Steuerbelastung steigt: So viel bleibt Ihnen von jedem verdienten Euro noch über
Vom verdienten Geld bleibt deutschen Arbeitnehmern immer weniger übrig. Neue Zahlen zeigen, wie stark Steuern und Sozialabgaben das Nettogehalt inzwischen belasten - und warum Experten jetzt dringenden Handlungsbedarf sehen.
Erstellt von Felix Schneider - Uhr
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- Neue Daten offenbaren steigende Belastungen für Beschäftigte in Deutschland
- Besonders Singles und Familien mit mittleren Einkommen betroffen
- Wirtschaftsexperten fordern deutliche Entlastungen bei Steuern und Abgaben
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Deutschlands Arbeitnehmer müssen einen immer größeren Teil ihres Einkommens an den Staat und die Sozialkassen abgeben. Neue Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium zeigen: Seit drei Jahren sinkt der Anteil des Nettogehalts kontinuierlich. Wen der Trend am härtesten trifft und wie viel , verraten wir Ihnen hier.
Alleinstehende verlieren besonders viel
Wer in Deutschland alleinstehend ist, hat laut Zahlen des Finanzministeriums die höchsten Abzüge. Von einem verdienten Euro bleiben durchschnittlich nur noch 65 Cent netto übrig. Im Jahr 2023 lag der Wert noch bei 65,8 Cent. Ursache sind vor allem gestiegene Sozialabgaben - insbesondere bei Kranken- und Pflegeversicherung.
Für die Berechnung legt das Finanzministerium einen durchschnittlichen Jahresarbeitslohn von 48.644 Euro zugrunde, was einem monatlichen Bruttogehalt von rund 4053 Euro entspricht. Von diesem Einkommen fließt inzwischen ein wachsender Anteil direkt in Steuern und Sozialversicherungen.
Familien ebenfalls stärker belastet
Auch Doppelverdiener mit einem Kind spüren die steigenden Belastungen deutlich. Ihnen bleiben laut den aktuellen Zahlen durchschnittlich 69 Cent pro verdientem Euro - inklusive Kindergeld. 2023 waren es noch 70,3 Cent.
Etwas besser gestellt sind verheiratete Alleinverdiener mit zwei Kindern. Sie behalten im Schnitt 86,4 Cent pro Euro, ebenfalls inklusive Kindergeld. Doch auch hier zeigt sich ein deutlicher Rückgang: Vor zwei Jahren lag der Wert noch bei 88,3 Cent.
Sozialbeiträge treiben die Belastung
Als Hauptgrund für die Entwicklung gelten die steigenden Sozialausgaben. Vor allem höhere Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sorgen dafür, dass Arbeitnehmer trotz steigender Bruttolöhne netto oft kaum mehr Geld zur Verfügung haben. Kritiker sprechen deshalb zunehmend von einem "Schrumpf-Lohn". Ökonomen warnen bereits seit längerem vor den Folgen der hohen Belastung für Beschäftigte und den Arbeitsmarkt. Besonders Arbeitnehmer mit mittleren Einkommen seien betroffen.
Forderung nach Steuerreform
Der Präsident des Wirtschaftsinstituts Halle (IWH), Reint Gropp, fordert deshalb eine umfassende Steuerentlastung. "Beschäftigte mit Einkommen zwischen 50.000 und 60.000 Euro im Jahr werden aktuell am höchsten besteuert. Eine Steuerreform ist daher überfällig", so der Wirtschaftsexperte gegenüber der "Bild". Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Sozialabgaben dürfte die Debatte über Steuer- und Abgabenlast auch in den nächsten Jahren noch weiter an Gewicht gewinnen.
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sfx/news.de
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