren, und das nun Milliarden Dollar erhalte, Uran anreichern und Atomwaffen entwickeln dürfe sowie die Kontrolle über die Straße von Hormus behalte, wäre dies "ein katastrophaler Fehler".
Der Senator verwies zudem darauf, dass Rob Malley, der frühere Iran-Gesandte unter Biden und Mitarchitekt des Obama-Abkommens von 2015, das geplante Abkommen lobe. Dies sei "nicht ermutigend", so Cruz. Seine Warnung löste eine Welle weiterer Kritik von republikanischen Sicherheitsexperten aus.
I am deeply concerned about what we are hearing about an Iran “deal,” being pushed by some voices in the administration.
— Ted Cruz (@tedcruz) May 24, 2026
President Trump’s decision to strike Iran was the most consequential decision of his second term. He was right to do so, and we achieved extraordinary…
Trump-Freund kritisiert Trumps Iran-Krieg
Auch Lindsey Graham, einer der engsten Verbündeten Trumps in Washington, meldete öffentlich Zweifel an der Verhandlungsrichtung an. Jede Vereinbarung, die den Iran als dominante Regionalmacht belasse, wäre für Israel verheerend, warnte der Senator aus South Carolina auf X. Graham stellte sogar den gesamten Konflikt infrage: "Man fragt sich, warum der Krieg überhaupt begonnen hat, wenn diese Einschätzungen zutreffen", schrieb er.
Allerdings schwächte Graham seine Kritik später ab. Er könne das Abkommen unterstützen, falls es zu einer bedeutenden Erweiterung der Abraham-Abkommen führe. Eine Aufnahme von Ländern wie Saudi-Arabien, Katar und Pakistan in diese Vereinbarungen zur Normalisierung der Beziehungen mit Israel wäre "mehr als transformativ für die Region und die Welt". Dies könnte ein "brillanter Schachzug von Präsident Trump" sein, so Graham.
Republikaner wirft US-Regierung Widerspruch vor
Der republikanische Senator Thom Tillis warf der Regierung am Sonntag einen eklatanten Widerspruch vor. Vor etwa elf Wochen hätten Verteidigungsminister Pete Hegseth und das Pentagon erklärt, die iranischen Verteidigungsanlagen seien vollständig zerstört worden, erinnerte der Senator im CNN-Interview. Damals habe es geheißen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis man das Nuklearmaterial sicherstelle. "Jetzt sprechen wir über eine Haltung, bei der wir akzeptieren könnten, dass das Nuklearmaterial im Iran verbleibt", kritisierte Tillis. "Wie ergibt das irgendeinen Sinn?"
Der Senator aus North Carolina forderte zudem eine Ratifizierung durch den Kongress. Jede Vereinbarung mit dem Iran, die nicht vom Parlament bestätigt werde, sei "zum Scheitern verurteilt" – genau wie das Obama-Abkommen, aus dem Trump 2018 ausgestiegen war. "Es gibt viele Dinge, die erklärt werden müssen", mahnte Tillis.
Donald Trump schimpft auf Republikaner
Auf seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth Social bezeichnete er seine republikanischen Gegner als "Verlierer" und wies deren Einwände zurück. "Wenn ich ein Abkommen mit dem Iran schließe, wird es ein gutes und solides sein, nicht wie das von Obama, das dem Iran riesige Mengen an BARGELD und einen klaren und offenen Weg zu einer Atomwaffe verschafft hat", behauptete der US-Präsident. Er betonte, dass die Vereinbarung noch nicht vollständig ausgehandelt sei und niemand die genauen Details kenne. Beide Seiten müssten sich Zeit nehmen. "Es darf keine Fehler geben!" Zudem betont Trump, sich nicht drängne zu lassen. "„Die Verhandlungen verlaufen geordnet und konstruktiv, und ich habe meinen Vertretern mitgeteilt, dass sie sich nicht zu einem Abkommen drängen lassen sollen, da die Zeit auf unserer Seite ist", zitiert ihn das Weiße Haus.
Vor einer Woche hatte Trump noch Druck auf Teheran ausgeübt - und an gleicher Stelle geschrieben: "Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrigbleiben."
Ted Cruz zeigte sich auf X aber versöhnlich. "Präsident Trump glaubt an Frieden durch Stärke, und seine starke Führung hat Amerika bereits viel sicherer gemacht. Er sollte weiterhin die Linie halten, Amerika verteidigen und die roten Linien durchsetzen, die er wiederholt gezogen hat."
Kernfragen des Iran-Abkommens bleiben ungelöst
Trotz Trumps Ankündigung vom Samstag, ein Rahmenabkommen sei "weitgehend" ausgehandelt, sind zentrale Streitpunkte weiterhin offen. Die Frage, ob der Iran sein Atomprogramm dauerhaft aufgeben wird, ist laut US-Medienberichten noch nicht geklärt.
Das geplante Abkommen würde die Wiedereröffnung der für den globalen Ölhandel bedeutsamen Straße von Hormus vorsehen. Zudem soll Teheran zur Entsorgung seines hochangereicherten Urans verpflichtet werden. Wie der Iran dies konkret umsetzen soll, wird jedoch noch verhandelt, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf einen ranghohen Beamten des Weißen Hauses. "Es fühlt sich wie ein Durchbruch an, aber einige dieser Punkte haben wir schon einmal gesehen, und sie scheiterten immer, sobald es um konkurrierende Interpretationen der Details ging", sagte Rory Johnston, Gründer des Ölforschungsunternehmens Commodity Context, dem "Wall Street Journal".
Die iranische Seite hat sich bislang nicht öffentlich zu den Verhandlungsinhalten geäußert. Beide Seiten betonten, das Abkommen sei lediglich ein erster Rahmen für weitere Gespräche.
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bos/news.de/dpa/stg
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