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Brutale Affen-Attacke: Schimpanse reißt Frau Gesicht und Hände ab

Ein verheerender Angriff eines Schimpansen entstellte Charla Nash komplett. Der Affe hatte ihr das Gesicht sowie beide Hände abgerissen. Auch nach etlichen Operationen wird die heute 66-Jährige kein normales Leben mehr führen können.

Schimpanse Travis wurde nach dem Vorfall erschossen. (Symbolbild) Bild: dpa

Schimpanse Travis war wie ein Sohn für seine Adoptivmutter Sandra, aber sein Verhalten wurde mit der Zeit unberechenbar und gipfelte darin, dass er eine Freundin der Familie völlig entstellte. Wie aktuell der britische "Daily Star" berichtet, riss das Tier der Frau das Gesicht sowie beide Hände ab.

Schimpanse riss Charla Nash Gesicht und Hände ab

Die heute 66-jährige Charla Nash wollte ihrer Freundin Sandra Herold helfen, den Affen wieder ins Haus zu bringen, nachdem er weggelaufen war, als er plötzlich um sich schlug und ihr das Gesicht und beide Hände abriss. Travis wurde von Sandra und ihrem Mann Jerome adoptiert, als er erst drei Tage alt war und gehörte bald zu ihrer Familie. Er wurde zu einer bekannten Persönlichkeit in Connecticut und begleitete das Paar zur Arbeit oder zum Einkaufen und freundete sich mit vielen Nachbarn an.

Schimpanse Travis galt als friedlicher Affe

Da Travis sein ganzes Leben lang von Menschen sozialisiert wurde, verhielt er sich gut im Umgang mit Menschen. Der Schimpanse hatte während der Zeit bei Sandra einiges gelernt, zum Beispiel sich selbst anzuziehen, die Pferde der Familie zu füttern und verschlossene Türen mit einem Schlüssel zu öffnen. Er liebte es, sich am Computer Bilder und Videos anzuschauen und lernte sogar Autofahren.

Verhalten des Affen änderte sich plötzlich

Sandras Mann Jerome starb 2004 an Krebs und die einzige Tochter des Paares kam einige Zeit später bei einem Autounfall ums Leben. Nach dieser doppelten Tragödie wurde Travis zu einem Ersatzkind für Sandra. Der Schimpanse schlief jede Nacht in ihrem Bett. "Bevor man nicht mit einem Schimpansen gegessen und gebadet hat, kennt man keinen Schimpansen", sagte sie einmal. Doch mit der Zeit wurde klar, dass sie Travis nicht vollständig kannte, denn sein Verhalten wurde besorgniserregend.

Im Jahr 2003 entkam er aus dem Auto der Familie, als es im Verkehr feststeckte. Anschließend verfolgte er einen Mann, der etwas durch das Fenster geworfen hatte. Die Polizei brauchte Stunden, um ihn wieder nach Hause zu bringen und veranlasste Connecticut dazu, den Besitz von Primaten mit einem Gewicht von mehr als 22 kg zu verbieten. Travis durfte dennoch bei Sandra bleiben, weil die Behörden ihn nicht für eine Bedrohung hielten, aber 2009 wurden sie eines Besseren belehrt.

Schimpanse rastete plötzlich aus

Charla, damals 55, war gerade zu Besuch bei Sandra, als Travis einige Autoschlüssel stahl und aus dem Haus rannte. Sie ging hinaus, um ihrer Freundin bei der Suche nach dem schelmischen Schimpansen zu helfen, den sie schon seit Jahren kannte. Als Travis jedoch sah, dass Charla einen Tickle Me Elmo (deutsch: Kitzel Mich Elmo), eines seiner Lieblingsspielzeuge, in der Hand hielt, rastete er aus und griff sie an. Es gibt Spekulationen, dass er Charla mit ihrer neuen Frisur möglicherweise nicht erkannt hat und dass seine Borreliose-Medikamente sein Verhalten beeinflusst haben könnten.

Beamter erschießt Schimpanse nach Brutalo-Attacke

Sandra sah entsetzt zu, wie ihr "Baby" ihre Freundin angriff und versuchte, einzugreifen, indem sie Travis mit einer Schaufel schlug und sogar auf ihn einstach. "So etwas zu tun - ihm ein Messer in die Hand zu rammen - war für mich, als würde ich mir selbst eines in die Hand rammen", sagte sie später. Als sie merkte, dass sie nicht helfen konnte, rief sie den Notdienst. Als die Polizei eintraf, ging Travis zum Polizeiauto und versuchte, einzusteigen, wobei er einen Spiegel zertrümmerte, bevor er die Fahrertür öffnete.

Ein Beamter schoss mehrmals auf den Schimpansen. Travis wurde später tot vor seinem Käfig gefunden. Er war 13 Jahre alt, als er starb. Eine Nekropsie ergab einen negativen Tollwutbefund. Doch es stellte sich heraus, dass Travis zuvor Xanax verabreicht worden war.

Charla nach Schimpansen-Angriff völlig entstellt

Charla wurde nach dem Vorfall sofort in den OP gebracht, wo sich herausstellte, dass sie schreckliche Verletzungen erlitten hatte. Travis hatte ihr Hände, Nase und Lippen abgerissen, ihre Augen herausgerissen und die Knochen in der Mitte ihres Gesichts zertrümmert. Die siebenstündige Operation, mit der ihr das Leben gerettet wurde, war so traumatisierend, dass das Krankenhauspersonal ihr später eine Beratung anbot. Zwei Jahre später erhielt sie eine Hand- und Gesichtstransplantation, doch leider mussten ihre neuen Hände wieder entfernt werden, als sie Infektionen bekam.

Charla Nash lebt seither im Pflegeheim

Zwölf Jahre sind seit dem brutalen Schimpansen-Angriff vergangen. Auch heute noch leidet Charla Nash, die seither in einem Pflegeheim lebt, unter den Folgen der Attacke. In Interviews, unter anderem mit Oprah Winfrey, sagte Charla, sie habe jegliche Unabhängigkeit verloren und die anderen Heimbewohner würden sie wegen ihres erschreckenden Aussehens meiden. "Es ist sehr schwer zu leben. Nicht einmal zu leben - halb zu leben. Manchmal möchte man weinen, man möchte raus, man möchte eine Art Zuhause. Ich weiß nicht, wie meine Zukunft aussieht, das ist das Beängstigende daran."

Charlas Freundin Sandra starb 2010 im Alter von 72 Jahren an einem gerissenen Aortenaneurysma. Ihr Anwalt sagte damals: "Am Ende konnte ihr Herz, das schon so oft gebrochen worden war, nicht mehr standhalten."

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sba/fka/news.de

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