Donald Trump im Iran-Krieg aktuell: US-Präsident verliert Geduld und droht Nato mit "sehr schlechter Zukunft"

Donald Trump reißt der Geduldsfaden: Um jeden Preis will der US-Präsident die infolge seines Iran-Krieges blockierte Straße von Hormus sichern. Nun droht "The Don" den Nato-Staaten offen, sollten diese ihre Unterstützung verweigern.

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Donald Trump sucht händeringend nach Verbündeten, um die Blockade der Straße von Hormus zu beenden - und schreckt dabei auch vor unverhohlenen Drohungen gegen die Nato nicht zurück. (Foto) Suche
Donald Trump sucht händeringend nach Verbündeten, um die Blockade der Straße von Hormus zu beenden - und schreckt dabei auch vor unverhohlenen Drohungen gegen die Nato nicht zurück. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Iran-Krieg aktuell: Revolutionsgarden blockieren Straße von Hormus
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  • US-Präsident droht Nato mit "sehr schlechter Zukunft" bei ausbleibender Unterstützung

Kaum hatten die USA Ende Februar den Iran mit Luftangriffen attackiert, reagierten die islamischen Revolutionsgarden mit einer folgenschweren Blockade der Straße von Hormus - etliche Öltanker sitzen seitdem im Persischen Golf fest und können die strategisch wichtige Meerenge nicht passieren. Der Weg zum offenen Arabischen Meer und damit zu den europäischen Märkten ist abgeschnitten.

Iran-Krieg aktuell: Straße von Hormus weiter blockiert, USA erhöhen Druck auf Nato

Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, die sehr wichtig ist für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas, ist wegen des Iran-Kriegs und drohender iranischer Angriffe somit praktisch zum Erliegen gekommen. Etwa ein Fünftel des globalen Öl- und Gastransports verläuft durch diese Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran. Für US-Präsident Donald Trump ein nicht länger hinnehmbarer Umstand, den "The Don" schnellstmöglich beheben will. Doch ohne die Unterstützung internationaler Verbündeter scheint das Vorhaben aussichtslos - nun stellt der US-Präsident ein knallhartes Ultimatum und setzt den Mitgliedsstaaten der Nato unverhohlen die sprichwörtliche Pistole auf die Brust.

Donald Trump verliert die Geduld: US-Präsident benötigt Unterstützung zur Sicherung der Straße von Hormus

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf US-Beamte, die Regierung in Washington werde voraussichtlich schon in der Woche vom 16. März bekanntgeben, dass mehrere Länder sich zur Bildung einer Koalition bereit erklärt hätten, die Schiffe durch die Meerenge eskortieren soll. Die USA und potenzielle Koalitionsländer diskutierten noch darüber, ob diese Einsätze vor oder nach Kriegsende beginnen sollen, berichtete die Zeitung. Dass willige Verbündete bei Donald Trump keineswegs Schlange stehen, zeigen unverhohlene Drohungen, die der US-Präsident nun in einem Interview mit der "Financial Times" vom 15. März 2026 verlauten ließ.

"The Don" platzt der Kragen: Diese Drohung gegen die Nato ist unmissverständlich

Darin drohte Donald Trump der Nato mit schwerwiegenden Konsequenzen, sollten die Partner des Verteidigungsbündnisses den USA im Iran-Konflikt nicht zur Seite stehen. "Wenn es keine Reaktion gibt oder wenn es eine negative Reaktion gibt, halte ich das für sehr schlecht für die Zukunft der Nato", erklärte Trump und verwies auf die US-amerikanische Unterstützung für die Ukraine, für die er nun eine Gegenleistung fordert. "Wir hätten ihnen in der Ukraine nicht helfen müssen. Die Ukraine ist Tausende von Kilometern von uns entfernt. Aber wir haben ihnen geholfen", sagte er. "Jetzt werden wir sehen, ob sie uns helfen."

