TikTok und Instagram erst ab 16 Jahren: CDU plant Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche

Die CDU will Ernst machen: Wer unter 16 ist, soll künftig keinen Zugang mehr zu TikTok, Instagram und Facebook bekommen. Ein Antrag für den Bundesparteitag fordert eine verpflichtende Altersverifikation nach australischem Vorbild.

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Wenn es nach der CDU geht, sind Social-Media-Accounts für Kinder unter 16 Jahren in Deutschland bald tabu. (Foto) Suche
Wenn es nach der CDU geht, sind Social-Media-Accounts für Kinder unter 16 Jahren in Deutschland bald tabu. Bild: Adobe Stock / Seventyfour
  • CDU plant Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche in Deutschland
  • TikTok, Instagram und Co. erst ab 16 Jahren laut Antrag der Christdemokraten
  • Australien macht's vor: 5 Millionen Kinderkonten in sozialen Netzwerken gesperrt

Die CDU will Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verwehren. Ein entsprechender Antrag des Landesverbands Schleswig-Holstein liegt für den Bundesparteitag am 20. und 21. Februar vor, wie die"Bild" berichtet.

CDU fordert Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Der Vorstoß sieht ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für offene Plattformen vor. Betroffen wären Dienste wie TikTok, Instagram und Facebook. Nutzer müssten künftig ihr Alter verbindlich nachweisen. Die Antragsteller fordern eine verpflichtende Altersverifikation, um eine klare Schutzgrenze für junge Menschen zu schaffen. Die Delegierten können beim Parteitag über den Vorschlag abstimmen.

TikTok, Instagram und Co. erst ab 16 - Linnemann warnt vor "verheerenden Folgen" sozialer Medien

Die Partei begründet ihren Vorstoß mit dem Schutz von Minderjährigen vor Hass, Hetze und psychischem Druck im Internet. Auch Mobbing und der Einfluss schädlicher Inhalte sollen eingedämmt werden. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann stellt sich hinter die Initiative. "Kinder haben ein Recht auf Kindheit", betont er. In sozialen Netzwerken seien sie Inhalten ausgesetzt, "die sie nicht einordnen und verarbeiten können". Der Politiker warnt vor gravierenden Konsequenzen: Kinder mit hohem Internetkonsum würden vermehrt unter Depressionen und Einsamkeit leiden. Zudem nehme ihre soziale Kompetenz ab. "Wer nur noch im Netz das Sozialisieren erlernt, verlernt es in der Realität", so Linnemann.

Kein Social Media unter 16 Jahren: Australien und Frankreich als Vorbilder

Die CDU orientiert sich bei ihrem Vorstoß an internationalen Beispielen. Australien hat bereits ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis 16 Jahre eingeführt. Die Plattformbetreiber reagierten dort konsequent und sperrten knapp fünf Millionen Konten von Kindern. Auch Frankreich geht einen ähnlichen Weg. Das Parlament verabschiedete dort ein Verbot für soziale Netzwerke bis zum Alter von 15 Jahren. Die Antragsteller aus Schleswig-Holstein sehen im australischen Modell ein geeignetes Vorbild für eine vergleichbare Gesetzesinitiative in Deutschland.

CDU fordert Klarnamenpflicht und Digitalabgabe in sozialen Netzwerken

Neben dem Altersverbot will die Partei die großen Plattformen stärker regulieren. Die Algorithmen sollen transparent werden, damit Nutzer nachvollziehen können, warum ihnen bestimmte Inhalte angezeigt werden. Zusätzlich fordert die CDU eine Digitalabgabe für große Online-Plattformen. Auch eine Klarnamenpflicht steht auf der Agenda. Diese soll für mehr Verbindlichkeit sorgen, die Rechtsdurchsetzung erleichtern und das Vertrauen in digitale Diskussionen stärken.

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