Von news.de-Redakteurin - 17.04.2020, 15.48 Uhr

Coronavirus-News aktuell: "Es sterben nur die Schwachen!" Aufruf zum Schulboykott in NRW

In Nordrhein-Westfalen sollen ab nächster Woche die Schulen für die Abschlussklassen öffnen. Doch noch immer gibt es weder ein Medikament noch einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Viele finden die Schulöffnung zu riskant und rufen auf Twitter zum Schulboykott auf.

Auf Twitter wird zum Schulboykott in NRW aufgerufen. Bild: dpa

Nach vier Wochen haben sich Bund und Länder in dieser Woche auf eine Lockerungen der Corona-Beschränkungen geeinigt. Während in den meisten Bundesländern, die Schulen erst ab Mai schrittweise wieder öffnen, prescht Nordrhein-Westfalen vor. Bereist ab nächster Woche können Schüler in Abschlussklassen in NRW wieder zur Schule - und das sogar völlig freiwillig.

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Corona-Krise in Deutschland: NRW öffnet Schulen bereits im April

Es gehe dabei nicht um klassischen Unterricht nach Stundenplan, wie er vor der Corona-Pandemie üblich gewesen sei, erläuterte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Die Schulen sollten gezielte Angebote für die Prüfungsvorbereitung machen. Sie wisse, dass es Schüler gebe, die sich lieber zu Hause auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten wollten, sagte die Ministerin. Gebauer sprach von einem "fairen Angebot für Prüflinge", das Bildungsgerechtigkeit sicherstellen solle.

Von Montag bis Mittwoch sollen Lehrer und Schulträger die Wiederaufnahme des Schulbetriebs organisieren. Ab Donnerstag könnten angehende Abiturienten sowie Schüler, die vor mittleren Abschlüssen stehen, dann wieder in die Schulen kommen. Das betreffe 148.000 Schüler der Jahrgangsstufen 10, 12 und 13.

Aufruf zum Schulboykott! Twitter wütet gegen Armin Laschet

Im Internet bahnt sich jedoch Widerstand an. Unter dem Hashtag #SchulboykottNRW rufen Eltern und Schüler zum Boykott auf. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Das Ansteckungsrisiko sei viel zu groß. Vor allem der Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet, steht im Mittelpunkt der Kritik. "#SchulboykottNRW trendet. Viele sind besorgt um ihre Familienmitglieder, die zur Risikogruppe gehören. Ist diese Eile in der Sache wirklich richtig @ArminLaschet? Denkendes Gesicht #nichtmeinministerpräsident", heißt es in einem Tweet.

"'naja... Es sterben ja auch nur die Schwachen!' - Armin L., ist sich sicher Kanzler zu werden.
#SchulboykottNRW", kommentiert ein anderer Twitter-Nutzer das Geschehen in NRW. ""Was würde ich für einen zeitnahen Schulabschluss geben?" #Gebauer :"Dein Leben...!" #SchulboykottNRW", heißt es in einem Tweet. "Wenn du deinen Schnitt von 2,3 auf 2,2 verbesserst kannst du dann sagen: Meine Eltern sind nicht umsonst gestorben #schuloeffnung #SchulboykottNRW", fügt ein anderer an.

Twittertrend #SchulboykottNRW: Politiker zeigen sich solidarisch mit Schülern

"Solidarisch mit #SchulboykottNRW. Niemand soll in die Schule gehen müssen und sich und Verwandte im Haushalt dem Risiko einer Ansteckung aussetzen. Der Schulbetrieb sollte nicht starten, bevor die Schulen anständige Hygiene- und Präventionskonzepte vorlegen", fordert ein weiterer Twitter-Nutzer.

Auch einige Politiker stellen sich auf die Seite der Boykott-Befürworter. "Ich habe sehr viel Verständnis dafür, dass Schüler*innen Angst davor haben, sich und andere Menschen durch einen überstürzten, aktionistischen Schulstart zu gefährden, wenn der notwendige Schutz und die hygienischen Voraussetzungen in Schulen nicht gegeben sind #SchulboykottNRW", heißt es in einem Tweet des Grünen-Politikers Sven Kindler.

"Die große Resonanz für #SchulboykottNRW zeigt, wie verantwortungsbewusst viele SchülerInnen und Eltern mit der gegenwärtigen Situation umgehen. Oberstes Ziel muss bleiben: kein unnötiges Risiko für Risikogruppen und #FlattenTheCurve", schreibt Linke-Politiker Victor Perli auf Twitter.

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Auch ein Satire-Profil unter dem Namen Jans Spehn, seines Amtes Bundesgesundheitskanister, twittert fleißig mit und zeigt auf, warum ein Schulboykott unsinnig ist. "Ich bin gegen #SchulboykottNRW!!! Kinder brauchen gute Noten um z.B. wie ich ein konpententer Bankkaufmann zu werden. #Spahn", heißt es in dem Tweet.

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bua/bos/news.de/dpa

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