13.12.2020, 08.06 Uhr

Ruhollah Sam ist tot: Deutsche Regierung entsetzt! Iranischer Blogger hingerichtet

Weil er die Iran-Führung öffentlich kritisiert hatte, ist Ruhollah Sam jetzt tot. Der iranische Blogger und Dissident wurde am Samstag in Teheran hingerichtet. Der Aktivist und Journalist wurde nur 47 Jahre alt.

Der iranische Blogger Ruhollah Sam wurde hingerichtet. Bild: Adobe Stock/ fusssergei

Schock-Nachrichten aus dem Iran. Der iranische Blogger und Dissident Ruhollah Sam ist am Samstag hingerichtet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA wurde der 47-jährige Sam in Teheran erhängt. Die Justizbehörde in Teheran bestätigte IRNA zufolge die Hinrichtung.

Ruhollah Samist tot: Iranischer Blogger hingerichtet

Sam war bereits im Juni von einem Revolutionsgericht in Teheran zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde diese Woche vom obersten Gericht bestätigt. Ihm wurde vorgeworfen, mit seiner Webseite "Amad News" Propaganda gegen die Führung im Iran betrieben und Menschen zu teilweise gewaltsamen Protesten provoziert zu haben.

Ruhollah Sam wegen Propaganda gegen Iran-Führung zum Tode verurteilt

Der Blogger hatte besonders die angebliche Wahlfälschung bei der Präsidentenwahl 2009 und der Wiederwahl von Mahmud Ahmadinedschad scharf verurteilt. Danach war er über Malaysia nach Frankreich geflohen. Sam hatte auch mehrmals persischsprachigen Sendern im Ausland Interviews gegeben, in denen er stets die iranische Führung heftig kritisierte. Zu den Anklagepunkten gehörten "Verbrechen gegen die innere und äußere Sicherheit" und "Spionage für den französischen Geheimdienst". Vorgeworfen wurde ihm auch Beleidigung des Islam.

Ruhollah Sam bat vor seinem Tod um Vergebung

Der Blogger wurde Medienberichten zufolge von iranischen Sicherheitskräften in das Nachbarland Irak gelockt, im Herbst vergangenen Jahres dort festgenommen und danach in den Iran gebracht. Seitdem hatte sich Sam bei mehreren Gerichtsterminen schuldig bekannt und um Vergebung gebeten.

Deutschland und Frankreich verurteilen Hinrichtung Ruhollah Sams

Die Bundesregierung hat die Hinrichtung des iranischen Journalisten und Regierungskritikers Ruhollah Sam scharf verurteilt. "Wir sind schockiert über die Umstände, unter denen die Verurteilung erfolgt ist, besonders die vorausgehende Verschleppung aus dem Ausland», erklärte am Samstagabend ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Das Mitgefühl gelte allen Angehörigen und Freunden."

Der Außenamtssprecher erklärte, die Bundesregierung lehne die Todesstrafe als eine grausame und unmenschliche Form der Bestrafung unter allen Umständen ab. "Wir fordern Iran dazu auf, das Recht auf freie Meinungsäußerung seiner Bürgerinnen und Bürger zu respektieren, alle politischen Gefangenen freizulassen und weitere Todesstrafen weder zu verhängen noch zu vollstrecken."

Auch ein Sprecher des französischen Außenministeriums äußerte sich empört und verurteilte die Hinrichtung mit größter Entschiedenheit als "schweren Angriff auf die Rede- und Pressefreiheit". Sie sei ein "barbarischer und inakzeptabler Akt".

Twitter-User entsetzt nach Hinrichtung von Ruhollah Sam

Auch im Netz sorgte Ruhollah Sams Hinrichtung für Entsetzen. In zahlreichen Netz-Beiträgen nehmen seine Anhänger Abschied von ihm. "Das ist #RuhollahZam, ein heldenhafter # iranischer Journalist, der vor 3 Jahren sein Leben riskierte, um die Korruption seines Landes aufzudecken und landesweite Proteste anzuregen. Heute hat das barbarische Iran-Regime diesen unschuldigen Mann hingerichtet!", schreibt derMenschenrechtsanwalt Arsen Ostrovsky auf seinem Twitter-Kanal. Ein anderer User zeigt sich ebenso schockiert, er fordert: "Die internationale Gemeinschaft muss die Hinrichtung von Zam aufs Schärfste verurteilen."

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sba/news.de/dpa

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