Wladimir Putin: Verbündeter fällt ihm in den Rücken - Trump-Deal könnte zum Problem werden

Nachdem er das Land mehrfach für seine Ölgeschäfte mit Moskau kritisiert und mit Strafzöllen belegt hatte, hat sich Donald Trump nun offenbar auf einen Deal mit Indien geeinigt. Dies könnte zum Problem für Wladimir Putin werden.

Erstellt von - Uhr

Kremlchef Wladimir Putin (l.) könnte durch einen Deal zwischen Donald Trump (r.) und Indien Probleme bekommen. (Foto) Suche
Kremlchef Wladimir Putin (l.) könnte durch einen Deal zwischen Donald Trump (r.) und Indien Probleme bekommen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jae C. Hong
  • Donald Trump berichtet über neuen Deal mit Indien
  • Reziproke Zölle gegen das Land sollen laut US-Präsident von 25 auf 18 Prozent gesenkt werden
  • Ölgeschäfte zwischen Russland und Indien sollen dadurch gestoppt werden

Ist das ein weiterer Nackenschlag für Wladimir Putin? Laut Angaben von US-Präsident Donald Trump könnte ein Verbündeter dem Kremlchef weitere Probleme bei der Finanzierung des Ukraine-Kriegs bereiten. Hintergrund ist ein neuer Deal zwischen Washington und Neu-Delhi.

Donald Trump will Zölle auf indische Produkte senken

Trump hat angekündigt, Zölle auf den Import indischer Produkte zu senken. In einem Post auf seiner Plattform Truth Social sprach er davon, die von ihm verhängten sogenannten reziproken Zölle gegen das Land von 25 auf 18 Prozent zu reduzieren. Als solche bezeichnet Trump Zölle, die angebliche Ungleichgewichte und Benachteiligungen für die USA im internationalen Handel ausgleichen sollen.

Im Gegenzug habe der indische Regierungschef Narendra Modi in einem Telefonat zugesagt, seine Zölle und andere Handelshemmnisse für US-Produkte auf null zu reduzieren und deutlich mehr amerikanische Güter zu kaufen – unter anderem Energie, Technologie und Agrarprodukte im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar (etwa 422 Milliarden Euro). Trump sprach von einem "Handelsdeal".

Wird Trump-Deal zum Problem für Wladmir Putin?

Der US-Präsident verband die Ankündigung in seinem Post mit der Aussage, dass Modi zugestimmt hätte, kein russisches Öl mehr zu kaufen und stattdessen deutlich mehr Öl aus den USA und möglicherweise Venezuela zu beziehen:

  • "Dies wird dazu beitragen, den Krieg in der Ukraine zu beenden, der derzeit andauert und in dem jede Woche Tausende von Menschen sterben!", so Trump weiter.

Der US-Präsident hatte allerdings bereits im Oktober verkündet, Modi habe ihm versichert, dass sein Land kein Öl mehr aus Russland kaufen werde. Indien zeigte sich damals zu höheren Energieimporten aus den USA bereit, ließ aber offen, ob es seine umstrittenen Öleinfuhren aus Russland stoppen wird. Auch dieses Mal äußerte sich der indische Premierminister auf der Plattform X zwar erleichtert, dass die Zölle sinken sollen, ließ aber erneut im Unklaren, ob Indien tatsächlich kein Öl mehr aus Russland beziehen wird.

Beide betonten ihre gegenseitige Freundschaft. Die Führungsrolle Trumps sei entscheidend für globalen Frieden, Stabilität und Wohlstand, schrieb Modi. "Indien unterstützt seine Bemühungen um Frieden voll und ganz." Er freue sich darauf, eng mit ihm zusammenzuarbeiten, um die Partnerschaft auf ein noch nie dagewesenes Niveau zu heben.

US-Präsident kritisierte Indien wegen Ölhandel mit Russland

Trump hatte die Regierung in Neu-Delhi zuvor mehrfach wegen ihrer Ölgeschäfte mit Moskau kritisiert - und Importe aus Indien deshalb auch im August mit zusätzlichen Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent belegt. Bereits zuvor hatte er sogenannte reziproke Zölle gegen Indien in Höhe von 25 Prozent verhängt - auf diese bezieht sich Trump in seinem Post.

Seine Ankündigung zur Reduzierung der "reziproken Zölle" erfolgte nun einige Tage nach der Erklärung Indiens und der EU, dass sie ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hätten. Das wurde auch vor dem Hintergrund der aggressiven Handels- und Zollpolitik Trumps als geopolitisch bedeutsamer Schritt gewertet.

Auch diese News aus Russland und den USA könnten Sie interessieren:

/ife/kns/roj/news.de/dpa

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.