Von news.de-Redakteurin - Uhr

Donald Trump: Wie 1938! Trump schockt beim Baseball mit rassistischer Handgeste

Donald Trump besuchte am Samstag das Baseball-Spiel der Atlanta Braves gegen die Houston Astros. Plötzlich stimmte der ehemalige US-Präsident in die Anfeuerungsgeste der Fans ein. Eine als zutiefst rassistisch empfundene Geste.

Donald Trump schockte bei einem Baseball-Spiel mit einer rassistischen Geste. Bild: dpa

Während die Atlanta Braves auf den Titelgewinn in der nordamerikanischen Major League Baseball zusteuern, sorgte der ehemalige US-Präsident beim Spiel gegen die Houston Astros am Samstag im Truist Park in Atlanta für Entsetzen. Der Grund: eine umstrittene Handgeste.

Donald Trump schockt mit "Tomahawk Chop" bei Baseball-Spiel

In Videos in den sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie der 75-Jährige in den "Tomahawk Chop" der Fans einstimmt. Die Anfeuerungsgeste ist zwar bei den Anhängern der Atlanta Braves äußerst beliebt, dochamerikanischen Ureinwohner empfinden sie als rassistisch. Beim "Tomahawk Chop" wird mit dem Arm der Schlag eines Tomahawk nachgeahmt. Diese Geste wird jedoch als Beleidigung des kulturellen Erbes der indigenen Bevölkerung angesehen. Es befeuert rassistische Stereotype.

National Congress of American Indians kritisieren die Verwendung von rassistischen Stereotypen im Baseball 

Der National Congress of American Indians (NCAI) kritisiert die Atlanta Braves für die wiederholte Verwendung seines Maskottchen und die Ausübung der "Tomahawk Chob"-Geste. "Wir haben unsere Position wiederholt und unmissverständlich klargestellt - Ureinwohner sind keine Maskottchen. Erniedrigende Rituale wie der 'Tomahawk Chop', die uns entmenschlichen und schaden, haben keinen Platz in der amerikanischen Gesellschaft", kritisiert NCAI-Präsidentin Fawn Sharp aufs Schärfste. NCAI fordert von den Atlanta Braves dem Vorbild der Cleveland Guardians zu folgen. Das Team hatte beschlossen, den Namen "Indians" zu streichen und auch sein Maskottchen in den Ruhestand zu schicken. Der Boss der Major League Baseball, Rob Manfred, entgegnete jedoch, dass die amerikanischen Ureinwohner in Atlanta mit dem Programm der Braves einverstanden seien.

Nazi-Vergleich! Handgeste von Donald Trump löst Debatte im Netz aus

Dass der ehemalige US-Präsident Donald Trump nicht viel von politischer Korrektheit hält, dürfte klar sein. In den sozialen Medien wurden der 75-Jährige und seine Frau Melania für die "Tomahawk Chop"-Geste heftig kritisiert. 

Einige im Netz vergleichen die Geste sogar mit dem Hitlergruß der Nazis. "Augen zusammenkneifen und das ist Deutschland 1938", heißt es in einem Tweet. 

"Das ist nicht einmal annähernd dieselbe Geste. Sie sollten sich dafür schämen. Millionen von Atlanta Braves-Fans tun dies seit Jahrzehnten und es wurde nie damit in Verbindung gebracht", wehrt sich ein Twitter-Nutzer gegen den Nazi-Vergleich. "Nur weil 'Millionen von Menschen' es tun, heißt das noch lange nicht, dass es richtig ist", hält ein anderer dagegen.

ESPN-Redakteur Jeff Passan erklärt auf Twitter, warum die Geste diskriminierend ist. "Es ist wichtig, insbesondere für diejenigen, deren Meinung zu diesem Thema fest verankert ist und die jede Diskussion über den "Tomahawk Chop" für unaufrichtig halten, die Misshandlung der indigenen Bevölkerung in Georgia zu verstehen, um zu begreifen, warum der "Chop" für viele so lästig ist", heißt es in dem Tweet. Passan erzählt die Geschichte der Muscogee, die in den 1830ern von ihrem Land vertrieben und von der Regierung auf einen 1.200-Meilen-Marsch geschickt wurden. Tausende starben dabei. "Heute gibt es in Georgia keine staatlich anerkannten Stämme. Null. Eine wahrhaft rassistische amerikanische Politik hat sie ausgerottet. Denkt daran, die Braves werden nicht Braves genannt, um die Geschichte zu ehren." Doch davon wollen die Braves-Fans nichts wissen. Sie behaupten, dass sie nichts damit zu tun haben und mit der Ausübung der Geste auch nichts Negatives verbinden.

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bua/loc/news.de