18.06.2021, 21.40 Uhr

Diagnose Enzephalitis: Gedächtnis von Mann (22) durch Hirnkrankheit komplett ausradiert

Er dachte, er habe nur eine leichte Grippe - doch als Wesley Prosser im Krankenhaus aufwachte, waren all seine Erinnerungen futsch. Eine heimtückische Hirnerkrankung hatte das Gedächtnis des 22-Jährigen komplett ausradiert.

Durch eine heimtückische Gehirnentzündung lag ein 22-jähriger Mann ein halbes Jahr lang im Koma - und wachte ohne Erinnerungen wieder auf (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Chinnapong

Mit 22 Jahren kann einen so schnell nichts umhauen - das dachte auch Wesley Prosser aus Santa Rosa im US-Bundesstaat Kalifornien, als er die ersten Symptome einer vermeintlichen Grippe verspürte. Doch das, was der junge Mann als harmlosen grippalen Infekt abtat, sollte das Leben des US-Amerikaners nachhaltig verändern.

Gedächtnis ausradiert! Vermeintliche Grippe entpuppt sich als Gehirnentzündung Enzephalitis

Woran Wesley Prosser nämlich wirklich litt, wurde einem Bericht der britischen "Metro" zufolge erst im Krankenhaus offenbar. Dahin wurde der 22-Jährige gebracht, als sich sein Zustand rapide verschlechterte. In der Klinik fiel der vorher topfitte Autoverkäufer ins Koma und erwachte erst ein halbes Jahr später - zu diesem Zeitpunkt konnte Prosser weder laufen noch sprechen, zudem waren all seine Erinnerungen komplett ausradiert.

Kompletter Gedächtnisverlust nach sechs Monaten Koma: Wesley Prosser musste wieder laufen und sprechen lernen

Die Ärzte offenbarten ihrem jungen Patienten, welche Krankheit ihn monatelang ans Krankenbett gefesselt hatte: Der 22-Jährige litt nicht etwa an einer Grippe, sondern an einer durch eine Infektion ausgelösten Hirnentzündung namens Enzephalitis, die das Hirn anschwellen lassen und zu schweren Komplikationen führen kann. Unbehandelt kann eine Enzephalitis tödlich enden - deshalb sollte beim Auftreten typischer Symptome wie Orientierungslosigkeit, Krampfanfällen, Persönlichkeitsveränderungen, Sprachstörungen, Schwächeanfällen oder Bewusstlosigkeit sofort der Notarzt gerufen werden.

So geht es dem Enzephalitis-Patienten nach der Schock-Diagnose

Als Langzeitfolgen einer Enzephalitis wurden langfristige Gedächtnislücken, wiederkehrende Krampfanfälle oder Konzentrationsschwierigkeiten sowie andauernde Müdigkeit beschrieben. Den Moment, im Krankenhaus aufzuwachen, hat Wesley Prosser noch deutlich in Erinnerung: "Ich war wie ein Neugeborenes. Ich war verwirrt. Da waren Menschen, die ich nicht wiedererkannte", so der Enzephalitis-Patient rückblickend. "Ich musste mein Leben neu beginnen", so Wesley Prosser - bis er wie vor seiner Erkrankung wieder alleine laufen, essen, schreiben und sprechen konnte, vergingen zähe Jahre, in denen sich viele seiner Freunde von ihm distanzierten. Inzwischen hat der Ex-Enzephalitis-Patient neuen Lebensmut gefasst und schlägt ein neues Kapitel in seinem Leben auf: In Kürze will Wesley Prosser seine Verlobte Griselda heiraten.

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loc/news.de