Donald Trump: Politisches Theater statt Beweise? Maduro-Anklage unter Beschuss
Nach der Festnahme von Nicolás Maduro wachsen die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der US-Anklage. Ein Experte warnt, dass das Vorgehen von Donald Trump politisch, juristisch und völkerrechtlich schwerwiegende Folgen haben könnte.
Von news.de-Redakteurin Mia Lada-Klein - Uhr
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- Massive Zweifel an den Vorwürfen gegen Nicolás Maduro
- Experte kritisiert Vorgehen und Strategie von Donald Trump gegen Venezuela-Präsident
- Warnung vor politischen und völkerrechtlichen Folgen für die USA
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Die spektakuläre Festnahme von Nicolás Maduro sorgt international für Aufsehen. In den frühen Morgenstunden am 3. Januar 2026 wurde der venezolanische Machthaber gemeinsam mit seiner Ehefrau Cilia Flores aus dem Präsidentenpalast abgeführt und in die USA gebracht. Dort soll er sich unter anderem wegen Drogenhandels, Terrorismus und illegalen Waffenbesitzes vor Gericht verantworten.
Donald Trump schnappt Maduro: Schwere Vorwürfe aus Washington
Kurz nach der Aktion veröffentlichte US-Justizministerin Pam Bondi eine Anklageschrift. Darin wird Maduro beschuldigt, Teil eines kriminellen Kartells zu sein und systematisch gegen US-Gesetze verstoßen zu haben. Die Trump-Regierung stellte die Operation als entschlossenen Schlag gegen organisierte Kriminalität dar.
Experte meldet massive Zweifel an Donald Trumps Aussagen nach Venezuela-Angriff
Doch genau daran entzündet sich nun Kritik. David Rothkopf, Kolumnist bei "Daily Beast" und früherer Redakteur von "Foreign Policy", äußerte im "Daily Beast Podcast" erhebliche Zweifel an der Substanz der Vorwürfe. Seiner Einschätzung nach könnten zentrale Anschuldigungen vor Gericht kaum Bestand haben.
Hat Donald Trump keinen Plan für ein weiteres Vorgehen?
Rothkopf kritisiert nicht nur die juristische Grundlage, sondern auch das Vorgehen insgesamt. Die Operation sei militärisch ausgeklügelt gewesen, politisch jedoch schlecht durchdacht. Nach der Auslieferung Maduros fehle ein klarer Plan: unklare Machtverhältnisse in Venezuela, offene Fragen zur Ölversorgung und Unsicherheit über internationale Partner. Besonders schwer wiegt auch Rothkopfs Einschätzung, dass die Aktion völkerrechtlich problematisch sei. Jemanden aus seinem eigenen Land zu entführen, könnte rechtlich nicht ganz korrekt sein. Die US-Regierung habe damit möglicherweise eine gefährliche Grenze überschritten.
Kritik an Donald Trumps Umfeld
Der Analyst sieht hinter der Aktion ein bekanntes Muster von Donald Trump. Ablenkungsmanöver sollen politische Ziele verschleiern. In diesem Zusammenhang nennt Rothkopf auch Stephen Miller, den stellvertretenden Stabschef für Innenpolitik, den er als treibende Kraft hinter der harten Linie beschreibt.
"Erfundene Bedrohungen" von Washington?
Auch das angebliche Kartell, dem Maduro angehören soll, hält Rothkopf für konstruiert. Es erinnere an frühere Erzählungen über Gruppen wie Antifa, die politisch aufgeblasen, juristisch aber kaum greifbar gewesen seien. Solche Narrative mögen öffentlich wirken, vor Gericht jedoch ins Leere laufen. Am Ende bleibt vor allem Unsicherheit. Sollten sich zentrale Vorwürfe als nicht haltbar erweisen, könnte der Fall für die USA sowohl politisch als auch rechtlich erhebliche Konsequenzen haben. Rothkopf hält die öffentliche Darstellung der Operation für irreführend und warnt vor den nächsten Schritten. Sein Fazit fällt deutlich aus: "Alles, was sie über die Operation gesagt haben, ist eine Lüge, und alles, was wir im Anschluss daran zu tun beabsichtigen, ist in gewisser Weise beunruhigend."
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mlk/loc/news.de
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