Wladimir Putin: Kremlchef "direkt" beteiligt - UN enthüllt systematische Entführung ukrainischer Kinder

Mehr als 1.200 Kinder sind laut aktuellen Erkenntnissen der UN während des Ukraine-Kriegs bereits nach Russland verschleppt worden. Der Staat plane Entführungen "systematisch", heißt es. Auch Wladimir Putin wisse darüber Bescheid.

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Wladimir Putin soll bei der Entführung ukrainischer Kinder nach Russland direkt involviert sein. (Foto) Suche
Wladimir Putin soll bei der Entführung ukrainischer Kinder nach Russland direkt involviert sein. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Alexander Zemlianichenko
  • UN stuft mutmaßliche Deportation ukrainischer Kinder durch Russland als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein
  • Entführungen seien durch den Staat systematisch geplant, auch Wladimir Putin sei "direkt" daran beteiligt
  • Von mindestens 1.205 verschleppten Kindern seien bislang 80 Prozent nicht in ihre Heimat zurückgekehrt

Russland soll in der Ukraine bereits zahlreiche grauenhafte Kriegsverbrechen begangen haben. Wegen der mutmaßlichen Deportation von mehr als 1.000 ukrainischen Kindern wurde im März 2023 vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ein Haftbefehl gegen Wladimir Putin erlassen. Nun stuften auch die Vereinten Nationen die mutmaßlichen Kindesentführungen erstmals alsVerbrechen gegen die Menschlichkeit ein.

Wladimir Putin "direkt" an Deportation von ukrainischen Kindern beteiligt laut UN

Das gab Erik Møse, Vorsitzender einer UN-Untersuchungskommission, vor dem Menschenrechtsrat in Genf bekannt, wie unter anderem "Politico" und "AOL" berichten. Die Ermittler dokumentierten mehr als 1.200 Fälle von deportierten oder zwangsweise umgesiedelten Kindern. Die "direkte Beteiligung" von Präsident Wladimir Putin sei dabei "von Anfang an sichtbar" gewesen.

Laut "Daily Star" zeichnete UN-Kommissar Pablo de Greiff im Podcast "Ukraine: The Latest" ein erschreckendes Bild der staatlichen Maschinerie hinter den Entführungen. Die Verschleppung sei "bewusst geplant" gewesen, das Völkerrecht werde "auf ziemlich systematische Weise verletzt". Von der Armee bis zu den Gerichten sei der gesamte russische Staatsapparat in die Verbrechen verstrickt.

Berichte über 1.205 verschleppte Kinder im Ukraine-Krieg - 80 Prozent kehrten bislang nicht zurück

Rund 80 Prozent der identifizierten Kinder seien bis heute nicht in die Ukraine zurückgekehrt. Viele Eltern wüssten nicht einmal, wo sich ihre Söhne und Töchter befinden. "Wir haben untersucht, welches institutionelle Netzwerk nötig ist, um 80 Prozent der Kinder von der Rückkehr abzuhalten", erklärte de Greiff. "Das erforderte gesetzgeberische Maßnahmen – und sie haben es getan."

Die offiziell dokumentierten 1.205 Fälle seien dabei nur "die Spitze des Eisbergs". Tatsächlich dürfte es noch weitaus mehr Verschleppungen gegeben haben. Während ukrainische Behörden von knapp 20.000 nach Russland und Belarus gebrachten Kindern ausgehen, nennt Daria Herasymchuk, Kiews Beauftragte für Kinderrechte, sogar Zahlen zwischen 200.000 und 300.000.

Russland dementiert Vorwürfe

Moskau weist sämtliche Anschuldigungen zurück und behauptet, die Kinder seien zu ihrem Schutz aus Kriegsgebieten evakuiert worden.

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