Aufnahmezusage für Afghanen widerrufen: "Schäbig" - Linken-Politikerin verurteilt Merz-Regierung
Über 2.300 Afghanen wurde von der Ampel-Regierung versprochen, in Deutschland aufgenommen zu werden. Viele von ihnen dürfen aber nicht einreisen. Für die Entscheidung der aktuellen Regierung hagelt es Kritik.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Einreisestopp für Afghanen: Aufnahmezusage für über 2.300 Menschen widerrufen.
- Ampel-Regierung versprach tausenden Afghanen in Pakistan, nach Deutschland kommen zu dürfen.
- Clara Bünger (die Linke) kritisiert die Entscheidung der aktuellen Bundesregierung.
Tausende Afghanen hatten bereits die Bestätigung, nach Deutschland kommen zu dürfen. Jetzt dürfen sie dennoch nicht einreisen. Fast die Hälfte von 2.308 Afghanen, die zum Zeitpunkt der Regierungsübernahme von Schwarz-Rot mit einer Aufnahmezusage aus Zeiten der Ampel-Regierung in Pakistan lebten, sollen nicht mehr nach Deutschland kommen dürfen. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf Antworten der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken.
Zusage widerrufen: Bundesregierung stoppt Einreise von Afghanen
Demnach sind seit Antritt der jetzigen Bundesregierung im Mai vergangenen Jahres 788 Afghanen nach Deutschland gekommen, rund 410 weitere Personen befinden sich noch im Ausreiseverfahren. Die persönlichen Anhörungen, mit denen mögliche Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden sollen, sind laut Regierung bis auf wenige Einzelfälle abgeschlossen. Die Antworten liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.
Anfang Mai hatte die Bundesregierung von Union und SPD nach Amtsantritt die Aufnahmeprogramme für Menschen aus Afghanistan vorerst gestoppt. Einige der Betroffenen klagten, in den vergangenen Wochen kamen mehrere hundert Afghaninnen und Afghanen mit Aufnahmezusage per Flugzeug von Pakistan nach Deutschland. Sie mussten aber Sicherheitsüberprüfungen durchlaufen. Hunderte Afghaninnen und Afghanen erhielten hingegen Absagen für eine Einreise.
Linken-Politikerin Bünger kritisiert Vorgehen der Merz-Regierung
Die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Clara Bünger, kritisierte das Vorgehen der Regierung. "Dass die Bundesregierung die Hälfte der gefährdeten Afghaninnen und Afghanen, denen eine Aufnahme durch die Bundesrepublik Deutschland versprochen worden war, einfach fallen lässt, ist verantwortungslos, schäbig und menschlich unerträglich", sagte sie der «Neuen Osnabrücker Zeitung".
Die Betroffenen seien seit Jahren vor dem Hintergrund der geplanten Aufnahme in Pakistan mit deutscher Unterstützung untergebracht und versorgt worden, sagte Bünger. "Da kann die Bundesregierung doch nicht einfach behaupten, sie trage keine Verantwortung und die Menschen dem menschen- und frauenverachtenden Willkürregime der Taliban überlassen."
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bos/mlk/news.de/dpa
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