Terror-Gefahr: Auswärtiges Amt warnt wegen Iran-Krieg vor diesen 50 Ländern

Parks, Strände, Freizeitanlagen - laut dem Sprecher der iranischen Streitkräfte sollen diese Orte weltweit für Feinde Teherans nicht mehr sicher sein. Das Auswärtige Amt hat mit Reisewarnungen für insgesamt 50 Regionen reagiert.

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Ägypten ist ein beliebtes Ziel für Touristen - doch nun wird es zum Ziel von Terroristen. (Foto) Suche
Ägypten ist ein beliebtes Ziel für Touristen - doch nun wird es zum Ziel von Terroristen. Bild: picture alliance/dpa | Marcel Lauck
  • Der Iran droht mit globaler Verfolgung und Terror gegen Gegner des Regimes
  • Für insgesamt 50 Länder weltweit gelten jetzt Reisewarnungen des Auswärtigen Amts
  • Betroffen sind auch beliebte Urlaubsziele wie Ägypten, Thailand und Venezuela

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Das iranische Regime verschärft seine Drohungen gegen den Westen: Erst kürzlich kündigte der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfazl Schekarchi, im Staatsfernsehen an, dass die Gegner Teherans weltweit mit Verfolgung rechnen müssten. Auch Freizeitanlagen, Parks und Urlaubsorte seien künftig keine sicheren Orte mehr.

Auswärtiges Amt will Lage weiter beobachten

Die Drohung richtete sich konkret gegen US-Bürger und israelische Staatsbürger - doch auch um sie herum könnten Menschen zu Schaden kommen. Entsprechend werden nun vermehrt Anschläge überall auf der Welt erwartet. Schekarchi behauptete, man verfüge über Informationen zu Verantwortlichen, Kommandeuren und Soldaten, die unter Beobachtung stünden. Da das US-Militär große Teile der iranischen Infrastruktur bereits zerstört hat, setzt das Regime nun auf eine Ausweitung des Konflikts mit terroristischen Mitteln.

Die Bundesregierung nimmt die Drohungen aus Teheran ernst. Das Auswärtige Amt erklärte gegenüber "Bild", man verfolge die Bedrohungslage aufmerksam. Die Reise- und Sicherheitshinweise würden kontinuierlich überprüft und bei Bedarf angepasst. "Auch der Krisenstab befasst sich lageabhängig mit den Entwicklungen in der Region und deren Auswirkungen auf die Sicherheit deutscher Staatsangehöriger", teilte das Ministerium mit. Dennoch warnt der Verfassungsschutz bereits seit längerer Zeit vor einer erhöhten Gefahr für jüdische, israelische und amerikanische Einrichtung in Deutschland.

Terror-Experte warnt: Drohungen nicht unterschätzen

Der Terrorismusforscher Peter Neumann vom King's College London mahnt zur Wachsamkeit. "Die Drohungen des iranischen Regimes sollten wir ernst nehmen - auch weil staatlich gestützte oder inspirierte Anschläge im Ausland grundsätzlich zu seinem Repertoire gehören", sagte er gegenüber "Bild". Die Gefahr ist nicht abstrakt: Seit 2018 wurden mindestens elf Anschläge und Anschlagsversuche der Iranischen Revolutionsgarden auf europäischem Boden dokumentiert. Typische Ziele waren dabei jüdische Gemeinden, israelische Einrichtungen sowie iranische Regimekritiker im Exil. Zudem wurden in der Vergangenheit häufig Strukturen der organisierten Kriminalität bezahlt, um Anschläge zu verüben.

Reisewarnungen und Teil-Reisewarnungen des Auswärtigen Amts

Das Auswärtige Amt hat derzeit für 24 Staaten vollständige Reisewarnungen ausgesprochen. Diese gelten als dringender Appell, nicht in das betreffende Land zu reisen, da konkrete Gefahr für Leib und Leben besteht. Deutsche vor Ort können zur Ausreise aufgefordert werden. Betroffen sind:

  • Afghanistan
  • Bahrain
  • Belarus
  • Haiti
  • Irak
  • Iran
  • Israel (inkl. Gazastreifen / Teile)
  • Jemen
  • Jordanien
  • Katar
  • Kuwait
  • Libanon
  • Libyen
  • Mali
  • Myanmar
  • Niger
  • Oman
  • Palästinensische Gebiete
  • Saudi-Arabien
  • Somalia
  • Sudan
  • Südsudan
  • Syrien
  • Ukraine

Für weitere 26 Länder gelten Teilreisewarnungen, die sich auf bestimmte Regionen beschränken. Darunter fallen auch beliebte Reiseziele:

  • Ägypten
  • Algerien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Äthiopien
  • Benin
  • Burkina Faso
  • Côte d'Ivoire
  • Demokratische Republik Kongo
  • Eritrea
  • Ghana
  • Indien
  • Japan
  • Kambodscha
  • Kamerun
  • Kolumbien
  • Mauretanien
  • Mosambik
  • Nigeria
  • Pakistan
  • Philippinen
  • Russische Föderation
  • Thailand
  • Togo
  • Tschad
  • Venezuela

Experten raten von Panik vor Terrorattacken ab

Trotz der ernsten Lage rät Neumann von übertriebener Panik ab. "Solche Ankündigungen sind oft Teil psychologischer Kriegsführung: Sie sollen Unsicherheit erzeugen, wirtschaftlichen Schaden anrichten und politischen Druck aufbauen", erklärte der 51-Jährige. Diese Taktik verfolge der Iran bereits seit Kriegsbeginn. Entscheidend sei jetzt, die Sicherheitsvorkehrungen anzupassen und zwischen realen Risiken und leeren Drohungen zu unterscheiden. Auch andere Fachleute ordnen die Drohungen als Teil einer Strategie ein, mit der das Regime Angst verbreiten und den Konflikt über den Nahen Osten hinaus ausweiten will.

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