Donald Trump: US-Präsident hat "Angst vor einem großen Krieg" - Historiker deckt Iran-Dilemma auf

Was will Donald Trump im Iran-Krieg erreichen? In einem aktuellen Interview sprach ein US-Historiker über die wahren Absichten und Ängste des Präsidenten. Timothy Snyder zufolge steht Trump vor großen Problemen.

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Einem Historiker zufolge stellt der Iran-Krieg ein Ablenkungsmanöver für Donald Trump dar. (Foto) Suche
Einem Historiker zufolge stellt der Iran-Krieg ein Ablenkungsmanöver für Donald Trump dar. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Historiker Timothy Snyder glaubt, dass Donald Trump mit dem Iran-Krieg von Problemen im eigenen Land ablenken will
  • Gleichzeitig habe der US-Präsident Angst vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten
  • Snyder warnt zudem vor möglichen Folgen für die USA im Vorfeld der Zwischenwahlen

Obwohl er sich als Friedenspräsident inszenierte, hat Donald Trump während seiner zweiten bereits schon mehrere militärische Konflikte begonnen. Besonders starke Kritik rief zuletzt der gemeinsame Angriff mit Israel auf den Iran hervor. Seit Ende Februar eskaliert die Lage im Nahen Osten immer weiter. Das Mullah-Regime soll aktuellen Berichten zufolge zudem Raketen auf eine 4.000 Kilometer entfernte britisch-amerikanische Militärbasis im Indischen Ozean abgefeuert haben. Derweil scheint Trump weiterhin keinen klaren Plan für ein Ende des Krieges zu haben und trifft dazu widersprüchliche Aussagen. Was will der 79-jährige Republikaner im Iran wirklich erreichen? Das analysierte nun derHistoriker Timothy Snyder für die "Zeit".

Donald Trump hat "Angst" vor großem Krieg im Nahen Osten laut Historiker Timothy Snyder

Der US-Geschichtsprofessor hält den Iran-Krieg für ein innenpolitisches Manöver:Trump wolle damit von wachsenden Problemen wie steigenden Lebenshaltungskosten und miserablen Umfragewerten ablenken, erklärte er im Interview mit der "Zeit". "Wir sollten nicht von der Prämisse ausgehen, dass Trump aus einer Position der Stärke heraus agiert. Trump ist schwach", so Snyder. Der Präsident stecke fest:

  • "Ein verhältnismäßig kleiner Krieg bringt ihm nicht das, was er will, und vor einem großen Krieg hat er - zurecht - Angst."

Die Kontrolle über die Ereignisse sei ihm längst entglitten. Für einen möglichen Einsatz von Bodentruppen im Iran fehle ihm die "ideologische Überzeugung".

Hintergrund: Timothy Snyder ist Professor an der renommierten Yale University. Er unterrichtet seit 2025 auch an deran der Munk School of Global Affairs & Public Policy der Universität Toronto.

Schlechte Umfragewerte: Amerikaner unterstützen Trumps Krieg gegen den Iran nicht

Wie "Focus online" unter Berufung auf "The Economist" berichtet, stützen aktuelle Umfrageergebnisse Snyders Einschätzung. Die Mehrheit der Amerikaner missbilligt demnach Trumps Vorgehen im Iran-Krieg. Nicht nur in der Außenpolitik, auch bei Themen wie Wirtschaft und Einwanderung wird er überwiegend negativ bewertet. Insgesamt sind nur 41 Prozent der Befragten mit Trumps Amtsführung zufrieden, 57 Prozent lehnen sie ab.

Innenpolitische Probleme für Donald Trump vor Zwischenwahlen im Herbst 2026

Mit Blick auf die Kongresswahlen im November warnt Snyder vor einer gefährlichen Entwicklung. Sollten die Demokraten bei den Zwischenwahlen triumphieren, gerate der Präsident in massive Schwierigkeiten. "Deshalb wird er meiner Meinung nach auch nicht davor zurückschrecken, notfalls ein furchtbares Chaos in den USA zu kreieren", prognostiziert Snyder. Trump wolle "für immer an der Macht bleiben; im Weißen Haus sterben, mit dem Friedensnobelpreis um den Hals, auf sauberen Laken gebettet".

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