Prinz Harry vs. Donald Trump: Königssohn tobt vor Wut - diese Worte von "The Don" waren zu viel

Donald Trumps jüngste despektierliche Bemerkungen über Nato-Soldaten in Afghanistan sorgen international für Empörung. Nun platzt auch Prinz Harry, selbst Afghanistan-Veteran, der Kragen: In einem Statement rechnet der Königssohn mit Trump ab.

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Nach Donald Trumps Aussagen zu Nato-Soldaten in Afghanistan veröffentlichte Prinz Harry ein ungewohnt deutliches Statement, in dem er mit dem US-Präsidenten abrechnete. (Foto) Suche
Nach Donald Trumps Aussagen zu Nato-Soldaten in Afghanistan veröffentlichte Prinz Harry ein ungewohnt deutliches Statement, in dem er mit dem US-Präsidenten abrechnete. Bild: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
  • Donald Trump sorgt mit verächtlicher Aussage zu Nato-Soldaten in Afghanistan für internationale Empörung
  • US-Präsident: "Nato-Truppen blieben in Afghanistanetwas abseits der Frontlinien"
  • Afghanistan-Veteran Prinz Harry platzt der Kragen - Königssohn rechnet in Statement ab

US-Präsident Donald Trump hat mit Äußerungen über Nato-Verbündete in Afghanistan heftige Reaktionen in Europa ausgelöst. In einem Interview mit dem Sender Fox News behauptete der Republikaner, die USA hätten das Verteidigungsbündnis nie gebraucht. Zwar hätten andere Nato-Staaten nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Truppen entsandt, diese seien jedoch "etwas abseits der Frontlinien" geblieben.

Internationale Empörung nach Donald-Trump-Aussagen zu Nato-Soldaten in Afghanistan

Die Aussagen sorgen vor allem in Großbritannien und Polen für Empörung. Beide Länder verloren hunderte Soldaten im Afghanistan-Einsatz, nachdem die USA erstmals in der Nato-Geschichte den Bündnisfall nach Artikel 5 ausgerufen hatten. Prominente Stimmen wie Prinz Harry und Premierminister Keir Starmer wiesen die Darstellung des US-Präsidenten scharf zurück und forderten Respekt für die gefallenen Verbündeten.

Prinz Harry rechnet mit US-Präsident ab und veröffentlicht empörtes Statement

Der Herzog von Sussex meldete sich kurz nach Trumps Aussagen mit einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme zu Wort. "Ich habe [in Afghanistan] gedient, ich habe Freunde fürs Leben getroffen. Und ich habe Freunde verloren", erklärte der Herzog von Sussex der BBC zufolge, der als Soldat selbst zweimal in Afghanistan stationiert war. Prinz Harry erinnerte daran, dass die Nato 2001 erstmals und einmalig in ihrer Geschichte den Bündnisfall ausgerufen hatte. "Die Verbündeten haben diesem Ruf Folge geleistet", betonte er. Tausende Leben seien für immer verändert worden, Eltern hätten ihre Kinder begraben müssen. "Diese Opfer verdienen, dass man mit Wahrhaftigkeit und Respekt über sie spricht."

Der in Kalifornien lebende Royal hatte sich zuletzt mit Kritik an Trump zurückgehalten. Zeitweise geriet er ins Visier der MAGA-Bewegung, die nach seinem Drogengeständnis in seiner Autobiografie eine Überprüfung seines Aufenthaltsstatus forderte.

Briten-Premier Starmer fordert Entschuldigung von Trump

Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete Trumps Äußerungen als "beleidigend" und "entsetzlich". Es überrasche nicht, "dass sie den Angehörigen der Getöteten und Verletzten und tatsächlich im ganzen Land so viel Schmerz bereitet haben", sagte er. Hätte er selbst sich derart falsch ausgedrückt, würde er sich entschuldigen. Ein britischer Regierungssprecher betonte, der US-Präsident habe die Rolle der Nato-Truppen "zu Unrecht" heruntergespielt. 457 Briten hätten bei den Einsätzen ihr Leben verloren. Ihr Opfer sei im Dienst der kollektiven Sicherheit und als Reaktion auf einen Angriff auf den Verbündeten gebracht worden. Auch Angehörige reagierten bestürzt. Die Mutter eines britischen Veteranen nannte Trumps Worte "so beleidigend, so schwer zu ertragen".

Polnischer General attackiert Trump persönlich nach Afghanistan-Aufschrei

Auch in Polen stießen die Aussagen des US-Präsidenten auf scharfen Widerspruch. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz stellte klar, dass polnische Soldaten für die internationale Sicherheit in Afghanistan und im Irak ihr Leben gelassen hätten. "Dieses Opfer wird nie vergessen werden und darf nicht herabgewürdigt werden", erklärte er. General Roman Polko, selbst Veteran beider Einsätze, widersprach Trump im Sender TVN24 direkt. 43 polnische Soldaten und ein Zivilangestellter der Armee seien in Afghanistan gefallen, weitere 22 im Irak. "Und natürlich waren wir in der vordersten Linie", betonte er. Polko wurde dabei auch persönlich: "Liebe Veteranen, lasst euch nicht beleidigen von einem Mann, der sich wegen eines Fersensporns vor dem Wehrdienst gedrückt hat" – eine Anspielung auf Trumps Verhalten während des Vietnam-Kriegs.

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