Donald Trump: "Operation Sledgehammer" – US-Präsident greift im Iran zu allen Mitteln
Mit einem simplen Namenswechsel will das Pentagon offenbar die Zustimmungspflicht des Kongresses aushebeln – während Trump die Waffenruhe mit dem Iran bereits für klinisch tot erklärt. Das steckt hinter "Operation Sledgehammer".
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
Suche
- Donald Trump will "Operation Epic Fury" in "Operation Sledgehammer" umbenennen
- Neue Offensive im Iran-Krieg – so will Trump das Parlament aushebeln
- Iran-Krieg mit unerwarteter Wendung: Wie geht es jetzt weiter?
- Trotz angeblicher Waffenruhe – Unruhen in der Straße von Hormus
"Operation Sledgehammer" – mit neuem Namen will US-Präsident Donald Trump im Iran die amerikanische Offensive weiter fortsetzen. Doch was wird aus "Operation Epic Fury"? Und warum ist dieser Schritt so bedeutsam? Die Hintergründe.
"Operation Sledgehammer" – das steckt hinter der Iran-Offensive der USA
Die US-Regierung erwägt offenbar, ihren Militäreinsatz gegen den Iran umzubenennen, sollte die fragile Waffenruhe zusammenbrechen. Wie mehrere Regierungsvertreter dem Sender NBC mitteilten, wird im Pentagon über einen Wechsel von "Operation Epic Fury" zu "Operation Sledgehammer" diskutiert.
Iran-Krieg: Donald Trump will Parlamentsentscheidung umgehen
Hinter dem möglichen Namenswechsel steckt ein juristisches Kalkül des US-Präsidenten: Die amerikanische War Powers Resolution von 1973 verpflichtet den Präsidenten nämlich, den Kongress innerhalb von 48 Stunden über Kampfeinsätze zu informieren. Ohne parlamentarische Zustimmung müssen die Truppen von Donald Trump nach 60 Tagen abgezogen werden. Eine einfache Namensänderung würde diesen parlamentarischen Schritt schlichtweg umgehen.
Wie ist die aktuelle Lage im Iran?
Die Offensive gegen den Iran wurde nach 40 Tagen pausiert. Die Trump-Administration argumentiert daher, die 60-Tage-Schwelle sei nicht erreicht worden. Ein Vertreter des Weißen Hauses bestätigte gegenüber NBC, dass eine neue Offensive unter neuem Namen die Frist beim Kongress neu starten würde. "Operation Sledgehammer" sei dabei nicht der einzige Name, der in Betracht gezogen werde.
Trump sieht Waffenruhe auf der Intensivstation
Der US-Präsident stellte am Montag die seit fast fünf Wochen bestehende Waffenruhe öffentlich infrage. Auslöser war ein iranisches Verhandlungsdokument, das Trump als "Müll" bezeichnete. Er habe das Schreiben nicht einmal zu Ende gelesen, erklärte er.
Mit drastischen Worten beschrieb Trump den Zustand der Feuerpause: "Ich würde sagen, die Waffenruhe liegt auf massiver Lebenserhaltung, wo der Arzt hereinkommt und sagt: 'Sir, Ihr Angehöriger hat ungefähr eine einprozentige Überlebenschance.'" Sein zentraler Einwand gegen das iranische Friedensangebot: Er bestehe darauf, dass der Iran keine Atomwaffen besitzen dürfe. Diese Forderung schwäche das Angebot Teherans unmittelbar.
Teheran wirft Washington Kapitulationsforderungen vor
Die iranische Regierung reagierte mit scharfer Kritik auf die amerikanische Verhandlungsführung. Die USA strebten keine echten Gespräche an, sondern die vollständige Unterwerfung des Iran, erklärte Außenamtssprecher Ismail Baghai gegenüber dem indischen Magazin "India Today Global". Statt einer Diplomatie des gegenseitigen Gebens und Nehmens verfolgten die Amerikaner die Unterordnung seines Landes.
Auch Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi äußerte sich auf der Plattform X, berichtet die britische "Daily Mail": Den USA gehe es nicht um Frieden, sondern um ein Kapitulationsdokument. Die iranische Position sei klar definiert: Beendigung der Kampfhandlungen, keine Wiederaufnahme des Konflikts, Entschädigungszahlungen, ein Ende der Seeblockade, Aufhebung sämtlicher Sanktionen sowie die Wahrung der internationalen Rechte des Iran.
Widersprüchliche Botschaften aus dem Weißen Haus
Die Kommunikation der US-Regierung zum Status der Militäroperation bleibt verwirrend. Außenminister Marco Rubio erklärte vergangene Woche bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, "Operation Epic Fury" sei abgeschlossen. "Der Präsident hat den Kongress informiert, wir sind mit dieser Phase fertig", sagte Rubio. Die Ziele der Operation seien erreicht worden.
Das Pentagon zeichnet jedoch ein anderes Bild. Gegenüber NBC erklärte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums, dass "Operation Epic Fury" tatsächlich weiterlaufe. Die Waffenruhe habe lediglich größere Kampfhandlungen pausiert. Das Pentagon veröffentlicht weiterhin Lageberichte zu seinen Aktivitäten im Nahen Osten unter dem bisherigen Operationsnamen. Weder das Pentagon noch das Weiße Haus reagierten auf Anfragen zu den widersprüchlichen Aussagen.
Straße von Hormus bleibt Pulverfass
Die Lage in der strategisch wichtigen Meerenge verschärft sich indes weiter, berichtet die "Deutsche Presseagentur". Der Iran hat die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus gestoppt, während die USA ihre Blockade aufrechterhalten. In den vergangenen Tagen kam es bereits zu Schusswechseln zwischen beiden Seiten.
Donald Trump prüft laut Medienberichten nun verschiedene Optionen, um die Meerenge wieder zu öffnen und die Pattsituation zu durchbrechen. Größere Kampfhandlungen hat der Präsident bislang nicht angeordnet. Ein US-Regierungsvertreter erklärte gegenüber NBC: "Die Blockade verschafft Entscheidungsspielraum ohne größere Kampfoperationen oder das Risiko für viele Menschen." Der aktuelle Zustand werde jedoch nicht andauern.
Aus iranischen Parlamentskreisen verlautete am Dienstag, dass Teheran ein Wiederaufflammen der Kämpfe für wahrscheinlich halte. Bei den Verhandlungen gebe es keine Fortschritte.
Weitere Themen, die sich ebenfalls mit Donald Trump beschäftigen:
- Iran-Lüge aufgedeckt - bisher unbekannter CIA-Bericht fliegt ihm um die Ohren
- Trump sorgt mit verstörenden Aussagen gegenüber Kindern für Ärger
- Sport-Events sorgen für Korruptionsverdacht - "Spitze des Eisbergs"
- US-Präsident sorgt mit fragwürdigen Familienprogramm für Shitstorm im Netz
- Brisante Pentagon-Mails decken Nato-Drohungen auf
ife/bua/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.