Friedrich Merz unter Druck: Deutsche Wirtschaft stellt dem Bundeskanzler Knallhart-Ultimatum

Die deutsche Industrie verliert jeden Monat 10.000 Arbeitsplätze, während der Staatskonsum weiter wächst - unterm Strich hat Bundeskanzler Friedrich Merz ein massives Wirtschaftsproblem. Nun kommt ein knallhartes Ultimatum dazu.

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Düstere Aussichten für Friedrich Merz: Zur desolaten Wirtschaftssituation in Deutschland gesellt sich nun ein knallhartes Ultimatum aus der Industrie. (Foto) Suche
Düstere Aussichten für Friedrich Merz: Zur desolaten Wirtschaftssituation in Deutschland gesellt sich nun ein knallhartes Ultimatum aus der Industrie. Bild: picture alliance/dpa | Soeren Stache
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Als Bundeskanzler hat Friedrich Merz mehrere Baustellen zu betreuen - die wohl dringlichste dürfte sein, die deutsche Wirtschaft nach vorn zu bringen. Die Resultate lassen indes auf sich warten - gerade erst machte die Meldung die Runde, dass Deutschland 2025 so viele Firmen-Insolvenzen registrierte wie seit zehn Jahren nicht. Das Dilemma, mit dem sich Friedrich Merz konfrontiert sieht, wird in einer aktuellen Grafik des ifo Instituts deutlich, der die "Bild" einen aktuellen Beitrag widmet.

Friedrich Merz massiv unter Druck: Diese Zahlen verdeutlichen das Wirtschaftsdilemma

In den "Schicksalskurven", die das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München veröffentlicht hat, ist die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre in puncto Privatinvestitionen, Wirtschaftsleistung und Staatskonsum auf einen Blick abzulesen. Die darin festgehaltene besorgniserregende Entwicklung in Deutschland ist nicht schönzureden: Während die staatlichen Ausgaben seit 2015 um rund ein Viertel angewachsen sind, gehen die Investitionen der Privatwirtschaft kontinuierlich zurück. Das Bruttoinlandsprodukt bewegt sich überdies seit 2019 praktisch nicht mehr vom Fleck, Wachstum in Sachen Wirtschaftsleistung sucht man in Deutschland seit sechs Jahren vergeblich.

Keine Trendwende in Sicht: Friedrich Merz' Regierung droht zu scheitern

Die aktuellen Zahlen des ifo-Instituts bestätigen den negativen Trend. "Leider ist die Entwicklung schlecht: Die Kurven gehen weiter auseinander", erklärte ifo-Präsident Clemens Fuest gegenüber "Bild". "Von einer Trendwende ist noch nichts zu sehen." Friedrich Merz selbst hatte die Brisanz der bereits im Herbst 2025 veröffentlichten und jetzt aktualisierten Zahlen erkannt und vor seiner Unionsfraktion gewarnt: Sollte es bis 2029 nicht gelingen, die Kurven wieder zusammenzuführen, "müsse man sagen, diese Regierung ist gescheitert".

Friedrich Merz und das Wirtschaftsproblem: Massiver Stellenabbau in der deutschen Industrie

Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Schieflage zeigen sich besonders drastisch auf dem Arbeitsmarkt. Jeden Monat streichen Industriebetriebe derzeit rund 10.000 Arbeitsplätze. Allein in der Metall- und Stahlbranche gingen im vergangenen Jahr 135.000 Stellen verloren. Für 2026 rechnet der Verband Gesamtmetall mit dem Wegfall von weiteren 150.000 Jobs. Als wesentlichen Treiber dieser Entwicklung identifiziert ifo-Präsident Fuest die überhöhten Energiekosten in Deutschland. Diese könnten dazu führen, dass komplette Industriezweige wie die Stahl- oder Chemiebranche aus dem Land verschwinden. Hunderttausende Beschäftigte müssen um ihre berufliche Zukunft bangen.

Deutsche Wirtschaft verliert die Geduld mit Merz-Regierung und stellt Ultimatum

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall erhöht zugleich den Druck auf die Bundesregierung massiv. Hauptgeschäftsführer Oliver Zander verlangt spätestens bis zum Sommer 2026 deutliche Reformschritte. "Wir sind nicht mehr bereit, auf eine ferne 'Jahreszeit der Reformen' zu warten", stellte er klar. Sollte kein eindeutiges Signal kommen, werde das Vertrauen in die Regierung erheblich schwinden.

Zander benennt vier zentrale Probleme, unter denen die Industrie leidet: überhöhte Steuern, zu hohe Sozialabgaben, ausufernde Bürokratie sowie explodierende Energiekosten. Diese Hindernisse müssten umgehend beseitigt werden. Konkret fordert der Verband, die geplante Unternehmenssteuerreform vorzuziehen und die Sozialversicherungsbeiträge mindestens zu stabilisieren. Die Betriebe der Metall- und Elektro-Industrie würden ihre Investitionen bereits jetzt zurückfahren.

Bundeskanzler Friedrich Merz verspricht Tempo – doch es drohen Konflikte

Der Bundeskanzler hat auf die wachsende Ungeduld der Wirtschaft reagiert. Nach einem Treffen mit den Spitzenverbänden Anfang März sicherte Merz schnelleres Handeln zu. "Ich teile die Befürchtungen, dass wir insbesondere durch die sehr hohen Arbeitskosten in Deutschland Arbeitsplätze verlieren", räumte er ein. Die schwarz-rote Koalition hat inzwischen Kommissionen für Reformen im Gesundheits- und Rentenbereich eingerichtet. Allerdings zeichnen sich bereits Auseinandersetzungen über die konkrete Umsetzung ab. Auch Handwerkspräsident Jörg Dittrich mahnt zur Eile: Die Regierung müsse das Zeitfenster bis zu den ostdeutschen Wahlen im September nutzen. "Entscheidend ist, die Lohnzusatzkosten zu senken", betonte er gegenüber der "Rheinischen Post".

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