Wladimir Putin rüstet auf: Kreml-Chef schürt Angst vor Nato-Krieg nach Satellitenbilder-Beweis

In Finnland schrillen bereits die Alarmglocken: Unweit der Grenze zu Russland lässt Wladimir Putin derzeit ein heruntergekommenes Areal als neuen XXL-Stützpunkt herrichten, der Platz für 15.000 Soldaten bieten soll. Ein Zeichen, dass Putins Nato-Krieg unmittelbar bevorsteht?

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Wladimir Putin soll Berichten zufolge einen verlassenen Militärstützpunkt an der russisch-finnischen Grenze auf Vordermann bringen und für die Stationierung von bis zu 15.000 russischen Soldaten vorbereiten lassen. (Foto) Suche
Wladimir Putin soll Berichten zufolge einen verlassenen Militärstützpunkt an der russisch-finnischen Grenze auf Vordermann bringen und für die Stationierung von bis zu 15.000 russischen Soldaten vorbereiten lassen. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Wladimir Putin intensiviert Armee-Präsenz an Nato-Grenze
  • Militärstützpunkt in Karelien wird ausgebaut
  • Bald bis zu 15.000 Putin-Soldaten nahe der finnischen Grenze?

Dass Wladimir Putin seit knapp vier Jahren die Ukraine mit einem erbarmungslosen Angriffskrieg überzieht, ist der Einschätzung von Militärexperten noch lange nicht das Ende der sprichwörtlichen Fahnenstange: Es sei anzunehmen, dass der Kreml-Chef über kurz oder lang auch einen Krieg gegen die Nato vom Zaun brechen wird. Besonders an der Nato-Ostflanke beobachtet man mit Argusaugen, welche Schachzüge Russland bereits jetzt unternimmt.

Wladimir Putin rüstet massiv auf: Stützpunkt in Karelien für 15.000 russische Soldaten

Aktuell herrscht einem Bericht von "t-online.de"zufolge vor allem an der Grenze zwischen Russland und Finnland erhöhte Alarmbereitschaft. Jenseits der finnisch-russischen Grenze und damit an der Nato-Ostflanke, in der westrussischen Republik Karelien, laufen offenbar die Vorbereitungen für eine massive militärische Aufrüstung. Satellitenaufnahmen des finnischen Senders "Yle" dokumentieren demnach den Ausbau einer lange verlassenen Garnison unweit von Petrosawodsk in der Republik Karelien. Di Ausnahmen zeigten, dass große Waldflächen gerodet und militärische Fahrzeuge auf dem Gelände positioniert wurden. Im Oktober 2025 zählten Analysten mehr als 50 Lastwagen vor Ort.

Der Stützpunkt liegt rund 160 Kilometer von finnischem Territorium entfernt. Wladimir Putin ließ dort 2024 das 44. Armeekorps aufstellen. Nach Einschätzung des finnischen Militärexperten Marko Eklund könne dies darauf hindeuten, dass Putin in naher Zukunft bis zu 15.000 Soldaten an der Nato-Grenze stationieren könnte. Die renovierte Anlage soll künftig als Basis für diese neue Einheit dienen.

"Es scheint, als sei dort eine Art Wartungstruppe eingerichtet worden, oder es könnte sich sogar um die Anfänge einer Brigade von Truppen handeln, die in der Region Karelien aufgestellt werden soll", erklärte Eklund nach Auswertung der Aufnahmen. Der ehemalige Major diente lange im finnischen Militärgeheimdienst und beobachtet die russischen Streitkräfte seit über 25 Jahren.

Kreml lässt verwildertes Militärgelände auf Vordermann bringen

Die lokalen Behörden unterstützen das Vorhaben offen. Sie bezeichnen ihre Region als strategischen Außenposten gegenüber dem westlichen Verteidigungsbündnis. Der Ausbau erfolgt demnach auf direkte Anweisung von Präsident Wladimir Putin. Noch im Sommer 2024 präsentierte sich die Garnison im Stadtteil Rybka als heruntergekommenes, überwuchertes Areal. Zwar fanden dort gelegentlich Übungen statt, doch von einer funktionierenden Militärbasis konnte keine Rede sein. Das änderte sich im vergangenen Jahr grundlegend.

