Katherina Reiche: Gasspeicherstände historisch niedrig - hat die Habeck-Nachfolgerin versagt?

Die deutschen Gasspeicher sind aktuell nur noch zu rund 30 Prozent gefüllt - ein historischer Tiefststand. Kein Grund zur Sorge? Die Grünen kritisieren CDU-Ministerin Reiche und fordern eine Sondersitzung im Bundestags-Ausschuss.

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Hat Katherina Reiche als Wirtschaftsministerin versagt? Aufgrund historisch niedriger Gasspeicherstände soll die CDU-Politikerin jetzt in einer Sondersitzung vor den Bundestags-Ausschuss zitiert werden. (Foto) Suche
Hat Katherina Reiche als Wirtschaftsministerin versagt? Aufgrund historisch niedriger Gasspeicherstände soll die CDU-Politikerin jetzt in einer Sondersitzung vor den Bundestags-Ausschuss zitiert werden. Bild: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
  • Gasspeicher in Deutschland nur zu 30 Prozent gefüllt
  • Hat Habecks Nachfolgerin versagt? Katherina Reiche am Pranger
  • Grüne wollen CDU-Ministerin vor Bundestags-Ausschuss zitieren

Die deutschen Gasspeicher haben einen kritischen Tiefststand erreicht. Aktuell liegt der Füllstand bei weniger als 30 Prozent – ein historisch niedriger Wert. Innerhalb nur eines Monats sanken die Reserven um 25 Prozent.

Hat die Habeck-Nachfolgerin versagt? Katherina Reiche im Kreuzfeuer der Kritik

Die Grünen reagieren mit einer politischen Offensive: Sie beantragen eine Sondersitzung des Bundestags-Ausschusses für Wirtschaft und Energie. Dabei soll Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) persönlich Rede und Antwort stehen. Der meteorologische Winter dauert noch mehrere Wochen an, während für weite Teile Deutschlands weiterhin eisige Temperaturen vorhergesagt werden. Der Heizbedarf bleibt entsprechend hoch - reichen Deutschlands Gasvorräte aus?

"Ministerin Reiche macht ihren Job nicht!" CDU-Politikerin wird vor Bundestags-Ausschuss gezerrt

Der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner erhebt schwere Vorwürfe gegen die Wirtschaftsministerin: "Ministerin Reiche macht ihren Job nicht", so Kellner. "Das Ministerium wiegelt ab. Sie hoffen aufs Wetter, doch die Lage ist angespannt", kritisierte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Im Antrag der Grünen für die Sondersitzung wird die Situation als besorgniserregend dargestellt. Neben dem enormen Heizbedarf der Privathaushalte benötige auch die deutsche Industrie weiterhin große Mengen Gas. Die Partei warnt zudem vor steigenden Gaspreisen. Ein Versorgungsengpass – auch durch politisch unzuverlässige Lieferländer – müsse unbedingt verhindert werden.

Grüne verlangen Antworten zur Winterstrategie angesichts knapper Gasvorräte

Kellner fordert konkrete Auskünfte vom Wirtschaftsministerium. "Wir wollen wissen, was das Ministerium unternimmt, um gut durch den Winter zu kommen", erklärte er. Besonders interessiert die Grünen, welche Maßnahmen im Ministerium der Nachfolgerin von Robert Habeck geplant sind, um die Speicher zeitnah wieder aufzufüllen.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Abhängigkeit von amerikanischem Flüssiggas. "Wie schätzt die Bundesregierung die Abhängigkeit von Trump bei LNG ein?", fragte Kellner. Die Grünen sehen offenbar Risiken in der Lieferbeziehung zu den USA unter der aktuellen Regierung. Zudem drängen sie auf eine rasche Anpassung der bestehenden Regelungen zur Speicherbefüllung.

Deutschland Gasspeicher nur zu 30 Prozent gefüllt - wie kommen wir durch den Winter?

Das Bundeswirtschaftsministerium gibt sich gelassen und verweist auf veränderte Rahmenbedingungen. Im Gegensatz zu früheren Jahren stünden mittlerweile schwimmende Flüssiggasterminals zur Verfügung. "Die inzwischen gut ausgebaute LNG-Infrastruktur in Deutschland und Europa ermöglicht neben der bestehenden und sicheren Hauptversorgung durch norwegisches Pipelinegas die notwendigen Importe nach Deutschland. Die Gasversorgung ist sichergestellt", teilte das Ministerium mit.

Auch die Bundesnetzagentur bewertet die Lage als stabil. Präsident Klaus Müller relativierte die Bedeutung der Speicherstände: "Die Erdgasspeicher sind weiterhin wichtig, aber sind nicht mehr der allein entscheidende Indikator." Gleichzeitig sprach er sich für den Aufbau einer strategischen Gasreserve aus.

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