Donald Trump will Grönland: "The Don" hegt Kaufabsichten für Arktisinsel - US-Militäreinsatz "jederzeit Option"

Donald Trump will sich Grönland um jeden Preis unter den Nagel reißen - nun wird in den USA mit der Idee kokettiert, die autonome Arktisinsel zu kaufen. Das Weiße Haus droht zudem mit einem "Einsatz des US-Militärs", um Trumps Traum zu verwirklichen.

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Donald Trump will seinen Traum, Grönland den USA einzuverleiben, um jeden Preis wahr machen - notfalls mit militärischer Gewalt. (Foto) Suche
Donald Trump will seinen Traum, Grönland den USA einzuverleiben, um jeden Preis wahr machen - notfalls mit militärischer Gewalt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump will Grönland um jeden Preis
  • USA wollen Dänemark autonome Arktisinsel abkaufen - Einsatz von US-Militär "selbstverständlich jederzeit Option"
  • Wie weit geht der US-Präsident für seinen Grönland-Traum - und wie reagiert die Nato?
  • Experte zeigt Szenarien auf, wie Trump vorgehen könnte

Sein Ziel, zum zweiten Mal als US-Präsident ins Weiße Haus gewählt zu werden, hat Donald Trump vor mehr als einem Jahr erreicht - nun will sich der Republikaner einen weiteren Lebenstraum erfüllen. Wenn es nach "The Don" geht, soll die Insel Grönland künftig nicht mehr zu Dänemark, sondern zu den USA gehören - und dafür ist Donald Trump offenbar bereit, jeden Preis zu zahlen.

Donald Trump will Grönland um jeden Preis - USA liebäugelt mit Kauf von Arktisinsel

Im Streit um das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland sendet die US-Regierung Signale, die widersprüchlicher kaum sein könnten: Das Weiße Haus schließt einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus, während Donald Trumps Außenminister Berichten zufolge von einem Kauf der autonomen Arktisinsel spricht. Die US-Regierung hat ihre Drohungen in der Sache zuletzt massiv verstärkt - sehr zum Ärger der europäischen Nato-Partner.

Nato-Empörung wegen Trumps Grönland-Plan wächst - Mitgliedsstaaten bekunden Solidarität mit Dänemark

Trumps Regierungssprecherin Karoline Leavitt erklärte am Abend des 6. Januar 2026 amerikanischer Zeit: "Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung."

Diese verschärfte Rhetorik sorgt bei den europäischen Nato-Verbündeten für erheblichen Unmut. Sieben Staaten, darunter Deutschland unter Bundeskanzler Friedrich Merz, haben sich bereits öffentlich hinter Dänemark gestellt. Die Frage, wie weit Donald Trump bei seinen Ambitionen auf die arktische Insel gehen würde, belastet das transatlantische Bündnis zunehmend.

Kaufen die USA Grönland? Trumps Außenminister Rubio beschwichtigt Abgeordnete hinter verschlossenen Türen

In einer vertraulichen Sitzung mit Mitgliedern des US-Kongresses am Montag (05.01.2026) schlug US-Außenminister Marco Rubio offenbar deutlich gemäßigtere Töne an. Die jüngsten Drohgebärden sollten keineswegs als Ankündigung einer militärischen Invasion verstanden werden, erklärte er den Abgeordneten laut übereinstimmenden Berichten von "Wall Street Journal" und "New York Times".

Das eigentliche Ziel bleibe der Erwerb der autonomen arktischen Insel, so Rubio, der derzeit auch als Nationaler Sicherheitsberater Trumps fungiert. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte zudem, dass der Präsident seine Mitarbeiter angewiesen habe, einen aktualisierten Plan für einen möglichen Kauf Grönlands auszuarbeiten. Diese US-Idee, sich Grönland unter den Nagel zu reißen, ist nicht neu: Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte Trump einen solchen Vorschlag unterbreitet. Damals hielten die Dänen das Ansinnen zunächst für einen Scherz.