US-Präsident fordert nach Ukraine-Hilfe Nato-Unterstützung im Iran

Auf die Frage nach konkreter Unterstützung wurde Trump unmissverständlich: "Was auch immer nötig ist." Der US-Präsident verlangt von den Verbündeten insbesondere die Entsendung von Minensuchbooten, da Europa über deutlich mehr dieser Schiffe verfüge als die Vereinigten Staaten. Darüber hinaus deutete Trump an, dass er militärische Hilfe bei der Bekämpfung iranischer Kräfte erwartet. Er wolle "Leute, die einige der böswilligen Akteure ausschalten werden, die sich entlang der Küste befinden". Damit spielte er offenbar auf europäische Spezialeinheiten an, die gegen Iraner vorgehen sollen, die mit Drohnen und Seeminen Probleme in der Golfregion verursachen. "Wir treffen sie sehr hart", betonte Trump. Der Iran könne nur noch "ein bisschen Ärger machen", indem er Minen ins Wasser lege – doch auch diese Störaktionen könnten erhebliche Probleme verursachen.

US-Präsident attackiert die Nato: Lässt Donald Trump Europa im Stich?

Besonders harsche Worte fand Trump für den engsten Verbündeten der USA. Nach einem Telefonat mit dem britischen Premierminister Keir Starmer am 15. März zeigte sich der Präsident frustriert über Londons Haltung. "Das Vereinigte Königreich gilt vielleicht als Verbündeter Nummer eins, der am längsten dienende und so weiter, und als ich sie bat zu kommen, wollten sie nicht kommen", kritisierte Trump und warf den Briten vor, erst Unterstützung angeboten zu haben, als die Gefahr bereits gebannt war. "Sobald wir die Gefahrenkapazität des Iran im Wesentlichen ausgeschaltet hatten, sagten sie: 'Oh, wir schicken zwei Schiffe'", so Trump. Seine Antwort darauf: "Wir brauchen diese Schiffe, bevor wir gewinnen, nicht nachdem wir gewonnen haben." Das Verteidigungsbündnis bezeichnete Trump erneut als Einbahnstraße. Er habe schon lange gesagt, dass die USA für ihre Partner da sein würden, diese aber nicht für Amerika.

Donald Trump will China-Unterstützung im Iran - Gipfel in Peking steht auf der Kippe

Auch von China erwartet Trump Unterstützung – und zwar noch vor seinem geplanten Staatsbesuch in Peking Ende März. "Ich denke, China sollte auch helfen, weil China 90 Prozent seines Öls aus der Meerenge bezieht", erklärte der Präsident gegenüber der "Financial Times". Ein Abwarten bis zum Gipfeltreffen mit Staatspräsident Xi Jinping komme nicht infrage. "Wir würden es gerne vorher wissen", sagte Trump. Zwei Wochen seien "eine lange Zeit". Der Präsident stellte eine Verschiebung der Reise in den Raum: "Wir könnten sie verschieben." Einen konkreten Zeitrahmen nannte er nicht.

Während Trump den Druck erhöht, traf sich US-Finanzminister Scott Bessent am 15. März in Paris mit seinem chinesischen Amtskollegen He Lifeng, um über das geplante Gipfeltreffen zu beraten. Peking hat bislang keine Anzeichen gezeigt, den Besuch trotz des Iran-Krieges verschieben zu wollen.

Klare Absage an Donald Trump: Friedrich Merz schließt deutsche Beteiligung aus

Bundeskanzler Friedrich Merz positionierte sich bereits am 13. März eindeutig gegen eine deutsche Beteiligung an militärischen Operationen in der Meerenge. Für ihn bestehe derzeit "keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken", erklärte der CDU-Vorsitzende. Der CDU-Politiker betonte die deutsche Neutralität im Konflikt unmissverständlich: Deutschland sei nicht Teil dieses Krieges "und wir wollen es auch nicht werden". Damit erteilte Merz den amerikanischen Forderungen nach europäischer Unterstützung eine deutliche Absage.

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