Glätte-Chaos in Deutschland: Wetterdienst warnt vor Lebensgefahr - 3 Tote und 11 Verletzte bei Unfallserie

Gefrierender Regen legt den Nordwesten lahm, im Südosten droht strenger Frost. Auf der A44 endet eine Blitzeis-Serie tödlich, Schulen bleiben geschlossen. Der Winter schlägt brutal zu.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Ein Auto ist bei Glatteis auf der Autobahn 44 von der Fahrbahn abgekommen und im Graben gelandet. (Foto) Suche
Ein Auto ist bei Glatteis auf der Autobahn 44 von der Fahrbahn abgekommen und im Graben gelandet. Bild: picture alliance/dpa | Christoph Reichwein
  • Blitzeis-Alarm im Norden: Der DWD ruft für Teile Niedersachsens Warnstufe Rot aus – akute Lebensgefahr durch gefrierenden Regen.
  • Tödliche Unfallserie auf der A44: Bei 18 Zusammenstößen sterben drei Menschen, mindestens elf werden verletzt.
  • Schulen dicht: In der Grafschaft Bentheim fällt der Unterricht komplett aus – Busse bleiben stehen.

Alarmstufe Rot: Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, herrscht im Nordwesten der Bundesrepublik die Gefahr von gefrierendem Regen. örtlich seien sogar Unwetter möglich. Zudem drohe im Südosten strenger Frost. Am Freitagmorgen (23.01.2026) kam es in Nordrhein-Westfalen bereits zu einer verheerenden Unfallserie. Nach aktuellem Stand kamen drei Menschen ums Leben, mindestens elf wurden verletzt.

Warnstufe Rot: DWD warnt vor Lebensgefahr durch Glatteis

Für neun Landkreise in Niedersachsen hat der DWD die höchste Warnstufe ausgerufen. Gefrierender Regen sorgt dort aktuell für extreme Glätte, die nach Einschätzung der Meteorologen Leib und Leben gefährdet. Der Wetterdienst empfiehlt dringend, Fahrten zu vermeiden und sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten.

Betroffen sind die Kreise Aurich, Wittmund, Leer, Ammerland, Oldenburg samt Stadt, Cloppenburg sowie das Emsland. Bei Minustemperaturen gefriert Niederschlag unmittelbar auf den Straßen. Auch in Mittelhessen besteht laut DWD am Morgen noch Glatteisgefahr durch leichten gefrierenden Regen.

Glatteis fordert auf A44 drei Menschenleben

Eine verheerende Unfallserie hat sich in der Nacht zum Freitag auf der Autobahn 44 bei Paderborn ereignet. Durch extreme Straßenglätte verloren drei Menschen ihr Leben, mindestens elf weitere wurden verletzt. Zwischen den Anschlussstellen Marsberg und Lichtenau im Kreis Paderborn kam es insgesamt zu 18 Zusammenstößen. Die ersten Notrufe erreichten die Polizei Bielefeld gegen 1.30 Uhr. Zahlreiche Verkehrsteilnehmer meldeten Unfälle auf der spiegelglatten Fahrbahn. Die Kollisionen ereigneten sich in beiden Fahrtrichtungen und verursachten sowohl Personen- als auch erhebliche Sachschäden.

Fahrer verbrennt in Führerhaus – Sattelaufleger steht in Flammen

Besonders tragisch verlief ein Zusammenstoß zwischen einem Lastwagen und einem mit Papier beladenen Sattelaufleger. Der Anhänger ging dabei in Vollbrand auf. Für den LKW-Fahrer kam jede Hilfe zu spät – er konnte nicht mehr aus seinem Führerhaus befreit werden und starb noch am Unfallort. Der Fahrer des Sattelzugs wurde mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht.

Auf der Fahrbahn Richtung Kassel forderte mindestens ein weiterer Unfall zwei Todesopfer. Die Polizei Bielefeld sperrte die A44 zwischen Marsberg und Lichtenau in beide Richtungen. Wann die Strecke wieder freigegeben werden kann, ist derzeit nicht absehbar.

Schulen in der Grafschaft Bentheim bleiben geschlossen

Die extremen Witterungsbedingungen haben auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb. In der Grafschaft Bentheim fällt am Freitag der Präsenzunterricht an sämtlichen allgemeinbildenden Schulen aus. Der Landkreis begründete die Entscheidung damit, dass ein sicherer Transport der Schüler nicht gewährleistet werden könne. Auch das Missionsgymnasium Bardel ist von der Regelung betroffen.

Die drei berufsbildenden Schulen in Nordhorn stellen auf Distanzunterricht um. Damit reagieren die Behörden auf die gefährliche Glätte, die bereits in den frühen Morgenstunden zu der tödlichen Unfallserie auf der A44 geführt hatte.

Eisregen sorgt für Verkehrschaos in Niedersachsen

Auf den Straßen zeigt sich nach Angaben eines Sprechers der Polizei Osnabrück ein "massives Problem": Seit den frühen Morgenstunden habe es vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln mehrere Hundert Unfälle wegen Glätte gegeben, es sei "brandgefährlich".

In Vechta sei die Lage "katastrophal", sagte ein Sprecher. Auch Lastwagen stünden quer. Überwiegend handelt es sich bei den Unfällen in dem betroffenen Gebiet zwar um Blechschäden, es gibt aber auch Leichtverletzte. "Wenn es irgend möglich ist, sollte man zu Hause bleiben", riet der Sprecher der Polizei Osnabrück.

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/sfx/news.de/dpa

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