Ukraine-General: Rasantes Soldatensterben in Putins Armee? General spricht von erfolgreicher Strategie

Wendepunkt im Ukraine-Krieg. Ein ukrainischer General berichtet über die erfolgreiche Strategie des Militärs, wodurch die Verluste für Russland deutlich zunehmen. Offenbar fallen an der Front mehr Soldaten, als Putins Armee rekrutieren kann.

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Die Ukraine widersetzt sich den Angriffen von Putins Truppen. (Foto) Suche
Die Ukraine widersetzt sich den Angriffen von Putins Truppen. Bild: picture alliance/dpa/Russian Presidential Press Service via AP | Uncredited
  • Ukrainischer General zieht Bilanz: Russlands Verluste nehmen zu.
  • Strategie soll Niederlage durch Putins Truppen verhindert haben.
  • Russland soll angeblich schneller Soldaten verlieren, als der Kreml neue Kämpfer rekrutieren kann.

Der ukrainische Armeechef General Oleksandr Syrsky zieht eine vernichtende Bilanz für Russlands Kriegsführung im Jahr 2025. In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung betonte er, dass die ukrainische Strategie erfolgreich sei, um Putins Truppen auszuschalten.

Ukraine verhindert Niederlage durch Putins Truppen: Immense Verluste für Russland

Er bezifferte die russischen Verluste auf mindestens 418.000 getötete oder schwer verwundete Soldaten, berichtet das Nachrichtenportal "Kyiv Post" unter Berufung auf die Erklärung. Unabhängige Beobachter sowie das britische Verteidigungsministerium kommen auf ähnliche Schätzungen. Dem gegenüber stehen minimale territoriale Zugewinne: Russische Truppen eroberten zwischen 5.000 und 5.500 Quadratkilometer – weniger als ein Prozent des ukrainischen Staatsgebiets. Für diese Fläche, etwa vergleichbar mit einer mittelgroßen englischen Grafschaft, setzte Moskau etwa zwischen 600.000 und 700.000 Soldaten ein.

"Das vergangene Jahr war eine große Prüfung für uns", erklärte Syrsky. "Der russische Aggressor wollte den Krieg gegen die Ukraine beenden – aber er plante, ihn mit unserer Niederlage zu beenden und uns seine Bedingungen aus einer Position der Stärke aufzuzwingen." Dies sei nicht gelungen.

Putins Eroberungspläne gescheitert

Die russische Militärführung hatte sich für 2025 ehrgeizige Ziele gesetzt. Laut Syrsky plante der Kreml die vollständige Einnahme der vier südlichen und östlichen Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja. Zusätzlich stand die strategisch wichtige Hafenstadt Odessa auf der Eroberungsliste. Keines dieser Ziele wurde auch nur annähernd erreicht. Die ukrainischen Streitkräfte verhinderten kritische Durchbrüche und zwangen den Gegner wiederholt, geplante Operationen zu verschieben. "Wir haben dem Feind keine kritischen Durchbrüche erlaubt, seine Pläne vereitelt und ihn mehrfach gezwungen, die Termine geplanter Operationen zu verschieben", so der Armeechef. Die russischen Truppen setzten dabei vorwiegend auf infanterielastige Nahkampftaktiken mit kurzer Reichweite – eine Strategie, die angesichts der hohen Verluste zunehmend an ihre Grenzen stößt.

Drohnen vereiteln Russlands russische Großoffensiven im Ukraine-Krieg

Die hohen russischen Verluste gehen maßgeblich auf den massiven Einsatz unbemannter Fluggeräte zurück. Nach Angaben ukrainischer Drohnenoperatoren verursachen First-Person-View-Drohnen, Bomber- und Aufklärungsdrohnen mittlerweile mindestens die Hälfte aller getöteten und verwundeten russischen Soldaten. Was als Notlösung begann, entwickelte sich zur Hauptwaffe: Ende 2023 führte ein US-Embargo auf Artilleriemunition zu akutem Feuerkraftmangel an der Front. Die Ukraine reagierte mit einer massiven Eigenproduktion von Drohnen. Heute stammen zwischen 95 und 99 Prozent der eingesetzten Fluggeräte aus heimischer Fertigung.

Ukrainische Kampfeinheiten berichten in Videos von dichten Drohnenschwärmen über den Gefechtsfeldern. Laut Syrsky zwang diese tödliche Verteidigungsstrategie den Kreml mehrfach dazu, geplante Großoffensiven zu verschieben oder ganz abzusagen – weil den Sturmeinheiten schlicht die Soldaten ausgingen.

Russische Soldaten sterben schneller, als Moskau für Nachschub sorgen kann?

Die ukrainische Militärführung verkündet einen potenziellen Wendepunkt im Zermürbungskrieg. Diese betrifft Verluste auf russischer Seite, die einem neuem Tempo folgen sollen. Zum ersten Mal seit Kriegsbeginn töte und verwunde die Ukraine russische Soldaten schneller, als der Kreml neue Kämpfer anwerben könne, behauptet der General erneut. Für seine Aussage gibt es aber keine validen Beweise.

Unabhängige Analysten halten diese Einschätzung für möglicherweise zutreffend. Dass russische Einheiten zeitweise verheerende Verluste erleiden, ist vielfach dokumentiert – häufig durch Videoaufnahmen ukrainischer Drohnenschwärme, die russische Infanterie im offenen Gelände angreifen.

Sollte sich dieses Verhältnis bestätigen, könnte es für Moskau zum kritischen Problem werden. Die russische Führung ist darauf angewiesen, kontinuierliche Geländegewinne vorzuweisen, um den Anschein eines langsamen, aber unaufhaltsamen Sieges aufrechtzuerhalten. Moskau bestreitet jedoch jegliche Rekrutierungsprobleme und behauptet weiterhin, ausreichend Freiwillige für den Einsatz in der Ukraine zu finden. Unklar ist auch, wie hoch die Verluste wirklich ausfallen. Offizielle Berichte dazu gibt es nicht.

Gegenoffensiven bei Pokrowsk gelungen: Ukraine erschöpft Putins Armee

Trotz der russischen Initiative gelangen den ukrainischen Streitkräften 2025 auch eigene Gegenangriffe. Besonders sichtbar wurden diese im östlichen Frontabschnitt nahe der Stadt Pokrowsk, die seit Mitte 2023 als erklärtes russisches Hauptziel gilt. Das zeigt ein Fall: Ukrainische Truppen gelang es im Juli und August 2025 bei Kämpfen um das Dorf Dobropillja nordöstlich von Pokrowsk Hunderte russische Infanteristen einzukesseln und zu vernichteten. So sollen zuletzt 700 russische Streitkräfte einer einzigen Einheit bei schweren Kämpfen gefallen sein. "Dieses Jahr hat bewiesen: Wir sind in der Lage, den Feind systematisch zu erschöpfen und sein Potenzial erheblich zu reduzieren", bilanzierte Syrsky. Die ukrainischen Personalverluste sanken seinen Angaben zufolge 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent.

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