Wladimir Putin bekommt Rückenwind für Ausbau von heruntergekommenem Stützpunkt

Die Stadtverwaltung von Petrosawodsk folgt bei dem Ausbau einer direkten Anweisung des Kremls. Russische Medien berichten, dass Präsident Putin persönlich die Aufstockung der Truppenzahl angeordnet hat. "Unsere Region hat eine verantwortungsvolle Aufgabe erhalten: Sie soll der Vorposten unseres Landes an der Nato-Grenze sein. Unsere Aufgabe als Patrioten und Vertreter des Volkes ist es, dabei zu helfen", erklärte die Ratsvorsitzende Nadezhda Dreyzis im November gegenüber dem Nachrichtenportal "Karelinform".

Auch Kareliens Gouverneur Artur Parfentschikow engagiert sich für das Projekt. Er verhandelt mit Moskau über den Bau einer Gasleitung zum Militärdorf Tschalna nahe dem Luftwaffenstützpunkt. Zudem ist dort ein medizinisches Zentrum geplant. In einem Fernsehinterview betonte Parfentschikow, die ankommenden Soldaten würden auch Zivilisten anziehen – darunter viele junge Familien mit Kindern.

Wladimir Putin zieht Streitkräfte und Militärgerät an Nato-Ostgrenze zusammen

In der Region Karelien unterhält Russland schon jetzt erhebliche Streitkräfte. Rund 3.000 Soldaten sind dort stationiert, die meisten gehören zu den Luft- und Weltraumstreitkräften. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Besowez stehen 80 Kampfjets bereit – darunter moderne Su-35S sowie ältere Su-27-Maschinen. Zusätzlich lagern in Depots etwa 2.000 Panzer, Fahrzeuge und Artilleriegeschütze, größtenteils aus sowjetischer Produktion. Das Militär betreibt zudem mehrere große Radarstationen in der Gegend.

Weiter nördlich in Kandalakscha auf der Kola-Halbinsel ist der Truppenaufbau bereits deutlich weiter fortgeschritten. Dort entstehen in der Garnison Lupche-Sawino mehrere Großgebäude für eine Artillerie- und eine Pionierbrigade. Auch in der Region Luga südlich von Sankt Petersburg nahe der estnischen Grenze verstärkt Moskau seine Präsenz. Eine dort stationierte Brigade wurde zur Division aufgewertet – ihre Personalstärke soll sich auf 8.000 bis 10.000 Soldaten verdreifachen.

Wie groß ist die Bedrohung für die Nato durch Putins Aufrüstung? Nach dem Ukraine-Krieg wird's brenzlig

Trotz der massiven Aufrüstung sehen die finnischen Behörden derzeit keine akute Bedrohung. Solange der Konflikt in der Ukraine andauert, dienen die Garnisonen vorrangig der Ausbildung von Einheiten für die Ostfront. Der Großteil des neu aufgestellten 44. Armeekorps kämpft bereits in der Region Charkiw. Nach Kriegsende werde sich das Bild jedoch ändern, warnt der finnische Geheimdienst in einem im Januar 2026 veröffentlichten Bericht. Finnland werde dann zu einer der Hauptrichtungen, in die Russland seine Kapazitäten ausbaut. Die Fähigkeit Moskaus, militärisch gegen das Nachbarland vorzugehen, wachse stetig. Militärexperte Juha Kukkola von der Universität für Landesverteidigung in Helsinki mahnt zur Wachsamkeit: An der russisch-finnischen Grenze gebe es etwa zwölf Stellen, die sich für einen Einmarsch mit mechanisierten Einheiten eignen würden.

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