"Dann hört alles auf..." Dänemark warnt vor US-Angriff wegen Grönland

Die europäischen Verbündeten reagierten mit einer klaren Botschaft auf die amerikanischen Vorstöße. In einer gemeinsamen Erklärung vom 6. Januar bekräftigten Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark die Souveränität der Arktisinsel. "Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen", heißt es in dem von Bundeskanzler Friedrich Merz mitunterzeichneten Dokument. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen fand noch deutlichere Worte für die Tragweite eines möglichen US-Angriffs: "Wenn die USA ein anderes Nato-Land angreifen, dann hört alles auf." Ein solcher Schritt würde das westliche Verteidigungsbündnis beenden und die gesamte Sicherheitsarchitektur seit dem Zweiten Weltkrieg zerstören. Auch die grönländische Regierung selbst weist die amerikanischen Begehrlichkeiten zurück. Auf der Insel leben lediglich rund 57.000 Menschen.

Donald Trumps Grönland-Traum stellt die Nato vor schwere Belastungsprobe

Ein militärisches Vorgehen der USA gegen Grönland würde das nordatlantische Bündnis in eine beispiellose Krise stürzen. Das deutsche Außenministerium betonte bereits Anfang Januar, dass die Arktisinsel unter den Schutz von Artikel 5 des Nato-Vertrags fällt. Theoretisch könnte dieser Beistandsartikel auch bei einem amerikanischen Angriff auf dänisches Territorium zur Anwendung kommen – allerdings müsste der Nato-Rat einstimmig darüber entscheiden.

Kritik an Trumps Kurs kommt auch aus dem eigenen Land. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen und ihr republikanischer Kollege Thom Tillis, beide Mitglieder im Auswärtigen Ausschuss, forderten die Regierung auf, die Souveränität Dänemarks zu respektieren. Wenn Kopenhagen und Nuuk klarstellten, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe, müssten die USA ihre Vertragsverpflichtungen einhalten.

Trumps Grönland-Obsession reicht Jahre zurück - macht "The Don" jetzt ernst?

Der US-Präsident hatte sein Interesse an der größten Insel der Welt erstmals 2019 öffentlich bekundet. Schon damals wollte er das Territorium für die Vereinigten Staaten erwerben – Dänemark reagierte zunächst ungläubig. Seitdem hat Trump seine Ansprüche mehrfach wiederholt und dabei auch militärische Gewalt nicht ausgeschlossen.

Die USA verfügen bereits über weitreichende Nutzungsrechte auf der Insel. Ein Verteidigungsabkommen von 1951 erlaubt ihnen den Betrieb eines Militärstützpunkts in Pituffik, rund 1.500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nuuk. Von dort aus werden Raketenwarnsysteme und Weltraumüberwachungsmissionen unterstützt.

Grönland gewinnt durch den Klimawandel zunehmend an strategischer Bedeutung. Die Arktis wird für die Schifffahrt immer interessanter, zudem werden auf der Insel Vorkommen seltener Erden vermutet. Trump selbst begründet sein Interesse jedoch mit der nationalen Sicherheit und verweist auf russische und chinesische Schiffe vor der Küste.

Mehrere Szenarien vorstellbar: So könnte Donald Trump seinen Grönland-Plan in die Tat umsetzen

Nach seinen jüngsten Äußerungen zu Venezuela hat Donald Trump nun Grönland ins Visier genommen. Der US-Präsident rechtfertigt sein Interesse an der arktischen Insel mit sicherheitspolitischen Erwägungen und deren strategischer Relevanz für die Vereinigten Staaten. Der Politikwissenschaftler und USA-Experte Josef Braml hat in einer Analyse für "Focus Online" drei mögliche Wege untersucht, wie Washington seinen Einfluss auf das dänische Autonomiegebiet ausweiten könnte. Die Bandbreite reicht von politischer Einflussnahme über wirtschaftliche Lockangebote bis hin zu militärischem Druck.

