Markus Söder auf USA-Reise: "Blöder geht nicht!" CSU-Chef für Reise-Pläne zerrissen

Markus Söder kehrt Bayern den Rücken: Den CSU-Chef verschlägt es in die USA, genauer gesagt nach Texas. Seine Reisepläne brachten dem bayerischen Ministerpräsidenten eine gewaltige Lawine der Kritik bei Social Media ein.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Markus Söder hat mit seiner USA-Reise heftige Kritik in den sozialen Medien auf sich gezogen. (Foto) Suche
Markus Söder hat mit seiner USA-Reise heftige Kritik in den sozialen Medien auf sich gezogen. Bild: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
  • Markus Söder kehrt Bayern den Rücken und reist in die USA
  • Nächster Halt in Texas und South Carolina - das hat der CSU-Chef in den Staaten vor
  • "Bleib gleich da!" Bayerischer Ministerpräsident für USA-Reise heftig kritisiert

Da dürfte Markus Söders Instagram-Community nicht schlecht gestaunt haben, als am 29. März 2026 ein neuer Post des bayerischen Ministerpräsidenten auf dem Foto- und Videonetzwerk aufploppte: Ausnahmsweise präsentierte der CSU-Chef mal nicht seinen Imbiss des Tages, sondern wartete mit Reiseplänen auf. Für Markus Söder liegt das Thema Innenpolitik für ein paar Tage auf Eis, denn jetzt rufen die USA nach ihm.

Markus Söder reist in die USA: Das sind die Pläne des CSU-Chefs in den Staaten

Vom Flughafen München aus meldete sich Markus Söder kurz vor seinem Abflug in die Vereinigten Staaten bei seinen Followern. Das Reiseziel steht bereits fest: Markus Söder wird in die wirtschaftlich starken Bundesstaaten Texas und South Carolina reisen, um dort den "Ausbau der regionalen Partnerschaften bei Technologie und Wirtschaft" und "Allianzen mit zwei Power-Regionen" voranzutreiben, wie einem ebenfalls bei Instagram abgesetzten Info-Post zu entnehmen ist. Geplant ist zudem ein persönliches Gespräch mit Henry McMaster, dem Gouverneur von South Carolina.

Bayerischer Ministerpräsident besucht Texas und South Carolina

Spannendster Punkt für den Ministerpräsidenten im Land der Cowboy-Hüte ist der Besuch beim NASA Mission Control Center in Houston und auf einer Cowboy-Ranch. Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München hat schon lange eine Standleitung nach Texas - Söder will mit seinem Besuch die Kooperation vertiefen. Unter anderem soll es ein Projekt zum Thema KI-Steuerung in der Raumfahrt geben. Neben Texas ist das South Carolina - auch hier gibt es bereits eine enge Verbindung in den Freistaat: BMW betreibt in Spartanburg sein wichtigstes und größtes Auslandswerk.

Für Markus Söder ist der Abstecher in die USA zugleich eine Premiere: Erstmals in seiner Amtszeit als bayerischer Ministerpräsident zieht es den CSU-Chef in die USA. Anders als einst Edmund Stoiber 2002 macht Söder jedoch um die Hauptstadt Washington mit Präsident Donald Trump einen großen Bogen. Zweimal war Söder nach eigener Aussage schon in den USA, "einmal in New York 2012 und einmal an der Westküste 2014". Nun folgt also die erste Dienstreise als Regierungschef.

Markus Söder will US-Kontakte in Wirtschaft und Politik knüpfen

Am Mittwoch (01.04.2026) soll es auch politische Gespräche geben. Unter anderem ist ein Empfang samt politischer Gespräche mit South Carolinas Gouverneur Henry McMaster - wie der US-Präsident ein Republikaner - in Columbia sowie ein Empfang im Senat und im Repräsentantenhaus geplant. Hier dürfte es auch um die gerade auch für Deutschland und Bayern schmerzhaften US-Zölle sowie den Protektionismus gehen. Zum Abschluss will Söder passend zum Jubiläum eine historische Stätte zum 250. Jahrestag zum US-Unabhängigkeitskrieg besuchen. South Carolina war in bei dem Krieg zwischen Nord- und Südstaaten Schauplatz von mehr als 200 Schlachten.

