Wladimir Putin: Kreml-Chef droht Europa mit sofortigem Gas-Stopp
Neue Drohung aus Moskau: Russlands Präsident Wladimir Putin bringt einen sofortigen Gas-Lieferstopp nach Europa ins Spiel. Grund: Auf anderen Märkten lasse sich derzeit deutlich mehr Geld verdienen. Für Europa könnte das mitten in der Energiekrise einen neuen Preisschock zur Folge haben.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- Gas-Stopp im Gespräch: Wladimir Putin erwägt laut Interview, Gaslieferungen nach Europa sofort zu beenden.
- Neue Käufer locken: Wegen der Krise im Nahen Osten könnten andere Märkte höhere Preise zahlen.
- EU hat ohnehin Embargo geplant: Die Europäische Union will russisches Gas spätestens bis 2027 komplett verbannen.
Mitten in der angespannten Lage auf den Energiemärkten sorgt eine neue Aussage aus Moskau für Aufsehen. Russlands Präsident Wladimir Putin hat einen sofortigen Stopp der Gaslieferungen nach Europa ins Spiel gebracht. Über das drohende Gas-Aus berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur "Reuters".
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Putins Gas-Drohung: Europa droht der nächste Energie-Schock
In einem Interview mit dem russischen Staatsfernsehen erklärte der Kremlchef: "Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, jetzt sofort die Lieferungen für den europäischen Markt einzustellen." Die Botschaft: Russland könnte seine Energieexporte künftig stärker auf andere Regionen ausrichten.
Russia could halt gas supplies to Europe ‘right now,’ amid a spike in energy prices triggered by the Iran crisis, President Putin warned, linking the possible decision to the European Union wanting to ban purchases of Russian gas and liquefied natural gas https://t.co/lRKY1A6XYg pic.twitter.com/PLkqFHPdhv
— Reuters (@Reuters) March 5, 2026
Energiekrise im Nahen Osten treibt Preise nach oben
Als Grund nannte Putin die dramatische Lage auf den globalen Energiemärkten. Durch die Krise im Iran und die Spannungen im Nahen Osten sei die Nachfrage nach Gas stark gestiegen. Putin sagte dazu: "Kunden haben sich gefunden, die bereit sind, dasselbe Erdgas zu höheren Preisen zu kaufen."
Besonders die Blockade der Straße von Hormus sorgt weltweit für Nervosität. Rund 20 Prozent des globalen Flüssigerdgases werden durch diese wichtige Schifffahrtsroute transportiert. Gleichzeitig kam es in Katar nach Angriffen auf Energieanlagen zu Produktionsausfällen – ein schwerer Schlag für einen der wichtigsten LNG-Produzenten der Welt.
EU will russisches Gas ohnehin verbieten
Der Vorstoß aus Moskau kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Union bereits beschlossen hat, russisches Gas vollständig zu ersetzen. Bis Ende 2027 soll ein komplettes Gas-Embargo gelten. Kurzfristige LNG-Verträge mit Russland sollen sogar ab April 2026 verboten werden. Ein sofortiger Lieferstopp würde diesen Schritt faktisch vorwegnehmen.
Putin stellt klar: "Es ist einfach Geschäft"
Der Kremlchef betonte jedoch, hinter seinen Überlegungen stecke keine politische Botschaft. Wörtlich sagte Putin: "Das ist natürlich, hier gibt es keine politische Agenda – es ist einfach Geschäft." Wenn Europa ohnehin bald kein russisches Gas mehr kaufe, sei es für Russland sinnvoller, sich stärker auf neue Partner zu konzentrieren. Als weiterhin verlässliche Abnehmer innerhalb Europas nannte er ausdrücklich Ungarn und Slowakei.
Russland setzt auf neue Märkte – vor allem China
Seit Beginn der westlichen Sanktionen baut Russland seine Exportwege um. Besonders China rückt immer stärker in den Fokus. Auch große LNG-Projekte sollen neue Absatzmärkte erschließen, darunter das Projekt Arctic LNG 2 auf der Gydan-Halbinsel. Damit versucht Moskau, die Verluste im europäischen Markt zu kompensieren.
Russlands Marktanteil drastisch geschrumpft
Der Anteil russischen Gases am europäischen Markt ist in den vergangenen Jahren massiv eingebrochen, wie unter anderem der "Spiegel" berichtet. Vor dem Einmarsch in die Ukraine deckte Russland noch etwa 40 Prozent des Pipeline-Gases in der EU. Im vergangenen Jahr waren es laut EU-Angaben nur noch sechs Prozent. Norwegen, die USA und Algerien haben die entstandene Lücke weitgehend gefüllt.
Auch bei Flüssigerdgas zeigt sich ein Rückgang: Die EU importierte 2025 laut Eurostat russisches LNG im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro – etwa drei Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt beliefen sich die LNG-Einfuhren auf rund 46 Milliarden Euro, wobei der Großteil aus den Vereinigten Staaten stammte.
Der russische Gasriese Gazprom hat durch den Marktverlust massiv an Wert eingebüßt. 2007 zählte das staatlich kontrollierte Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 330 Milliarden Dollar noch zu den drei wertvollsten Konzernen weltweit. Heute liegt der Börsenwert bei nur noch rund 40 Milliarden Dollar.
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sba/bua/news.de/stg
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