Donald Trump: "Krachend gescheitert" - Ex-CIA-Chef zerlegt Trumps Iran-Plan
Donald Trumps Krieg gegen den Iran stößt in den USA auf breite Ablehnung. Nun hat sich auch Leon Panetta, ehemaliger Verteidigungsminister unter Barack Obama, zu dem Konflikt geäußert. Seine Kritik an Trump ist deutlich.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Ex-CIA-Direktor rechnet mit Donald Trumps Iran-Krieg ab
- Plan des US-Präsidenten für einen "Blitzkrieg" sei "krachend gescheitert"
- Mullah-Regime könnte laut Leon Panetta gestärkt aus dem Konflikt hervorgehen
Donald Trump stiftet im Iran-Krieg immer größere Verwirrung: Erst am Wochenende hatte er angedroht, iranische Energieanlagen massiv zu bombardieren, sollte das Mullah-Regime nicht innerhalb von 48 Stunden die Blockade der Straße von Hormus aufheben. Nur wenig später verlängerte er das Ultimatum und sprach über bereits erfolgte Verhandlungen, was Teheran dementierte. Laut aktuellen Medienberichten soll er dem Iran nun einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Konflikts geschickt haben. Währenddessen rechnete der frühere US-Verteidigungsminister und CIA-Direktor Leon Panetta schonungslos mit Trumps Militäroperation gegen den Iran ab.
Ex-CIA-Chef Leon Panetta kritisiert Donald Trump für den Iran-Krieg
Im Gespräch mit "Bild" sagt der 87-jährige Demokrat, dass Trumps Plan eines schnellen Sieges "krachend gescheitert" sei. Was als "Blitzkrieg" konzipiert war, habe sich in einen festgefahrenen Konflikt verwandelt. Washington und sein Verbündeter Israel hätten sich nach Panettas Einschätzung "massiv verkalkuliert". Die Annahme, erste Angriffe würden das Regime in Teheran zum Einsturz bringen, habe sich als Trugschluss erwiesen – das genaue Gegenteil sei eingetreten. Das Mullah-System habe den massiven Beschuss überstanden und könne nun sogar gestärkt aus dem Konflikt hervorgehen. Der Präsident suche nun "verzweifelt" nach einer gesichtswahrenden Lösung. Unterdessen habe Teheran mit der Blockade der Straße von Hormus "die ganze Weltwirtschaft in Geiselhaft" genommen.
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US-Präsident habe keine klare Strategie gegen das Mullah-Regime
Panetta wirft Trump außerdem vor, im Krieg mehr zu improvisieren, statt eine klare Strategie zu haben. Nachdem der sogenannte "Enthauptungsschlag" gegen Revolutionsführer Ali Chamenei fehlgeschlagen sei, wisse niemand mehr, "wofür dieser Krieg eigentlich geführt wird". Laut dem Ex-CIA-Chef sei dies "strategisch brandgefährlich".
Lob für Friedrich Merz durch ehemaligen US-Verteidigungsminister
Einen Lichtblick sieht Panetta im transatlantischen Verhältnis. Bundeskanzler Friedrich Merz habe "die Schwachstellen dieses Krieges sehr direkt angesprochen" und unmissverständlich klargemacht, dass dies weder Deutschlands noch Europas Krieg sei. Der Ex-CIA-Chef zeigt sich beeindruckt: "Merz hat Rückgrat gezeigt." Diese Ehrlichkeit könne paradoxerweise die Beziehungen zwischen Europa und Amerika sogar festigen. Panetta warnt jedoch, dass am Ende Russland und China als indirekte Gewinner dastehen könnten – beide beobachteten derzeit "ein Bild der Schwäche" bei den USA.
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