Kim Jong Un: Diktator droht mit "vollständigen Kollaps" - Militärparade ufert aus

Kim Jon Un sendet eine unmissverständliche Botschaft an US-Präsident Donald Trump. Während er seine Truppen bei einer gewaltigen Militärparade durch Pjöngjang ziehen lässt, sprach er davon, die Anzahl der Atomwaffen erhöhen zu wollen.

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Er wurde als Generalsekretär der Partei wiedergewählt: Kim Jong Un. (Foto) Suche
Er wurde als Generalsekretär der Partei wiedergewählt: Kim Jong Un. Bild: dpa/KCNA/KNS/Uncredited
  • Kim Jong Un feiert Wiederwahl mit gewaltiger Militärparade inPjöngjang
  • Drohung Richtung Donald Trump: Nordkorea will Atomwaffen-Kontingent ausbauen
  • Nordkorea-Diktator warnt Südkorea vor "vollständigen Kollaps"

Nordkorea-Diktator Kim Jong Un ist wie zu erwarten als Generalsekretär der regierenden Arbeitspartei wiedergewählt worden. "Er ist die einzige Persönlichkeit, die die Stärke und Unbesiegbarkeit unseres großen Staates (...) repräsentieren kann", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA aus dem Kongressbeschluss wenig später.

Nordkorea-Diktator lässt gewaltige Militärparade durchPjöngjang ziehen

Auf welche Art und Weise er das tut, davon konnte man sich bei der anschließenden Militärparade überzeugen, bei der tausende Soldaten durch Pjöngjang zogen. Am Rande der Feierlichkeiten sprach Kim Jon Un, der laut Geheimdiensten plant, seine Führung künftig an seine Tochter abzugeben, ein deutliches Machtwort in Richtung Donald Trump. Seine Botschaft ist unmissverständlich. 

Friedliche Koexistenz steht auf wackeligen Beinen

Zwar signalisierte er grundsätzliche Dialogbereitschaft mit den USA. Sollten die Vereinigten Staaten ihre "feindselige Politik" jedoch nicht aufgeben und Nordkoreas Status als Atommacht nicht akzeptieren, wäre eine friedliche Koexistenz nicht mehr gewährleistet, so Kim. "Die Aussichten der Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA hängen vollständig von der Haltung der Vereinigten Staaten ab", erklärt der Nordkorea-Diktator. 

Kim Jong Un sendet deutliches Signal an Donald Trump

Nordkorea hingegen sei nicht bereit, über seine Atompolitik zu verhandeln. Ganz im Gegenteil. Kim Jon Un versprach, seine Waffenarsenale einschließlich U-Boot-gestützter Interkontinentalraketen weiter aufzustocken. "Wir werden uns auf Projekte konzentrieren, die die Anzahl der Atomwaffen erhöhen und die nuklearen Einsatzmittel erweitern", so Kim Jon Un.

Leif-Eric Easley, Professor für internationale Studien an der Ewha-Frauenuniversität in Seoul sprach gegenüber der "Sun" über die Motivlage des Nordkorea-Machthabers: Er wolle der USA zeigen, dass man ihn nicht einfach so ausschalten könne, wie es zum Beispiel beim ehemaligen Präsidenten von Venezuela, Nicolás Maduro, der Fall war. "Die beabsichtigte Botschaft der Militärparade war, dass Pjöngjangs Waffen und die Bereitschaft, sie einzusetzen, bedeuten, dass das, was Venezuela und dem Iran angetan wurde , Nordkorea nicht angetan werden kann", so der Experte. 

Kim Jon Un warnt Südkorea vor "vollständigen Kollaps"

Aber nicht nur an die USA war die militärische Botschaft adressiert. Auch Südkorea wurde gewarnt. So habe Kim Jong Un Südkorea mit einem "vollständigen Kollaps" gedroht, falls die Sicherheit seines Landes bedroht wäre. Zudem wies er die Annäherungsversuche der südkoreanischen Regierung unter Präsident Lee Jae Myung als plumpe Täuschung zurück, wie Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete.

Kim machte die Äußerungen zum Abschluss eines Parteikongresses, der alle fünf Jahre tagt und als höchstes politisches Entscheidungsorgan des Landes gilt. Die gewaltige Militärparade schloss den Parteikongress feierlich ab. 

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/sfx/dpa/news.de

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