Braml ist European Director der Trilateral Commission und beschäftigt sich seit über zwei Jahrzehnten mit der US-amerikanischen Politik. Seine Einschätzung verdeutlicht, welche Herausforderungen auf Europa und die Nato zukommen könnten. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt eine gezielte politische Einmischung der USA. Washington verfolgt dabei das Ziel, die Unabhängigkeitsbewegung auf der Insel zu fördern und die Verbindung zu Kopenhagen zu schwächen. Laut Bramls Analyse unterhält die US-Regierung bereits jetzt Kontakte zu Befürwortern einer Loslösung von Dänemark. Diplomatische Unterstützung fließt an diese Gruppen, während amerikanische Geheimdienste wie CIA und NSA verstärkt nach pro-amerikanischen Akteuren vor Ort suchen. Diese Vorgehensweise wäre kein Novum: Ähnliche Methoden haben die Vereinigten Staaten bereits in anderen Weltregionen erfolgreich eingesetzt. Eine gesellschaftliche Spaltung Grönlands könnte den dänischen Einfluss untergraben und die Bevölkerung empfänglicher für amerikanische Angebote machen.

Donald Trump liebäugelt mit Grönland-Deal

Eine weitere realistische Option wäre ein wirtschaftliches Angebot an Grönland. Die USA könnten einen sogenannten "Compact of Free Association" (COFA) vorschlagen – ein Vertragsmodell, das Washington bereits mit mehreren pazifischen Inselstaaten praktiziert. Ein solches Abkommen würde den Vereinigten Staaten militärische Nutzungsrechte und wirtschaftliche Privilegien auf der Insel sichern. Im Gegenzug erhielte Grönland umfangreiche finanzielle Zuwendungen aus amerikanischen Kassen. Ob ein derartiger Deal tatsächlich zustande kommen könnte, bleibt allerdings fraglich. Sowohl die dänische Regierung als auch die grönländische Bevölkerung müssten einem solchen Arrangement zustimmen. Bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass Kopenhagen bereit wäre, seine Souveränitätsrechte über das Autonomiegebiet aufzugeben.

Militärgewalt und Annexion als letzte Option für Donald Trump

Das dritte Szenario – eine direkte militärische Intervention oder Annexion Grönlands – stuft Braml als derzeit am wenigsten wahrscheinlich ein. Zwar fällt in Washington gelegentlich entsprechende Rhetorik, doch ein solcher Schritt wäre mit erheblichen Risiken verbunden. Eine Ausweitung der amerikanischen Militärpräsenz ohne Zustimmung Kopenhagens würde sowohl diplomatisch als auch militärisch auf massiven Widerstand treffen. Die Konsequenzen für das transatlantische Verhältnis wären kaum absehbar. Dennoch schließt der USA-Experte dieses Szenario nicht vollständig aus. Die aggressive Rhetorik aus dem Weißen Haus zeigt, dass Trump bereit ist, auch unkonventionelle Wege zu gehen. Für Europa und die NATO würde ein solcher Alleingang eine beispiellose Krise bedeuten.

Was können Europa und die Nato gegen Trumps Grönland-Wahn tun?

Um den amerikanischen Ambitionen entgegenzuwirken, empfiehlt Braml den europäischen Staaten eine koordinierte Strategie. Geschlossenheit, gezielte Hilfen und die Einbindung internationaler Organisationen seien entscheidend, um die Souveränität Grönlands und Dänemarks zu wahren. Konkret könnten europäische Investitionen, Handelsvereinbarungen und Sicherheitszusagen Grönland enger an den Kontinent binden. Förderprogramme in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Wirtschaft würden diese Verbindung zusätzlich festigen. Ein zentrales Instrument sieht Braml in internationalen Institutionen wie UNO und NATO. Der Verweis auf geltendes Völkerrecht könne amerikanische Einflussversuche delegitimieren und die europäische Position stärken.

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