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Mick Ryan: Ex-General fürchtet Massenvernichtung! DAS ist Putins brutaler Plan C

Eigentlich hatte sich Wladimir Putin den Einmarsch in die Ukraine anders vorgestellt. Statt einem "schnellen Feldzug" kämpfen die Truppen nun seit fast drei Wochen. Zwei Pläne des Kreml-Despoten sind bereits gescheitert. Nun greift der "brutale Plan C", ist sich Ex-General Mick Ryan sicher.

Wladimir Putin Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Klimentyev

Zerstörte Städte, Tausende Tote, Millionen Menschen auf der Flucht: Seit fast drei Wochen tobt der Ukraine-Krieg. Doch offenbar läuft die Invasion anders als von Wladimir Putin geplant. Der australische Ex-General und Militärstratege Mick Ryan analysiert die russische Strategie und offenbart den "brutalen Plan C" des Kreml-Despoten.

Wladimir Putin hat sich verkalkuliert: Ex-General Mick Ryan analysiert russische Kriegstaktik

"Der russische Feldzug hat bereits 100 Prozent der zugewiesenen Kräfte absorbiert", schreibt Ryan in einem Twitter-Thread. Putin hatte keine andere Wahl und musste seine Streitkräfte in den vergangenen Wochen "dieser Realität" anpassen. "Russland hat etwa 55 Prozent seiner gesamten regulären Bodentruppen für die Invasion in der Ukraine eingesetzt. Das war ein taktisches Risiko", kritisiert der Ex-General die Strategie der Russen. Zwar gebe es noch Truppen in Russland, die als Verstärkung dienen könnten, aber diese seien entweder in anderen Einsätzen, in Ausbildung oder von geringerer Qualität. "Russland hat einen großen Teil seiner Bodenkampfkraft für eine einzige Mission eingesetzt, von der es hoffte, dass sie schnell beendet sein würde. Dies war kein kalkuliertes Risiko für die Russen, sondern ein Glücksspiel", schreibt Mick Ryan auf Twitter.

Kein "schneller, billiger und einfacher Feldzug"! Putin scheitert im Ukraine-Krieg

Plan A sah einen "schnellen, billigen und einfachen Feldzug" vor. Mit dem Einsatz von leichten Truppen und Luftlandetruppen wollte Waldimir Putin Kiew und andere wichtige Punkte einnehmen, Regierungsvertreter gefangen nehmen und ein politisches Entgegenkommen der Ukraine erzwingen. Doch der Plan scheiterte gewaltig, wie die russischen Befehlshaber nach nur 48 Stunden einsehen mussten. Also griff Plan B: Eine "schleichende, mehrachsige Zermürbung". Laut Mick Ryan rüstete Russland seine Streitkräfte auf und zerstörte fortan kleinere Städte, um damit ein Zeichen nach Kiew zu schicken. Hintergrundberichte des Pentagons lassen vermuten, dass die Streitkräfte nun ungefähr 90 Prozent der ursprünglichen Truppenstärke habe. Noch ist Plan B zwar nicht gescheitert, doch massive Mängel sind bereits erkennbar.

"Die Truppen haben zwar langsam an Boden gewonnen, aber mit massiven Kosten für Personal und Ausrüstung. Gleichzeitig hat die Sicherheit im rückwärtigen Bereich gelitten. Dies ist offensichtlich ein Kompromiss, den die Russen eingehen", schreibt Ryan auf Twitter.Die Sicherung des rückwärtigen Raums ist jedoch eine wichtige Aufgabe, die normalerweise Tausende von Soldaten in Anspruch nimmt. Da die Russen diesen Auftrag inkompetent ausgeführt haben, kam es immer wieder zu Überfällen auf Logistikkonvois." Angeblich seien die "russischen Vorstöße im Norden, Osten und Süden zum Stillstand gekommen".

Massenvernichtung ukrainischer Zivilisten! Ex-General offenbart Putins brutalen Plan C

Laut dem Ex-General stehe der Ukraine-Krieg kurz vor seinem Höhepunkt. Eine US-Doktrin definiert dies als den Punkt, an dem eine Fortsetzung des Angriffs nicht mehr möglich ist und die Truppe erwägen muss, in eine defensive Haltung zurückzukehren oder eine Operationspause einzulegen, heißt es in einem Tweet. Im Klartext: Putin braucht eine neue Strategie. Und diese könne man laut Ryan bereits in der Ukraine sehen. Plan C sei noch brutaler und zeige Putins Frustration, die Verzweiflung der russischen Militärführung und die Schwäche der russischen Militärposition. Plan C beinhalte die "Beibehaltung der aktuellen Gewinne, Beschuss von Städten aus großer Entfernung, ausländische Kämpfer als Kanonenfutter, Zerstörung von so viel Infrastruktur und Produktionskapazitäten wie möglich, Ausweitung des Krieges auf den Westen, um ausländische Freiwillige und Hilfsorganisationen abzuschrecken". Dadurch können die Russen nicht nur Personal einsparen, sondern auch Ersatzleute einzuschleusen. Zudem kann Putin jede Menge billigere Artillerie und Raketen einsetzen, um die ukrainische Zivilbevölkerung zu terrorisieren, um schließlich eine politische Einigung zu erzwingen. 

"Es wird ein langer Krieg sein!" Greift die Nato in den Ukraine-Krieg ein?

"Wie wir jedoch in anderen Kriegen gesehen haben, passen sich Länder an Kriegskrisen an und überleben länger, als es die Logik gebietet. Unter Putins Führung werden die Russen dies wahrscheinlich tun. Und die Ukrainer werden auf konventionellem Wege oder als Aufständische weiterkämpfen. Es wird ein langer Krieg sein", ist sich Mick Ryan sicher und fürchtet ein düsteres Szenario. "Wenn der Westen keinen ewigen Krieg vor den Toren Europas will, müssen die USA und die Nato möglicherweise damit beginnen, einige harte militärische Entscheidungen zu treffen, die sie bisher hinausgezögert haben."

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