Ukraine-Krieg aktuell: Trotz großer Geländegewinne überwinden Putins Truppen eine Schwachstelle nicht

Russlands Armee verzeichnet seine größten Geländegewinne in der Ukraine. Grund dafür könnten strategische Anpassungen sein. Eine Schwachstelle besteht im Kampf weiterhin, wie der neue Lagebericht aufdeckt.

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Wladimir Putins Truppen eroberten 2025 mehr Gelände in der Ukraine. (Foto) Suche
Wladimir Putins Truppen eroberten 2025 mehr Gelände in der Ukraine. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Metzel
  • Russlands Armee nahm laut einem aktuellen Lagebericht 2025 mehr Gelände in der Ukraine ein.
  • Neue Taktiken könnten hinter dem Vorstoß stecken.
  • Russlands Vorrücken passiert langsam, aber nicht immer konstant.
  • Eine Schwachstelle der Truppen hat das Militär immer noch nicht behoben.

Russlands Armee kommt in der Ukraine voran. Putins Militär verzeichnete 2025 seine bislang größten Geländegewinne in der Ukraine seit dem Kriegsbeginn 2022, berichtet das Institut für Kriegsstudien (ISW). Dahinter könnten strategische Änderungen stecken. Trotzdem bewegen sich die Truppen nur langsam voran.

Ukraine-Krieg aktuell: Russland nahm 2025 mehr Gebiete ein

Laut dem Bericht hat Russland 4.831 Quadratkilometer eingenommen und473 Quadratkilometer in Kursk zurückgewonnen. Die Ukraine eroberte zuvor Gebiete in der Region. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Armee pro Tag durchschnittlich etwas mehr als 13 Quadratkilometer eingenommen. Der Vorstoß ging nach Daten des ukrainischen Generalstabs allerdings nicht ohne Verluste einher. Demnach starben 2025 416.570 russische Soldaten. Ob die Angaben stimmen, lässt sich nicht unabhängig verifizieren.

Neue Putin-Taktik für Ukraine-Vorstoß?

Mehrere taktische Änderungen könnten die Fortschritte begünstigt haben. Darunter sind großflächige Luftangriffe mit Infiltrationsmissionen. Zusätzlich verkleinerte das Militär die Gruppengröße bei Angriffen. Zuvor hat Russland mit einer Vielzahl an Streitkräften angegriffen, was sie aber zu einem leichteren Ziel machte. Dadurch kamen russische Truppen in Richtung der ukrainischen Städte wie Pokrowsk oder Oleksandriwka im Herbst 2025 stärker voran. 

Des Weiteren sehen die Analysten des ISW neue Drohnenstrategien als Möglichkeiten für die Vorstöße. Russlands Militär produziert vermehrt glasfasergebundene Drohnen und erhöhte die Einsatzdistanz. Diese unbemannten Flugobjekte sind robuster gegenüber elektronischen Gegenmaßnahmen. Außerdem stationierte Russland nach Angaben des Instituts seine Elite-Drohnenoperatoren entlang der gesamten Frontlinie. Zudem kamen vermehrt Trägerdrohnen zum Einsatz. Sie transportieren First-Person-View-Drohnen. Dadurch gelingen den Truppen Angriffe in tieferen Bereichen.

Putins Truppen verzeichnen langsame Fortschritte in der Ukraine

Den Streitkräften sollen die winterlichen Bedingungen zugutegekommen sein. Schlechte Wetterverhältnisse erschwerten die Aufklärungsarbeiten und Angriffe mit Drohnen. Dennoch gelang es der Ukraine durch ihren Festungsgürtel, den russischen Vormarsch in der Region Donezk einzudämmen. Russlands Vormarsch passierte nicht konstant oder in rasanter Geschwindigkeit. "Im November war sie mit 20,99 Quadratkilometern pro Tag am höchsten, aber dieser Höchstwert folgte auf einen der langsamsten Monate des Jahres 2025 – 8,8 Quadratkilometer pro Tag im Oktober – und verlangsamte sich anschließend auf 15 Quadratkilometer pro Tag im Dezember", schreibt das ISW.

Schwachstelle in Putins Armee besteht weiter

Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass Russlands Truppen durch Anpassungen und neue Operationen zwar 2025 effektiver kämpften, aber weiterhin eine Schwachstelle aufwies: ihre fehlende Manövrierfähigkeit an der Front. Unklar bleibt für das ISW ebenso, wie lange Russland seine Kampfgeschwindigkeit noch aufrechterhalten kann.

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