Friedrich Merz: "Zynisch und menschenverachtend" - SPD-Spitze attackiert Kanzler
Zum Tag der Arbeit übten die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas erneut deutliche Kritik an Kanzler Friedrich Merz. Ohne den CDU-Politiker beim Namen zu nennen, attackierten sie ihn wegen umstrittener Aussagen zu deutschen Arbeitnehmern.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- SPD-Vorsitzende reagieren am Tag der Arbeit auf Kritik an deutschen Arbeitnehmern
- Lars Klingbeil und Bärbel Bas weisen Vorwürfe zu Krankheitstagen und "Lifestyle-Teilzeit" zurück
- Plädoyers für den Sozialstaat folgen auf umstrittene Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
Bei Gewerkschaftskundgebungen zum Tag der 1. Arbeit haben die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas ein Plädoyer für den Schutz von Arbeitnehmerrechten und den Sozialstaat gehalten. Ohne ihn dabei namentlich zu nennen, verteilten sie deutliche Seitenhiebe gegen CDU-Kanzler Friedrich Merz. Der Streit in der schwarz-roten Koalition dürfte durch diese Worte erneut angeheizt werden.
SPD-Chefs attackieren Friedrich Merz bei Kundgebungen am 1. Mai 2026
Wie die "Bild" berichtet, sprach Klingbeil vor derBergbau-und-Chemie-Gewerkschaft IGBCE in Nordrhein-Westfalen. Der Vizekanzler zeigte sich "verwundert darüber, welch einfache Antworten mancher in der Politik" parat habe. Die Behauptungen, Bürger seien zu faul, Arbeitnehmer zu oft krank oder würden in "Lifestyle-Teilzeit" feststecken – all das wies der Vizekanzler entschieden zurück."Wer so über die fleißigen Menschen in diesem Land redet, hat nicht verstanden, worum es geht", erklärte Klingbeil. Die Beschäftigten in Deutschland seien fleißig und dürften nicht "von oben herab beleidigt" werden.
Lars Klingbeil und Bärbel Bas üben Kritik an Beschimpfungen von Arbeitnehmern
Arbeitsministerin Bas schlug einen ähnlichen Ton beim Deutschen Gewerkschaftsbund in Duisburg an. "Was lange selbstverständlich galt und schützenswert ist, wird heute immer stärker infrage gestellt. Da wird der Sozialstaat als gewaltiges Problem dargestellt, als nette Geste, auf die man endlich verzichten müsste", sagte die SPD-Politikerin.Das halte sie für "zynisch und menschenverachtend". Deshalb müsse man sich dagegen wehren.
Bas forderte, Beschäftigte nicht "wie Zitronen" auszupressen. Wer von "Lifestyle-Teilzeit" oder häufigen Krankmeldungen spreche, "als ob die Beschäftigten in diesem Land nur blau machen würden", verteile damit "Ohrfeigen für alle, die morgens früh aufstehen". Der Sozialstaat sichere Existenzen und Kaufkraft – er schade der Wirtschaft keineswegs.
Friedrich Merz hatte Arbeitsmoral der Deutschen infrage gestellt
Die Attacken der SPD-Spitze beziehen sich deutlich auf Äußerungen, die Merz seit Jahresbeginn getätigt hat. Der Kanzler hatte die durchschnittlich 14,5 Krankheitstage deutscher Arbeitnehmer hinterfragt und betont, dass mit "Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance" der Wohlstand des Landes nicht zu halten sei.
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gom/news.de/dpa/stg
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