Verfahren gegen Putin: Überreste radioaktiver Russen-Drohne gefunden - Geheimdienst warnt

Der ukrainische Geheimdienst SBU warnt vor dem Einsatz radioaktiver Drohnen aus Russland. Bei einem aktuellen Fund zeigten die Strahlenwerte der Überreste einer modifizierten Geran-2-Drohne einen 50-fach erhöhten Wert. Die Hintergründe.

Erstellt von - Uhr

Wegen des Einsatzes von radioaktiven Drohnen: Weiteres Kriegsverbrechen-Verfahren gegen Wladimir Putin eingeleitet. (Foto) Suche
Wegen des Einsatzes von radioaktiven Drohnen: Weiteres Kriegsverbrechen-Verfahren gegen Wladimir Putin eingeleitet. Bild: dpa/Pool AP/Pavel Bednyakov
  • Radioaktive russische Shahed-Drohne entdeckt: SBU misst alarmierende Strahlenwerte
  • Ukrainischer Geheimdienst warnt vor gefährlicher Strahlung
  • Medienbericht: Kriegsverbrechen-Ermittlungen gegen Wladimir Putin eingeleitet

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat an Überresten einer russischen Shahed-Drohne besorgniserregende Strahlenwerte gemessen, berichtet unter anderem der "Kyiv Independent".Bei der Untersuchung von Trümmerteilen in der Region Tschernihiw registrierten die Experten demnach eine Gammastrahlung von 12 Mikrosievert pro Stunde. Dieser Wert übersteigt die normale Hintergrundstrahlung um das nahezu 50-Fache – übliche Werte liegen zwischen 0,1 und 0,2 Mikrosievert pro Stunde.

Radioaktive Russen-Drohne stellt "potentielle Gefahr" dar laut ukrainischem Geheimdienst

Die Drohne war im April abgeschossen worden, Fragmente landeten in der Nähe einer Ortschaft. An dem Fluggerät befand sich eine aufmontierte R-60-Rakete. "Dieser Wert liegt deutlich über der natürlichen Strahlung und stellt eine potenzielle Gefahr für die menschliche Gesundheit dar", erklärte der SBU.

Bei der R-60 handelt es sich um eine Luft-Luft-Rakete aus sowjetischer Produktion, die 1975 in Dienst gestellt wurde. Ursprünglich konzipiert für den Einsatz gegen Hubschrauber und Kampfjets, montiert Russland sie nun auf Shahed-Drohnen. Erstmals hatten ukrainische Streitkräfte Anfang Dezember 2025 eine solche Kombination abgeschossen.

Uranstäbe im Sprengkopf als Strahlungsquelle

Die erhöhten Messwerte gehen in diesem Fall auf abgereichertes Uran zurück, das sich im Gefechtskopf der Rakete befindet. Dieses Material entsteht als Nebenprodukt bei der Urananreicherung und zeichnet sich durch seine besonders hohe Dichte aus. Neben der radiologischen Belastung gilt es auch als chemisch bedenklich, da es sich um ein Schwermetall handelt.

Bei kurzem Kontakt mit den Trümmern besteht laut Experten keine akute Gesundheitsgefahr. Kritisch wird die Situation jedoch bei längerem Aufenthalt in der Nähe oder wenn kontaminierter Staub eingeatmet wird. Die Behörden forderten Anwohner deshalb auf, sich von den Wrackteilen fernzuhalten.

Weitere Kriegsverbrechen Wladimir Putins - wöchentlich neue Funde radioaktiver Raketen

Serhii Beskrestnow, Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Mykhailo Fedorow, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Unian den regelmäßigen Einsatz dieser Waffen. "Es handelt sich um eine sehr alte sowjetische Rakete, und im Sprengkopf dieser Rakete werden spezielle Stäbe aus abgereichertem Uran verwendet. Sie sind sehr gefährlich", warnte der Experte. Solche Raketen würden jede Woche entdeckt.

Weitere Kriegsverbrechen von Wladimir Putin - Verfahren eingeleitet

Der ukrainische Geheimdienst SBU leitete wegen des aktuellen Vorfalls Ermittlungen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen ein, die von der Staatsanwaltschaft der Region Tschernihiw überwacht werden, heißt es gegenüber der "Bild". Russland selbst äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

Sprengkopf in Speziallager überführt

Nach der Sicherung der Fundstelle brachten Katastrophenschutz und Armee den Gefechtskopf gemeinsam in eine Lagerstätte für radioaktive Abfälle. Laut Beskrestnow war der Sprengkopf bei dem im April gefundenen Exemplar intakt geblieben und nicht zerbrochen. Die Strahlung stelle daher hauptsächlich für Fachleute eine Gefahr dar, die direkt mit den Überresten arbeiten.

Zum Hintergrund: Abgereichertes Uran findet weltweit militärische Verwendung. Das Material besitzt eine außergewöhnlich hohe Dichte und verstärkt dadurch die Durchschlagskraft von panzerbrechenden Geschossen und Bomben erheblich. Es weist etwa 60 Prozent der Radioaktivität von natürlichem Uran auf.

Weitere News aus dem Ukraine-Krieg und rund um Wladimir Putin hier:

/sfx/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.