Wladimir Putin: Öl-Stopp droht - Russland könnte Pipeline nach Deutschland kappen

Russland könnte laut Berichten den Öl-Transit aus Kasachstan stoppen. Besonders die Druschba-Pipeline wäre betroffen. Für Deutschland drohen damit neue Risiken bei der Energieversorgung.

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Wladimir Putin: Öl-Hahn zu? Russland sorgt für neue Energie-Sorgen (Foto) Suche
Wladimir Putin: Öl-Hahn zu? Russland sorgt für neue Energie-Sorgen Bild: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Gavriil Grigorov/Kremlin Pool
  • Russland soll Öl-Transit über Druschba-Pipeline prüfen
  • Kasachisches Öl wichtig für Versorgung in Ostdeutschland
  • Raffinerie Schwedt sucht bereits nach Alternativen

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Neue Spannungen im Energiesektor sorgen für Unruhe: Russland könnte laut Insiderberichten ab dem 1. Mai den Transit von kasachischem Rohöl Richtung Deutschland unterbrechen. Besonders im Fokus steht dabei die Druschba-Pipeline, die für die Versorgung im Osten der Bundesrepublik eine zentrale Rolle spielt.

Wichtige Lieferroute könnte versiegen

Über die bestehende Pipeline fließen bislang große Mengen kasachischen Öls durch russisches Gebiet nach Deutschland. Hauptabnehmer ist unter anderem die Raffinerie PCK in Schwedt in Brandenburg, die einen erheblichen Teil der Region mit Kraftstoffen wie Benzin und Diesel versorgt. Nach dem Wegfall russischer Lieferungen gilt Kasachstan als einer der wichtigsten Ersatzlieferanten. Im Jahr 2025 wurden über diese Route mehr als 2,1 Millionen Tonnen Öl importiert, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.

Moskau hält sich bedeckt

Offizielle Bestätigungen aus Russland bleiben bislang aus. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte laut "Bild", ihm lägen keine gesicherten Informationen über einen möglichen Stopp vor. Man wolle den Sachverhalt prüfen. Auch aus dem Energieministerium in Moskau gab es zunächst keine Reaktion. Trotz der Zurückhaltung wächst die Unsicherheit, ob die Transitwege tatsächlich eingeschränkt werden könnten und welche Folgen das für die europäische Energieversorgung hätte.

Schwedt prüft Alternativen

Beim Betreiber der Raffinerie in Schwedt wird bereits an möglichen Szenarien gearbeitet. Rosneft Deutschland betont, dass man mögliche Ersatzlieferungen prüfen müsse, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig wird jedoch auch deutlich, dass die Lage derzeit noch beherrschbar sei. Von einer akuten Krise sei man bislang nicht betroffen.

Folgen weit über Ostdeutschland hinaus

Sollte es tatsächlich zu einem dauerhaften Transitstopp kommen, hätte das weitreichende Auswirkungen. Die Pipeline gilt als zentrale Versorgungsader für kasachisches Öl nach Deutschland. Ein Ausfall würde die Logistik deutlich erschweren und könnte mittelfristig auch zu höheren Kosten bei Kraftstoffen und Heizenergie führen.

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