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Sexismus in Afghanistan: Taliban-Sprecher: Taliban brauchen Schulung im Umgang mit Frauen

Vergewaltigungen, Schläge, Hinrichtungen: Seit der Machtergreifung der Taliban gehen afghanische Frauen und Mädchen durch die Hölle. Nun warnte ein Taliban-Sprecher weibliche Afghaninnen vor seinen eigenen Leuten. Taliban-Kämpfer müssten erst im Umgang mit Frauen geschult werden. 

Ein Taliban-Sprecher warnte afghanische Frauen vor seinen eigenen Männern. Die Taliban bräuchten dringend eine Schulung im Umgang mit Frauen. Bild: (Symbolbild) picture alliance/dpa/AP | -

Frauen und Mädchen gehen seit der Machtergreifung der Taliban in Afghanistan durch die Hölle. Die radikalen Kämpfer verschleppen, vergewaltigen und exekutieren Afghaninnen, als sei es das Normalste auf der Welt. Nun äußerte sich ein Taliban-Sprecher zu Wort und warnte Frauen davor, zur Arbeit zu gehen. Vorher sei es nötig, dass die Taliban-Kämpfer Schulungen im Umgang mit Frauen erhalten. Das berichtet die britische "The Sun" am Donnerstag.

Taliban-Kämpfer unerfahren im Umgang mit Frauen - brauchen Training

Unabhängige Frauen, die einer eigenen Arbeit nachgehen, passen nicht ins Weltbild der dschihadistischen Taliban, die bereits ankündigten, die islamische Scharia in Afghanistan wieder einzuführen. Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid sagte, dass Frauen zu Hause bleiben sollten, weil "unsere Sicherheitskräfte nicht darin geschult sind, mit Frauen umzugehen" oder "mit ihnen zu sprechen". Die Militanten benötigten erst ein ausführliches "Gleichberechtigungstraining", bevor sie mit Frauen verkehren sollten. Mujahid erklärte, die Beschränkungen seien "vorübergehend" und sollen die Sicherheit von Frauen gewährleisten.

Taliban wollten liberales Bild abgeben - nur Fake?

Kurz nach der Machtergreifung hatten die Taliban versucht, die Welt davon zu überzeugen, dass sie fortan Frauen gegenüber toleranter sein würden. Während ihrer letzten Regierungsphase zwischen 1996 und 2001 verboten die Extremisten Frauen, arbeiten zu gehen, und hinderten Frauen daran, das Haus ohne Begleitung eines Mannes zu verlassen. Frauen wurden zudem gezwungen, ihren gesamten Körper zu bedecken.

Schicksal der Frauen - Weltbank stellt Unterstützung für Afghanistan ein

Am Dienstag gab die Weltbank bekannt, dass sie die finanzielle Unterstützung für Afghanistan aus Sorge um das Schicksal der Frauen unter der Herrschaft der Taliban einstellt. Im März ermordeten die Taliban drei Journalistinnen. Anfang Juli drangen die Aufständischen in die Büros der Azizi Bank in der Stadt Kandahar ein und forderten laut Reuters neun dort arbeitende Frauen auf, ihren Arbeitsplatz zu verlassen.

Taliban-Sprecher: Musik soll verboten werden

Der Taliban-Sprecher kündigte auch an, Musik zu verbieten und Frauen keine mehrtägigen Reisen ohne männliche Begleitung zu gestatten. "Musik ist im Islam verboten, doch wir hoffen, dass wir die Leute davon überzeugen können, solche Dinge nicht zu tun, anstatt sie unter Druck zu setzen", sagte Mujahid der "New York Times".

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sig/news.de

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