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Brisante Aufnahmen über Butscha-Massaker: Bericht: Putin-Soldaten besprachen Butscha-Gräueltaten über Funk!

Es sind brisante Aufnahmen, die dem Bundesnachrichtendienst über das Butscha-Massaker in der Ukraine vorliegen sollen. Diese sollen belegen, dass sich Putins Soldaten über die Butscha-Gräueltaten via Funk ausgetauscht haben.

Überführen Funk-Aufnahmen Putins Soldaten? (Foto) Suche
Überführen Funk-Aufnahmen Putins Soldaten? Bild: picture alliance / Alexei Druzhinin/POOL SPUTNIK KREMLIN/dpa | Alexei Druzhinin

Hunderte Leichen auf den Straßen der ukrainischen Kleinstadt Butscha: Diese verstörenden Bilder gingen am Wochenende um die Welt und sorgten international für riesiges Entsetzen. Die Aufnahmen zeigten Dutzende Leichen, teilweise mit hinter dem Rücken verbundenen Händen. Viele von ihnen wurden kaltblütig erschossen. Die Welt spricht von einem Kriegsverbrechen, Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, bezeichnet den Angriff als "Völkermord". Russland selbst bestreitet die Gräueltaten, bezeichnet die entsetzlichen Bilder der getöteten Zivilisten als "Fake-News" und "Lügen", die von den ukrainischen Soldaten inszeniert wurden.

Nach Butscha-Massaker: Überführen Funk-Aufnahmen Putins Soldaten?

Ein aktueller Bericht des "Spiegel" will derartige Aussagen jedoch widerlegen. Demnach habe der Bundesnachrichtendienst angeblich Funksprüche russischer Soldaten abgefangen, in denen sie sich über die Gräueltaten von Butscha austauschen.Der BND teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur lediglich mit, er nehme zu Angelegenheiten, die etwaige nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder Tätigkeiten betreffen, grundsätzlich nicht öffentlich Stellung. Damit sei keine Aussage getroffen, ob der Sachverhalt zutreffend sei oder nicht. Zu entsprechenden Themen berichte er insbesondere der Bundesregierung und den zuständigen, geheim tagenden Gremien des Bundestages. 

Dem Bericht nach sollen die Gespräche von Putins Truppen auch zu den fotografierten Leichen passen. So soll angeblich ein Soldat einem anderen berichtet haben, dass er und seine Kameraden eine Person von einem Fahrrad geschossen haben. Erst gestern war ein Video aufgetaucht, auf dem zu sehen ist, wie russische Truppen in Butscha auf einen wehrlosen Radfahrer schießen. Wie der "Spiegel" weiter berichtet, hört man in einem weiteren Funkspruch, einen Mann sagen, dass russischen Soldaten Zivilisten befragen und sie dann erschießen.

Russische Soldaten besprachen Gräueltaten über Funk laut BND

Nach Angaben des "Spiegel" sollen die Funksprüche unter anderem beweisen, dass es sich bei den Massakern nicht um die Taten einzelner außer Kontrolle geratener Soldaten handelt. Vielmehr wirken die Taten, das zumindest sollen die Aufnahmen belegen, geplant. Laut "Spiegel"-Angaben würden die Aufnahmen beinahe alltäglich klingen. Das lässt wiederum vermuten, dass die Ermordung von Zivilisten möglicherweise zur Kriegsstrategie der Russen gehört.

"Spiegel" berichtet über weitere brisante Tonaufnahmen: Weitere Massaker befürchtet

Laut "Spiegel" wurden die brisanten Tonbandaufnahmen am Mittwoch im parlamentarischen Raum vorgestellt. Sie könnten ein weiterer Beleg dafür sein, dass russische Soldaten für den Tod zahlreicher Zivilisten in Butscha verantwortlich sind. Wie aus dem Bericht außerdem hervorgeht, sollen dem Geheimdienst weitere Tonbanddokumente vorliegen. Diese lassen vermuten, dass es weitere Massaker gegeben haben könnte. Es blieb jedoch unklar, in welchen Orten diese stattgefunden haben.

Regierungssprecher Steffen Hebestreit hatte am Mittwoch zu Berichten über Gräueltaten in dem Ort Butscha gesagt, eine Auswertung von nicht-kommerziellen Satellitenbildern zeige, dass Opfer mindestens seit dem 10. März auf einer Straße gelegen hätten. "Glaubhafte Hinweise belegen, dass ab dem 7. März bis einschließlich 30. März russische Streit- und Sicherheitskräfte in diesem Gebiet eingesetzt waren. Sie waren auch mit der Befragung von Gefangenen befasst, die anschließend exekutiert worden sind. Das ist sind die Erkenntnisse, die wir haben", sagte Hebestreit. "Die von russischer Seite getätigten Ausführungen, es handele sich um gestellte Szenen und man sei nicht verantwortlich für die Ermordungen, sind aus unserer Sicht damit nicht haltbar."

Der FDP-Innenexperte Stephan Thomae sagte: "Es ist jetzt entscheidend, so schnell und umfassend wie möglich belastbare Beweise für die Kriegsverbrechen in der Ukraine zu sammeln." Deswegen sei es wichtig, dass Geflüchtete, die in Deutschland ankämen, entsprechende Hinweise an die örtlichen Polizeibeamten gäben. Daneben könnten in der Ukraine Bürger, Journalisten und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen Bild- und Filmaufnahmen auf der App Eyewitness to Atrocities hochladen.

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/bua/news.de

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