Margarita Simonjan: Kreml-Vertraute sicher - Putin startet Krieg gegen Europa
Über ein gelbes Telefon auf ihrem Schreibtisch bespricht Margarita Simonjan nach eigenen Angaben geheime Dinge direkt mit dem Kreml - jetzt warnt die RT-Chefin im Staatsfernsehen, Putin könne einen echten Krieg gegen Europa beginnen.
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster - Uhr
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- Margarita Simonjan warnt vor Kreml-Krieg gegen Europa
- RT-Chefin mit Direktleitung zu Wladimir Putin
- Wladimir Putin hat Angst vor vereintem Kontinent
- Putin-Truppen kommen im Ukraine-Krieg nicht mehr vorwärts
- Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj weigert sich, Donbass aufzugeben
In einer aktuellen Talkshow des russischen Staatsfernsehens Russia-1 hat RT-Chefredakteurin (früher "Russia Today") Margarita Simonjan, eine weitreichende Drohung ausgesprochen. Sie behauptete, dass Moskau derzeit lediglich eine spezielle Militäroperation durchführe, während die europäischen Staaten bereits aktiv Krieg gegen Russland führten. Dies könne sich schnell ändern.
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Margarita Simonjan: Putin-Sprachrohr warnt vor Kreml-Krieg gegen Europa
Simonjan warnte, dass Wladimir Putin sich möglicherweise dazu entschließen werde, seinerseits einen tatsächlichen Krieg gegen Europa zu starten. Die Aussagen der einflussreichen Kreml-Propagandistin wurden in einem Video auf der Plattform X festgehalten und dokumentiert.
Die jüngsten Äußerungen reihen sich ein in eine Serie aggressiver Botschaften aus dem russischen Staatsfernsehen. Seit Beginn des Ukraine-Konflikts im Februar 2022 nutzen prominente Moderatoren regelmäßig ihre Sendeplätze, um gegen die Nato, westliche Länder und vermeintliche Gegner Russlands zu hetzen.
Margarita Simonjan: Direktleitung zu Wladimir Putin
Margarita Simonjan steht an der Spitze des russischen Medienkonzerns RT und zählt zu den bekanntesten Gesichtern der Kreml-Propaganda. Neben ihr treten regelmäßig Moderatoren wie Wladimir Solowjow, Olga Skabejewa und Olesja Losewa im russischen Staatsfernsehen auf.
Aufgrund ihrer Rolle steht Simonjan seit dem Start des Ukraine-Krieges im Februar 2022 auf der Sanktionsliste der Europäischen Union. In einem Interview mit dem "Time"-Magazin enthüllte sie vor Jahren, dass auf ihrem Arbeitsplatz ein Telefon steht, das eine direkte Verbindung zum Kreml herstellt. Über diese Leitung bespricht sie nach eigenen Angaben "geheime Dinge".
Wladimir Putin hat Angst vor vereintem Kontinent
Anton Geraschenko, ehemaliger Mitarbeiter des ukrainischen Innenministeriums und ausgewiesener Ukraine-Experte, ordnet die aggressive Rhetorik aus Moskau in einen größeren Zusammenhang ein. Seine Einschätzung bei X: Die Furcht vor einem geeinten Europa, das rund um die Ukraine zusammensteht, treibt die russische Führung um. Die Drohungen von Propagandistinnen wie Simonjan sind nach dieser Lesart Ausdruck einer strategischen Frustration.
Moskau beobachtet mit wachsender Sorge, wie die europäischen Staaten ihre militärischen Fähigkeiten kontinuierlich ausbauen. Geraschenko analysiert:
- "Russland hat große Angst, dass Europa um die Ukraine herum vereint bleibt und seine militärische Kapazität ausbaut. Russland wünscht sich ein schwaches und verängstigtes Europa, doch Europa entfernt sich davon."
Putin-Truppen kommen im Ukraine-Krieg nicht mehr vorwärts
Während die Propaganda-Maschinerie in Moskau martialische Drohungen ausstößt, zeigt die militärische Realität an der Front ein anderes Bild. Im April 2026 gelang es den russischen Truppen lediglich, etwa 94 Quadratkilometer ukrainisches Gebiet unter ihre Kontrolle zu bringen. Diese Zahlen ermittelte die Black Bird Group, eine unabhängige Organisation für Sicherheitsanalysen, die ihre Erkenntnisse über den Social-Media-Dienst X veröffentlichte.
- Die Expertengruppe stützt ihre Auswertungen auf Open-Source-Recherchen, Satellitenaufnahmen und ein umfangreiches Informationsnetzwerk. Ihre Daten belegen: "Das Vorrücken der russischen Armee erreichte damit die niedrigste Rate seit dem Jahr 2023."
Der minimale Geländegewinn steht in deutlichem Kontrast zur aggressiven Rhetorik aus Moskau. Seit Putin im Februar 2022 den offenen Angriffskrieg startete, hält Russland zwar rund ein Fünftel der Ukraine besetzt, doch die Offensive verliert erkennbar an Schwung.
Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj weigert sich, Donbass aufzugeben
Die diplomatischen Bemühungen um ein Kriegsende stecken in einer Sackgasse. Seit mehreren Monaten verhandeln die Vereinigten Staaten, Russland und die Ukraine über einen möglichen Waffenstillstand, doch eine dauerhafte Einigung ist nicht absehbar. Der Kreml hat über seinen Beauftragten Juri Uschakow im Staatsfernsehen seine zentrale Forderung bekräftigt: Kiew müsse seine Streitkräfte aus dem Donbass zurückziehen.
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt diese Bedingung konsequent ab. Er weigert sich, die ukrainisch kontrollierten Städte in der Region kampflos aufzugeben. Seine Position ist unmissverständlich: Ein Rückzug aus dem Donbass kommt für die Ukraine nicht infrage.
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rut/news.de
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