Donald Trump: Experten warnen vor neuen Trump-Zöllen - könnten uns Tausende Jobs kosten

Jetzt wird es ernst für die deutsche Autoindustrie: Donald Trump will Strafzölle von 25 Prozent auf EU-Fahrzeuge durchsetzen. Experten warnen vor Milliardenverlusten und einem Job-Kahlschlag. Die Branche steht vor einer Zerreißprobe.

Erstellt von - Uhr

Donald Trump kündigte neue Zölle an und gefährdet damit Tausende Jobs. (Foto) Suche
Donald Trump kündigte neue Zölle an und gefährdet damit Tausende Jobs. Bild: picture alliance/dpa/AP | Matt Rourke
  • Zoll-Schock: USA planen 25 Prozent Abgaben auf EU-Autos
  • Milliarden-Risiko: Bis zu 2,5 Milliarden Euro Zusatzkosten drohen
  • Jobs in Gefahr: Werksschließungen und Stellenabbau möglich

Die deutsche Automobilindustrie steht vor einer massiven Belastungsprobe: US-Präsident Donald Trump hat am Freitag über "Truth Social" angekündigt, bereits ab dieser Woche Zölle von 25 Prozent auf Fahrzeuge aus der EU zu erheben. Damit würde Washington das erst im vergangenen Jahr mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ausgehandelte Handelsabkommen deutlich verschärfen, das Abgaben von 15 Prozent vorsah.

Weitere aktuelle Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende dieses Artikels.

Die finanziellen Auswirkungen wären enorm: Nach Berechnungen des Center for Automotive Research (CAR) in Bochum drohen der deutschen Autobranche durch die zusätzlichen Abgaben Mehrkosten von etwa 2,5 Milliarden Euro. Fachleute warnen bereits vor schwerwiegenden Konsequenzen für den Produktionsstandort Deutschland – tausende Arbeitsplätze könnten gefährdet sein.

Donald Trump kündigt 25-Prozent-Zölle an: Werksschließungen und Stellenstreichungen drohen

Die verschärften Handelsbarrieren treffen die Beschäftigten in der gesamten Republik hart. "Mit dieser Zollankündigung trifft Trump die Fließbandarbeiter von Emden bis Ingolstadt", erklärt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber "Bild". Die bereits angeschlagenen deutschen Hersteller gerieten dadurch noch stärker unter Druck.

Da Deutschland ohnehin zu den kostspieligsten Fertigungsstandorten weltweit zählt, steigt für Konzerne wie VW, BMW oder Mercedes der Anreiz, ihre Produktion in andere Länder zu verlagern. Weitere Werksschließungen und Entlassungen seien deshalb kaum abzuwenden, so Dudenhöffer.

ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski warnt: "Sollte es wirklich zu den 25-Prozent-Zöllen auf europäische Autos kommen, wird die deutsche Automobilindustrie die volle Breitseite abbekommen." Autoexperte Frank Schwope erwartet zwar keine sofortige Entlassungswelle, prognostiziert aber einen schleichenden Abbau mit jährlich zehntausenden wegfallenden Stellen – insbesondere bei Zulieferern.

Milliarden-Exportmarkt auf dem Spiel

Die Vereinigten Staaten sind für deutsche Unternehmen der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Im Jahr 2025 lieferte die Bundesrepublik Waren im Gesamtwert von 146,2 Milliarden Euro über den Atlantik. Trotz rückläufiger Zahlen entfiel der größte Anteil mit 28,5 Milliarden Euro auf Fahrzeuge und Kfz-Komponenten.

Diese starke Abhängigkeit vom amerikanischen Markt macht die deutsche Wirtschaft besonders verwundbar. Ifo-Präsident Clemens Fuest hat bereits gewarnt, dass ein eskalierender Handelsstreit mit Washington die Bundesrepublik im kommenden Jahr in eine Rezession stürzen könnte. Die Zolldrohungen kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da die heimische Autobranche bereits mit strukturellen Problemen kämpft.

Ökonomen setzen auf Reformen statt Vergeltung

Angesichts der drohenden Zollerhöhungen plädiert die Wirtschaftsweise Veronika Grimm für einen anderen Kurs als Gegenmaßnahme. Gegenüber "Bild" fordert sie "den Abbau von Regulierung und Lockerung der Regeln am Arbeitsmarkt", um die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland wieder anzukurbeln.

Die Ökonomin räumt ein, dass Deutschland mit solchen Schritten "extrem spät dran" sei, hält es aber für besser, jetzt zu handeln, als weiter abzuwarten. Von einer Eskalation des Handelskonflikts rät Grimm ausdrücklich ab. Diese würde vor allem die transatlantische Partnerschaft belasten – "gerade jetzt, wo wir eigentlich gemeinsam stärker werden müssen", betont sie. Statt auf Konfrontation zu setzen, sollte Deutschland seine eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Weitere Meldungen rund um Donald Trump finden Sie hier:

/sfx/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.