Donald Trump: US-Präsident scheffelt Millionen - wie "korrupt" ist Trump wirklich?

Trumps Aktiengeschäfte übersteigen den gesamten Börsenhandel aller Kongressmitglieder zusammen – und sein Vermögen hat sich seit 2021 auf 6,1 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Eine MSNBC-Moderatorin nennt das Vorgehen des Präsidenten "kaleidoskopisch korrupt". Aber ist es das auch?

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Donald Trump steht wegen seiner auffälligen Finanzgeschäfte immer wieder in der Kritik. (Foto) Suche
Donald Trump steht wegen seiner auffälligen Finanzgeschäfte immer wieder in der Kritik. Bild: dpa/AP/Alex Brandon
  • Donald Trump verdoppelte sein Vermögen während seiner zweiten Amtszeit
  • Trump der einzige Präsident, der während seiner Amtszeit mit Aktien handelt
  • Politik-Experten äußern Kritik: Korruptionsverdacht gegen die Trump-Familie
  • So reagiert das Weiße Haus auf die Vorwürfe

Die Finanzgeschäfte von US-Präsident Donald Trump sorgen für massive Kontroversen. Im ersten Quartal dieses Jahres tätigte der 79-Jährige mehr als 3.700 Aktientransaktionen und erzielte dabei Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe. Die MSNBC-Moderatorin Rachel Maddow bezeichnete das Vorgehen als "kaleidoskopisch korrupt". Und die Kritik am US-Präsidenten wächst. Die Trump-Geschäfte während seiner zweiten Amtszeit laufen ungehindert weiter - ohne, dass er selbst dafür jemals belangt werden darf. Hier lohnt sich ein Blick hinter die Fassade.

Donald Trump verdoppelt sein Vermögen während der zweiten Amtszeit

Im Detail: Trumps Gesamtvermögen hat sich laut "Forbes" seit 2021 mehr als verdoppelt – von damals 2,4 Milliarden Dollar auf aktuell 6,1 Milliarden Dollar. "Niemand in einem gewählten Amt hat jemals erlebt, dass sein Vermögen in so kurzer Zeit um einen solchen Betrag gestiegen ist", erklärte Politik-Experte und Journalist Hugh Dougherty im aktuellen "Daily Beast"-Podcast. "Natürlich handeln einige Kongressmitglieder nicht, andere hingegen sehr viel. Aber dieser Gesamtwert ist... außergewöhnlich. Man kann ihn sich kaum vorstellen."

Trumps Aktienhandel übertrifft gesamten Kongress

Das Ausmaß von Trumps Börsenaktivitäten ist beispiellos. Laut Dougherty übersteigt "das Volumen und der Wert dieser Transaktionen tatsächlich den gesamten Aktienhandel aller Kongressmitglieder zum selben Zeitpunkt zusammengerechnet". Der Präsident legte seine Geschäfte zudem verspätet offen und bewarb öffentlich Unternehmen, an denen er selbst beteiligt war.

Seine Amtsvorgänger handelten gar nicht mit Aktien

Weder Barack Obama noch Joe Biden handelten während ihrer Amtszeiten überhaupt mit Aktien. Joanna Coles vom "Daily Beast" nannte es "besonders ironisch", dass Trump zuvor die frühere Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi für deren Börsengeschäfte kritisiert hatte.

Vizepräsident JD Vance versuchte, die Kritik abzuwiegeln. Coles entgegnete: "Der Vorwurf ist viel tiefgreifender und viel, viel beunruhigender."

Weißes Haus weist alle Vorwürfe zurück

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, bezeichnete die Kritik als "dieselbe, abgedroschene Geschichte, die die Demokraten seit einem Jahrzehnt gegen Präsident Trump, seine Familie und seine Regierung verbreiten". Sie betonte: "Präsident Trump handelt ausschließlich im besten Interesse der amerikanischen Bevölkerung." Interessenkonflikte gebe es keinerlei.

Und falls doch, werden diese in Zukunft sicherlich nicht mehr ans Tageslicht kommen. Denn: Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Trump und dem Justizministerium werden künftig keine weiteren Prüfungen des Präsidenten, seiner Familie oder seiner Unternehmen stattfinden – obwohl die Trump Organization 2022 wegen Steuerbetrugs verurteilt wurde.

Ob nun korrupt oder nicht - Donald Trump wird künftig nicht mehr angreifbar gemacht werden. Auch wenn mehrere Mitglieder des Kongresses bereits angekündigt haben, gegen den sogenannten "Amnestie"-Erlass vorgehen zu wollen.

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/news.de/stg

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