Minister-Bericht: Geflohener Häftling: Fußfessel-Schlüssel billig im Netz zu haben

Ein Schlüssel aus dem Internet hat für die Fußfesseln des Essener Häftlings gepasst, dem kürzlich bei einem Ausgang die Flucht gelang. Das hat das NRW-Justizministerium eingeräumt.

Erstellt von - Uhr

Eine Polizeiabsperrung vor einem Streifenwagen (Symbolbild). (Foto) Suche
Eine Polizeiabsperrung vor einem Streifenwagen (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / DABLJU (Symbolbild)

Das Phänomen wurde erstmals im Februar publik, als in Bayern ein Festgenommener seine Handschellen öffnete. Damals kam heraus, dass die Polizei in NRW das gleiche Handschellen-Modell verwendet.

Mitte Oktober hatten zwei JVA-Mitarbeiter den mehrfach vorbestraften und an den Füßen gefesselten 34-Jährigen aus der JVA Essen zu einem Termin in einer Arztpraxis in der Innenstadt begleitet. Im Treppenhaus überwältigten zwei maskierte Männer die beiden Justizbeamten, danach flüchteten alle drei.

Fußfesseln des Häftlings wurden geöffnet

Bereits im April wurde in einer Antwort der NRW-Landesregierung auf eine FDP-Anfrage im Landtag publik, dass die Justiz zwar nicht die Handschellen mit Universalschloss, wohl aber "ein vergleichbares Fesselsystem als Fußfessel" nutzt. Solche Fußfesseln hatte der Untersuchungshäftling an, als er befreit wurde.

Ob die Helfer des Häftlings sich den Schlüssel dafür zum Beispiel im Internet selbst besorgten oder ihnen ein Gefängnis-Bediensteter half, wird noch ermittelt. Bei einem Beamten der JVA Essen, der wegen Korruptionsverdacht verhaftet wurde, wurden laut Ministerium zumindest zu Hause keine nachgemachten Schlüssel gefunden.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News zum Thema "Kriminalität":

/roj/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.