Donald Trump: Gefahr neuer Kriege - darum darf er Grönland auf keinen Fall bekommen
Donald Trump will Grönland um jeden Preis. Auch wenn die Arktisinsel für Europa militärisch und wirtschaftlich aktuell nicht allzu bedeutsam ist, darf sich der Wunsch des US-Präsidenten auf keinen Fall erfüllen. Sonst wären die Folgen weltweit fatal. Ein Kommentar.
Von news.de-Redakteur Martin Gottschling - Uhr
Suche
- Donald Trump würde mit einer gewaltsamen Übernahme Grönlands die Welt unsicherer machen
- Obwohl die Insel wirtschaftlich und militärisch für Europa aktuell nur eine geringe Bedeutung hat, muss man sich im Westen deshalb geschlossen gegen Trumps Pläne stellen
- Trump gefährdet mit seinem Verhalten die Demokratien weltweit und stärkt Autokraten
Es wäre eine historische Zäsur in den internationalen Beziehungen: Falls die USA die zu Dänemark gehörende Insel Grönland mit militärischen Mitteln erobern würde, bedeutete dies wohl auch das Ende der Nato. Die westlichen Partner müssen sich nun geschlossen gegen Donald Trump stellen. Denn egal, wie unbedeutend die Arktisinsel in mancher Hinsicht auch sein mag, die Folgen wären weltweit fatal.
Für Europa verzichtbar? Warum Donald Trump Grönland trotzdem nicht bekommen darf
Wie die "Bild"in einem aktuellen Artikel schreibt, sei Grönland für Europa im Grunde genommen wirtschaftlich und militärisch verzichtbar. Es gibt bereits eine US-Militärbasis auf der Arktisinsel, und die EU sowie Großbritannien würden den Verlust des Handels mit Grönland kaum spüren. Der Abbau von Rohstoffen durch die USA könnte laut dem Boulevardblatt stattdessen sogar Europa mehr Unabhängigkeit von Importen aus Russland und China verschaffen. Doch diese Umstände dürfen nicht dazu dienen, gegenüber Trump klein beizugeben. Der amtierende US-Präsident hat in der Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt, dass er unberechenbar ist. Es ist nicht garantiert, dass die Vereinigten Staaten auch in Zukunft ein verlässlicher Handelspartner bleiben. Das haben zuletzt auch die Zolldrohungen gegen Länder, die sich seinen Wünschen entgegenstellen, offenbart.
Gewaltsame Grönland-Übernahme der USA würde weitere Kriege auf der Welt wahrscheinlicher machen
Noch viel wichtiger ist jedoch: Trump würde mit der Übernahme Grönlands die Welt insgesamt unsicherer machen. Die "Bild" spricht in diesem Zusammenhang richtigerweise von einem "schlimmen Signal an Moskau und Peking". China könnte Taiwan angreifen und sich dabei auf das Handeln der USA berufen. Auch Wladimir Putin könnte die gewaltsame Verschiebung von Grenzen in der Ukraine künftig leichter rechtfertigen. Eine Annexion Grönlands würde Autokraten und Diktatoren weltweit stärken und weitere Kriege deutlich wahrscheinlicher werden lassen. Das kann nicht im Sinne der westlichen Demokratien sein - auch nicht der USA.
Donald Trump untergräbt die Demokratie und stellt sich gegen die Mehrheit der Grönländer
Eine merkwürdige Argumentation, warum dieAbspaltung Grönlands von Dänemark möglicherweise nicht so schlimm wäre, liefert auch Historiker Michael Wolffsohn, den die "Bild" in ihrem Artikel zitiert. Er moniert, dass sich die Grönländer 1982 zunächst von der EU lossagten und später gespalten in der Frage gewesen seien, ob sie sich auch unabhängig von Dänemark machen wollten. "Jetzt heißt der Begriff für sie: sicher sein vor den Amerikanern. Ich nenne sowas Heuchelei." Doch es ist ganz gewiss keine "Heuchelei". Weder die EU noch Dänemark haben in den vergangenen Jahrzehnten so offen wie die USA mit einer gewaltsamen Übernahme Grönlands gedroht. Der Insel wurden nach demokratischen Abstimmungen weitgehende Autonomierechte eingeräumt. Nun jedoch würde sich Trump klar über den Willen der Mehrheit hinwegsetzen: Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, über die der "Deutschlandfunk" berichtet, lehnen 85 Prozent der Grönländer eine Übernahme durch die USA ab.
Auch diese News zur US-Politik könnten Sie interessieren:
- "Akt großer Dummheit" - US-Präsident wütet wegen Briten-Deal
- Nobelpreis-Zoff eskaliert weiter - US-Präsident poltert gegen Norwegen
- "Handels-Bazooka" oder Zoll-Hammer - so könnte sich die EU gegen ihn wehren
- "Intelorant, respektlos, würdelos" - Ex-SPD-Chef teilt gegen Trump aus
- CDU-Politiker erwägt Boykott nach Trump-Drohung gegen Grönland
gom/bos/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.