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Coronavirus-News aktuell: So hart wären die Maßnahmen beim "Lockdown Light"

Das Coronavirus breitet sich weiterhin rasant aus. Am Mittwoch (28.10.2020) beraten Bund und Länder über eine mögliche Verschärfung der Maßnahmen. Während Angela Merkel offenbar einen Lockdown Light plant, hat ein anderer Politiker ein sehr viel radikaleren Vorschlag.

Droht Deutschland ein Lockdown? Bild: news.de-Fotomontage (AdobeStock / Franziska; AdobeStock / males_design)

Angesichts der steigenden Corona-Infektionen plant Bundeskanzlerin Angela Merkel angeblich einen "Lockdown light". Möglicherweise drohen damit weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollten Schulen und Kitas jedoch weiter geöffnet bleiben, außer in Regionen mit katastrophal hohen Infektionszahlen, heißt es bei der "Bild". Auch der Einzelhandel solle mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Vor allem bei Gastronomie und Veranstaltungen wolle das Kanzleramt hart vorgehen.

Corona-Gipfel am 28.10.2020: Merkel plant angeblich Teil-Lockdown

Wegen der angespannten Corona-Lage beraten Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bereits am Mittwoch (28.10.2020) in einer Video-Konferenz über das weitere Vorgehen. Es gehe darum, was Bund und Länder gemeinsam tun könnten, um möglichst schnell den Trend zu brechen, hatte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag gesagt. Allen sei bewusst, "dass dabei jeder Tag zählt".

Unter einem Lockdown versteht man weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Zur Bekämpfung der ersten Corona-Welle hatten Bund und Länder beschlossen, Schulen und Kitas zu schließen sowie Kultur- und Sporteinrichtungen für die Öffentlichkeit zu sperren. Die meisten Gaststätten, Läden und Dienstleister durften keine Kundschaft empfangen, Zusammenkünfte etwa in Kirchen oder Sportvereinen waren verboten. Ansammlungen von mehr als zwei Personen unterschiedlicher Haushalte waren über Wochen nicht zulässig.

"Alles heißt alles!" CDU-Politiker fordert einwöchigen Lockdown

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl will gleich alles dicht machen. Er fordert bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage einen gut einwöchigen Lockdown in Deutschland. "Wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, dann müssen wir Maßnahmen in den Blick nehmen, etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dicht machen, dass von Freitag bis Sonntag die Woche drauf gar nichts mehr geht", sagte der baden-württembergische Innenminister dem Nachrichtenportal "The Pioneer". Auf die Frage, ob die Schließung auch Schulen, Kitas und Geschäfte betreffen würde, sagte Strobl: "Alles heißt alles." Das bedeute auch Einschränkungen im Grenzverkehr.

Damit könne man das Infektionsgeschehen zum Stillstand bringen, argumentierte Strobl. Der Vorteil dieser "sehr, sehr harten" Lösung wäre die zeitliche Begrenzung. Der CDU-Politiker betonte aber auch, dann wären ein Weihnachtsgeschäft und eine gemeinsame Weihnachtszeit mit der Familie wieder möglich.

Auf Twitter entbrannte daraufhin eine Debatte über einen möglichen #LockdownLight. Die Meinungen sind geteilt. Während einige die Maßnahme angesichts des Infektionsgeschehens völlig akzeptabel finden, halten andere die Idee für unausgereift. "Da kann man doch nur wieder mit dem Kopf schütteln. Bar's, Restaurants, Einzelhandel haben guten Konzepte und sollen schließen aber die Schüler/in sollen bei öffnen Fenster unterrichtet werden, das die dabei krank werden sind denen wohl egal", kritisiert ein Twitter-Nutzer. "Der Begriff #LockdownLight ist doch irgendwie Quatsch. Entweder ist es ein Lockdown oder es ist keiner. Man ist ja auch nicht ein bisschen schwanger", merkt ein weiterer an.

"Irgendwo sollte man allen Virologen, Pflegekräfte und Supermarkt-Kassiererinnen danken, die mehrmals pro Tag darauf hinweisen, die Maske doch über die Nase zu ziehen. Bewundere die eiserne Gelassenheit. #LockdownLight", heißt es in einem Tweet.

"Ich finds witzig: Beim "ersten" Lockdown hat man sich beschwert, dass man die Schulen nicht schließen solle. Die Schüler brauchen die Schule / Sozialkontakte. Jetzt sollen die Schulen nicht geschlossen werden und es wird sich beschwert man würde die schüler opfern", heißt es in einem Tweet. "Ich hoffe, dass die #Bundesregierung am Mittwoch mit den Länderchefs einen zweiwöchigen, möglichst scharfen #Lockdown verabredet – und keinen #LockdownLight. Innerhalb dieser Zeit muss die #Kontaktverfolgung umgestellt werden – auf eine Cluster-Strategie", fordert ein Twitter-Nutzer. "#LockdownLight FunFact: Lightprodukte führen zum JoJo-Effekt", meint ein weiterer.

Schließung von Geschäften, Restaurants und Schulen? Deutsche rechnen mit Lockdown

Vor der neuen Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie rechnen fast zwei Drittel der Deutschen damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen wieder zu Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben.

Einer anderen Umfrage zufolge hält gut jeder zweite Deutsche die geltenden Auflagen zur Eindämmung der Pandemie für angemessen. 51 Prozent der Befragten sind im "Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin" dieser Ansicht. Das sind acht Prozentpunkte weniger als zu Monatsbeginn. Für 32 Prozent gehen die aktuell geltenden Einschränkungen nicht weit genug, ein Plus von 5 Prozentpunkten. 15 Prozent halten die derzeitigen Auflagen hingegen für zu weitgehend, das sind vier Prozentpunkte mehr als Anfang Oktober.

Würde ein Lockdown eine traditionelle Weihnachtszeit mit der Familie ermöglichen?

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, appellierte an die Menschen, das Weihnachtsfest in diesem Jahr zu "entzerren", um Kontakte zu reduzieren. Er rate dazu, lieber mit weniger Menschen und dafür doppelt zu feiern, sagte er der "Bild"-Zeitung. "Man kann auch mal am 28. Dezember oder sogar noch später Bescherung machen", schlug Westerfellhaus vor. Mit Blick auf Besuche in Pflegeeinrichtungen sagte er, es könnten nicht alle an Heiligabend in die Heime kommen. Er rate daher zu "gestaffelten" Besuchen.

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bua/loc/news.de/dpa