Bayern-Ministerpräsident kassiert heftige Schelte für USA-Reise auf Steuerzahlerkosten

Dass ihn das Reisefieber und die Vorfreude auf den Aufenthalt in den USA fest im Griff hat, war Markus Söder in seiner Instagram-Botschaft deutlich anzumerken - seine Social-Media-Follower hatten jedoch weniger erfreute Reaktionen für den CSU-Chef übrig. Grundtenor der kritischen Kommentare: Reist Markus Söder nur unter einem Vorwand in die USA, um sich quer durch die amerikanische Speisekarte zu futtern und seinem Ruf als Foodblogger alle Ehre zu machen? Und wieso müssen deutsche Steuerzahler die transatlantische Reise eines bayerischen Ministerpräsidenten bezahlen, die ohne erkennbar dringlichen Grund stattfindet? Eine Auswahl der Kommentare, die Markus Söder kassierte:

  • "Toller Osterausflug auf Kosten der Steuerzahler. Die Sinnhaftigkeit solcher Verhandlungen unter einer Trump-Regierung muss man nicht unbedingt hinterfragen. Aber es wird sicher medientaugliche Bilder geben, auf denen Sie Burger essen!!!"
  • "Die Kriegsverbrechen der USA stören Sie nicht?"
  • "Ein bayrischer Ministerpräsident bereist mal wieder auf Kosten der Steuerzahler die Welt. Eine völlig unsinnige Reise. Es gibt keinerlei Legitimation so etwas zu tun. Dafür gibt es bundesdeutsche Außenminister."
  • "Bleib gleich da!"
  • "Sie wissen doch, dass Sie keine eigenständige Außenpolitik machen sollen. Das ist Bundessache."
  • "Bleibst du gleich dort?"
  • "Geh Du ruhig mal nach Saus Käroleina, Maggus. Um Gottes Willen! Dein Gammelpulli fliegt mit? Sehr schön."
  • "Faschismus und Partnerschaft mit Demokratiefeinden auch wichtige Themen, behandelst du die?"
  • "Ernsthaft? Während in den USA demokratische Strukturen sichtbar unter Druck stehen, reist Markus Söder nach Texas und South Carolina, um 'Space-Ökosysteme' zu feiern. Das wirkt weniger wie verantwortungsvolle Politik und mehr wie eine perfekt inszenierte PR-Tour – weit weg von den tatsächlichen Problemen, die gerade Priorität haben sollten. (...) Man könnte sich fragen, ob es hier wirklich um Fortschritt geht – oder eher um Profilierung."
  • "Bitte gleich beim Fascho-Orangenmann drüben bleiben. (Alt-)Bayern dankt."
  • "Kannst du dir bitte was ordentliches anziehen?? Du gehst nicht in deinen Schrebergarten zum Würstchen grillen."
  • "Da passen Sie und ihr Dauer-Nonsens prima hin! Bitte gleich dableiben... und trotzdem immer dran denken, Sie sind nur Ministerpräsident!"
  • "Ganz wichtig Herr Söder, genau das sind die Themen, die uns Deutsche gerade am meisten beschäftigen. Freu mich schon auf die Fressvideos aus USA. Sie deklassieren sich immer mehr."
  • "Ist so eine Steuergeldverschwendung eigentlich nicht kriminell?"
  • "Blöder geht nicht als bei Söder. Dieser Typ ist komplett ohne jeden Stil, charakterlos, unanständig, ungebildet, sinnlos, unwählbar"
  • "Während hier die Hütte brennt, Menschen und Betriebe enorm unter Druck stehen, die Bauern um ihre wirtschaftliche Existenz durch die enormen Energiepreise fürchten und bangen, macht sich der Parteivorsitzende einer Regierungspartei vom Acker. Es ist ein Desaster - eine Schande, was diese Regierung an Krisenmanagement versteht."

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/news.de/dpa

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