Friedrich Merz: Stürzt er Deutschland in die Katastrophe? Kanzler trifft Trump nach Kriegsdrohungen
Eigentlich wollte Friedrich Merz über Zölle und die Ukraine sprechen. Doch nach dem Militärschlag gegen den Iran steht plötzlich ein Krieg im Mittelpunkt und ein US-Präsident, der massive Eskalation ankündigt. Für den Kanzler wird der Auftritt im Oval Office zur heiklen Bewährungsprobe.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Merz trifft Trump in Washington – mitten im eskalierenden Iran-Krieg
- Trump kündigt massive militärische Schritte an
- Der Kanzler warnt vor Risiken – will aber Zölle und Ukraine nicht aus dem Blick verlieren
Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Montagabend in Washington (Ortszeit) eingetroffen, um US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu treffen. Es ist das zweite Zusammenkommen der beiden Regierungschefs. Doch die Vorzeichen haben sich dramatisch verändert. Drei Tage nach dem gemeinsamen Militärschlag der USA und Israels gegen den Iran hat sich der Konflikt zu einem Krieg ausgeweitet, der weite Teile der Nahost-Region erfasst. Dieses Thema wird das Gespräch dominieren – obwohl Merz ursprünglich den Handelsstreit um Zölle und die Lage in der Ukraine ganz oben auf seiner Agenda hatte. Für den Kanzler kommt erschwerend hinzu: Das Treffen im Oval Office ist zugleich Trumps erster öffentlicher Auftritt seit Beginn der Kampfhandlungen. Die US-amerikanischen Journalisten dürften den Präsidenten vor allem zum Iran-Einsatz befragen und Trump selbst will zu diesem Thema Stellung beziehen.
"Wir prügeln sie windelweich!" Trump kündigt massive Eskalation im Iran an
Der US-Präsident machte am Montag (02.03.2026) unmissverständlich klar, wie er den Konflikt führen will. "Wir prügeln sie windelweich", erklärte Trump. Gegenüber CNN kündigte er an: "Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen. Die große Welle kommt bald." Nach Angaben von Verteidigungsminister Pete Hegseth verfolgen die USA das Ziel, die iranische Raketenbedrohung sowie die Marine des Landes zu zerstören. Teheran dürfe keine Atomwaffen besitzen. Bereits jetzt wurden Teile der iranischen Führungsriege getötet, militärische Stützpunkte, Atomanlagen und Waffensysteme vernichtet. Trump rechnet mit einem Kriegsende in vier bis fünf Wochen, räumt aber ein, dass es länger dauern könne. Sowohl Trump als auch Hegseth beklagten mangelnde Unterstützung der europäischen Partner. Der Verteidigungsminister kritisierte die "traditionellen Verbündeten", die sich empört zeigten und "beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern".
Friedrich Merz warnt vor Eskalation – Erinnerung an gescheiterte Interventionen
Für den Bundeskanzler könnte das Treffen unangenehm werden. Merz hat zwar Verständnis für die Angriffe auf den Iran geäußert, sich jedoch nicht eindeutig dahinter gestellt. Kritik an den wichtigen Verbündeten USA und Israel vermied er, mahnte aber zugleich: "Das ist nicht ohne Risiko." Der Kanzler verwies auf die Ungewissheit, welche Eskalation die iranischen Gegenschläge in der Region auslösen könnten. Zudem stellte er infrage, ob militärische Eingriffe von außen tatsächlich einen politischen Wandel im Inneren des Landes bewirken können. Als Beispiele nannte er die US-Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen, die allesamt nicht zum erhofften Ergebnis führten. Dabei hatte Merz noch im Januar selbst das Ende der iranischen Führung vorhergesagt. Die israelischen Militärschläge gegen den Iran im vergangenen Jahr unterstützte er damals ausdrücklich: "Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle", sagte er im ZDF.
30 Minuten im Oval Office – dann hofft Merz auf echte Gespräche
Das Treffen beginnt um 17.15 Uhr deutscher Zeit mit einem 30-minütigen Termin im Oval Office. Erfahrungsgemäß können solche Begegnungen jedoch deutlich länger dauern. Im Anschluss ist ein gemeinsames Mittagessen geplant. Die Berater des Kanzlers setzen vor allem auf dieses Essen abseits der Kameras. Dort erhofft sich Merz die Gelegenheit, seine eigentlichen Anliegen anzusprechen. Beim Zollstreit will er dem US-Präsidenten eine klare Botschaft übermitteln: 15 Prozent auf EU-Importe seien die absolute Schmerzgrenze, der Handelskonflikt müsse beendet werden. Auch die Ukraine steht auf der Agenda des Kanzlers. Die Friedensbemühungen unter US-Vermittlung stagnieren, europäische Verbündete sind an den direkten Gesprächen zwischen Kiew und Moskau nicht beteiligt. Merz fordert eine engere transatlantische Zusammenarbeit im Verhandlungsprozess sowie verstärkten Druck auf Russland durch zusätzliche Sanktionen.
Harmonischer Auftakt im Juni – diesmal droht Eiszeit zwischen Trump und Merz
Beim ersten Besuch im vergangenen Juni verlief das Treffen noch ausgesprochen harmonisch. Trump bezeichnete Merz damals als "respektierten" und "guten Mann" und versprach eine "großartige Beziehung" zu Deutschland. Allerdings dominierte damals Trumps Streit mit Elon Musk die Begegnung – der Kanzler kam nur gelegentlich zu Wort. Diesmal könnte die Atmosphäre deutlich kühler ausfallen. Entscheidend wird Trumps Grundstimmung sein, heißt es aus Delegationskreisen. Nach dem Urteil des Supreme Courts, das einen Teil seiner Zölle für nichtig erklärte, plant der Präsident nun individuell teils höhere Abgaben.
Gespaltene Stimmung in Deutschland vor Merz-Trump-Treffen
Friedrich Merz gibt sich vor dem Treffen mit Trump gelassen. "Viele Grüße aus Washington. Gerade angekommen im Blair Haus, dem Gästehaus des Präsidenten", sagte der Bundeskanzler in einer Video-Botschaft auf Instagram. "22 Uhr in Washington, 4 Uhr morgens in Deutschland. Und morgen freuen wir uns auf die Begegnung mit dem amerikanischen Präsidenten. Viele Grüße. Guten Morgen, Deutschland!" In Deutschland ist die Stimmung jedoch gespalten:
- "Was für guten Morgen? Die Welt geht unter", schreibt ein Instagram-Nutzer.
- "Bitte halten Sie Deutschland aus der Iran Katastrophe raus. Auf lange Sicht wird das nämlich ein Desaster. Danke", heißt es in einem Kommentar.
- "Außerdem würde ich mich neben einem Verrückten wie Trump unwohl fühlen", meint ein anderer Instagram-Nutzer.
- "Ich würde mich garnicht darauf freuen", ist in einem weiteren Kommentar zu lesen.
- "Hoffentlich haben Sie Trump einen Friedenspreis mitgebracht, damit man ihm würdevoll für seinen Angriff auf den Iran gratulieren kann Völkerrecht interessiert die Bundesregierung ja sowieso nicht - oder nur dann, wenn es nicht die USA oder Israel betrifft", schreibt ein Instagram-Nutzer.
- "Großes Lob an Herrn Merz! Seine klaren Worte und seine entschlossene Haltung beeindrucken mich sehr. Weiter so", heißt es in einem Kommentar.
Ob der Washingtoner Spätwinter mit Minusgraden und Schneefall ein Omen für das Gespräch ist, wird sich zeigen.
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bua/sfx/news.de/dpa/stg
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