Donald Trump droht dem Iran: US-Präsident kündigt "vollständige Auslöschung" an - und liebäugelt mit Kriegsende
Eine Deeskalation im Iran-Krieg ist auch in der fünften Kriegswoche nicht in Sicht - nun gießt Donald Trump erneut Öl ins Feuer und droht mit "vollständiger Auslöschung", um die Blockade der Straße von Hormus zu beenden. Zugleich steht ein Einsatz von US-Bodentruppen zur Debatte.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Donald Trump droht mit neuen Angriffen im Iran - und stellt Kriegsende in Aussicht
- US-Präsident spricht von "großen Fortschritten" trotz Drohung gegen Energie-Infrastruktur
- Trump kündigt "vollständige Auslöschung" von iranischen Kraftwerken an, falls Straße von Hormus blockiert bleibt
Seitdem Israel und die USA Ende Februar mit Luftangriffen gegen den Iran den Nahost-Konflikt eskalieren ließen, sind die globalen Auswirkungen deutlich zu spüren: Die iranischen Revolutionsgarden quittierten die Luftangriffe mit der Blockierung der Straße von Hormus, einem wichtigenWeg für Tankschiffe mit Erdöl und Flüssiggas aus der an Vorkommen reichen Region. Der Iran legte mit Attacken und Drohungen den Schiffsverkehr dort weitgehend lahm - und ließ bisher nur wenige Tanker durch. Das sorgt seit Wochen für steigende Energiepreise rund um die Welt und stört unter anderem auch die Versorgung mit Dünger.
Donald Trump unter Druck: Straße von Hormus nach US-Luftangriffen weiter blockiert
Für Donald Trump, der die US-Angriffe im Iran seit Beginn als Erfolg feiert, tun sich damit immer größere Probleme auf. Ein schneller diplomatischer Durchbruch zur Beendigung des Konflikts zeichnet sich in der fünften Woche des Iran-Krieges bislang nicht ab. Stattdessen droht im Iran eine US-Bodenoffensive: Deren Ziele könnte nach Medienberichten sein, das hochangereicherte iranische Uran zu bergen und die Kontrolle über Irans Öl zu übernehmen. US-Präsident Donald Trump droht dem Iran nun offen mit massiven Angriffen, falls es keine rasche Einigung zur Beendigung der Kämpfe und zur Öffnung der Straße von Hormus gibt.
"The Don" droht dem Iran erneut mit "vollständiger Auslöschung" von Energieanlagen
Am 30. März schrieb Donald Trump auf seiner Plattform "Truth Social", die USA führten "ernsthafte Gespräche mit einer NEUEN UND VERNÜNFTIGEREN REGIERUNG", um die Militäroperation zu beenden. Es seien "große Fortschritte erzielt" worden. Sollte es jedoch keine Einigung geben und die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet werden, "werden wir unseren netten 'Aufenthalt' im Iran abschließen, indem wir alle ihre Stromkraftwerke, Ölquellen und die Insel Charg (sowie möglicherweise alle Entsalzungsanlagen!) sprengen und vollständig auslöschen" schrieb der US-Präsident.
Zuletzt hatte "The Don" dem Iran eine neue Frist gesetzt, um ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu akzeptieren - andernfalls drohen US-Angriffe auf den iranischen Energiesektor. Die Frist läuft am 7. April um 02.00 Uhr nachts deutscher Zeit ab.
Donald Trump scharf auf iranisches Uran - US-Präsident erwägt Einsatz von Bodentruppen
Donald Trump prüft nach einem Bericht des "Wall Street Journal" unterdessen, wie gefährlich im Iran ein Militäreinsatz zur Bergung von rund 400 Kilogramm hochangereichertem Uran für US-Bodentruppen wäre. Eine Entscheidung habe der Präsident noch nicht getroffen. Trump stehe der Idee aber grundsätzlich offen gegenüber, da ein solcher Militäreinsatz dazu beitragen könnte, sein zentrales Ziel zu erreichen - nämlich den Iran daran zu hindern, jemals eine Atomwaffe herzustellen.
Bevor Israel und die USA bereits im Juni vergangenen Jahres Luftangriffe auf den Iran geflogen und dabei auch drei Atomanlagen bombardiert hatten, verfügte das Land nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über mehr als 400 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. Für den Bau von Atomwaffen sind mehr als 90 Prozent nötig.
Uran in unterirdischen Tunneln vermutet
Nach Einschätzung von IAEA-Chef Rafael Grossi dürfte sich das hochangereicherte Uran hauptsächlich in unterirdischen Tunneln und Lagerstätten in den Atomanlagen Isfahan und Natans befinden, die beide von den USA und Israel im vergangenen Juni bombardiert worden waren. Ziel einer US-Bodenoffensive könnte außerdem eine Einnahme der iranischen Ölförderung sein, denn Trump würde nach eigenen Angaben gerne die Kontrolle über Irans Öl übernehmen. "Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen", sagte der Republikaner in einem Interview mit der britischen Zeitung "Financial Times" (FT). Für einen solchen Schritt müsste das US-Militär wohl die iranische Insel Charg im Persischen Golf einnehmen, über die etwa 90 Prozent der Erdölausfuhren des Landes abgewickelt werden.
Werden 10.000 US-Soldaten wegen der Insel Charg geopfert?
Das Pentagon habe die Entsendung von rund 10.000 Soldaten angeordnet, die für die Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind, berichtete die Zeitung. Ein Angriff auf den Exportknotenpunkt Charg wäre jedoch riskant. Experten warnen, dass US-Soldaten nach einer möglichen Einnahme und Besetzung der Insel leichte Ziele für iranische Angriffe wären. "Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen", wurde Trump von der FT zitiert.
Die Verlegung weiterer US-Soldaten in den Nahen Osten wird zugleich als Drohgebärde der US-Regierung gesehen, die Teheran am Verhandlungstisch zur Öffnung der für den weltweiten Öltransport wichtigen Straße von Hormus zwingen soll. Angesichts der weitgehenden Blockade der Meerenge stiegen die Ölpreise zum Start in die fünfte Handelswoche nach Beginn des Iran-Kriegs wieder an. Der Preisschub hat Folgen für Wirtschaft und Verbraucher weltweit, so sind unter anderem die Kosten für Treibstoff in die Höhe geschnellt.
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loc/news.de/dpa
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