Preis-Explosion an deutschen Tankstellen: Staat kassiert ab - Forderung nach Spritpreis-Bremse

Nachdem die Spritpreise infolge des Iran-Kriegs hierzulande stark gestiegen sind, verzeichnet der Staat höhere Steuereinnahmen. Der Präsident eines deutschen Automobilclubs übt scharfe Kritik daran und fordert Entlastungen für die Verbraucher.

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Tanken ist durch den Iran-Krieg in Deutschland deutlich teurer geworden. (Foto) Suche
Tanken ist durch den Iran-Krieg in Deutschland deutlich teurer geworden. Bild: picture alliance/dpa | Marcus Brandt
  • Spritpreise sind an deutschen Tankstellen durch den Iran-Krieg stark gestiegen
  • Präsident von Automobilclub Mobil in Deutschland kritisiert höhere Steuereinnahmen für den Staat
  • Bundesregierung soll laut Michael Haberland Spritpreis-Bremse wieder einführen

Der Krieg im Nahen Osten hat spürbare Folgen für deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher. An den Tankstellen sind in den vergangenen Tagen die Spritpreise rasant gestiegen. Ein Experte fordert daher nun, dass der Staat eingreift.

Mehr Geld für den Staat durch höhere Benzinpreise: Experte übt Kritik an Bundesregierung

Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland, geht mit der Bundesregierung hart ins Gericht.Der Staat bereichere sich auf Kosten der Autofahrer, so sein Vorwurf gegenüber "Bild". "Bei 2 Euro pro Liter nimmt sich der Staat 1,13 Euro an Steuern", rechnet Haberland vor.

Die Steuerbelastung beim Tanken ist enorm: Mineralölsteuer, Ökosteuer, CO2-Steuer sowie Mehrwertsteuer fallen an. Je höher der Benzinpreis, desto mehr Geld fließt in die Kasse von SPD-Finanzminister Lars Klingbeil. "Das ist ein Selbstbedienungsladen, das Geld in Form von Steuern sprudelt von allein", so Haberland gegenüber der "Bild" weiter. Allerdings bremsen die gestiegenen Spritpreise hierzulande auch das Wirtschaftswachstum.

Hintergrund:Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind momentan extrem hoch: Am Dienstag durchbrach Benzin die Zwei-Euro-Grenze, einen Tag später zog Diesel nach – und überholte sogar den Benzinpreis.

Präsident von Automobilclub fordert neue Spritpreis-Bremse wegen Iran-Krieg

Haberland verlangt eine sofortige Spritpreis-Bremse sowie das Aussetzen der CO2-Steuer. Er verweist auf den Sommer 2022, als der Staat während des Ukraine-Kriegs die Autofahrer um 17 bis 35 Cent pro Liter entlastete.

Auch der ADAC übt gegenüber der "Bild" Kritik – allerdings an der Mineralölwirtschaft, die gestiegene Rohölpreise weitergebe, obwohl die Tanklager noch mit günstiger eingekauftem Kraftstoff gefüllt seien. Die SPD hat laut "Bild" derweil beim Wirtschaftsministerium eine kartellrechtliche Prüfung der Spritpreise eingefordert. Darüber hinaus wurden dem Boulevardblatt zufolge bereits Krisenmechanismen im Finanzministerium aktiviert.

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