Wladimir Putin: Kremlchef wird abgeschottet - droht ihm der Realitätsverlust?

Die Probleme im eigenen Land häufen sich für Wladimir Putin. Doch der Kremlchef wird offenbar nicht mehr vollumfänglich darüber informiert. Einer aktuellen Analyse zufolge könnte ihm deshalb der Realitätsverlust drohen.

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Wladimir Putin wird offenbar nicht mehr vollumfänglich über die Probleme in Russland informiert. (Foto) Suche
Wladimir Putin wird offenbar nicht mehr vollumfänglich über die Probleme in Russland informiert. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Dmitri Lovetsky
  • Wladimir Putin soll laut aktueller Analyse von seinem engsten Kreis von Problemen abgeschirmt werden
  • Dies könnte zu einem Realitätsverlust beim Kremlchef führen
  • Berichte über die kriselnde russische Wirtschaft und Rückschläge im Ukraine-Krieg erreichen Putin offenbar nicht mehr vollständig

Schlechte Wirtschaftszahlen, Rückschläge bei der "speziellen Militäroperation" in der Ukraine und anhaltende ukrainische Drohnenangriffe auf russisches Gebiet: Wladimir Putin hat aktuell eine Menge Sorgen. Doch offenbar versuchen seine engsten Vertrauten, die Probleme herunterzuspielen. Droht dem Kremlchef deshalb nun ein Realitätsverlust?

Wladimir Putin werden Probleme verheimlicht laut Analyse

Diese Vermutung legt eine aktuelle Analyse des Friedensforschungsinstituts Oslo (PRIO) nahe, über die der "Daily Express" berichtet. ProfessorPavel K. Baev beschreibt darin einen "dissonanten, aber immer lauteren Chor russischer Stimmen" aus Ökonomen, Bloggern, Beamten und Kommentatoren, die den Kremlchef drängen, sich unbequemen Wahrheiten zu stellen.Das Problem: Der 73-Jährige wird offenbar von seinem engsten Kreis systematisch abgeschirmt. Militärische Niederlagen, die wirtschaftliche Talfahrt und wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung - all diese Schwierigkeiten erreichen Putin nach über 50 Monaten Krieg in der Ukraine nur noch gefiltert.

Riskante Taktik vom Kremlchef

Baev verweist auf historische Parallelen: Die Haltung des Kremls erinnere an die Endphase der Sowjetunion, als Führungskräfte lediglich "gerinfügige Mängel" einräumten und Verbesserungsanweisungen erteilten, die mit der Realität vor Ort nichts zu tun hatten. Putin riskiere mit dieser Taktik eine heftige Gegenreaktion aus der Bevölkerung, wenn diese erkennt, dass der Präsident ihre Sorgen weder angehen will noch kann.

Wladimir Putin schränkt direkte Treffen mit Militärkommandanten ein

Putin umgibt sich der Analyse zufolge weiterhin mit langjährigen Vertrauten wie FSB-Chef Aleksandr Bortnikow, Außenminister Sergej Lawrow und Rostec-Chef Sergej Tschemesow. Direkte Treffen mit Militärkommandanten habe er eingeschränkt – diese stünden unter Druck, optimistische Berichte zu liefern.

Krise der russischen Wirtschaft: Verliert Putin den Bezug zur Realität?

Dabei sprechen die Fakten eine deutliche Sprache: Russlands Wirtschaft ist in eine Rezession gerutscht, die mittlerweile auch den militärisch-industriellen Komplex erfasst hat. Putin führte die Rückgänge des Bruttoinlandsprodukts zu Jahresbeginn auf saisonale Schwankungen zurück und ordnete eine Rückkehr zum Wachstum an. Analysten warnen laut "Daily Express" jedoch davor, dass Putin Gefahr läuft, sich auf manipulierte Statistiken zu stützen.

Russen offenbar zunehmend kriegsmüder

Ukrainische Drohnenangriffe treffen derweil weiterhin die Energieinfrastruktur. Der Gouverneur des Leningrader Gebiets bezeichnete seine Region bereits als faktische "Frontlinie". Gleichzeitig sinken die Rekrutierungszahlen für Militärverträge – ein klares Zeichen für Kriegsmüdigkeit. Überraschend offen brodelt in Russland der Unmut über verschärfte Internetkontrollen des Geheimdiensts FSB. Immer mehr Russen verlieren laut aktuellen Umfragen das Vertrauen in die Regierung. Putins Popularität schwindet.

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