16.04.2021, 13.07 Uhr

Fregon in Australien: Krankenschwester vergewaltigt und ermordet in "gesetzloser" Stadt

In der australischen Stadt Fregon sind Gewalt und Missbrauch keine Seltenheit. Weil die Gemeinde keine Gesetze hat, kommt es immer wieder zu entsetzlichen Verbrechen. Nach der Vergewaltigung einer Krankenschwester gerät die Stadt nun erneut in die Schlagzeilen.

In der australischen Stadt Fregon steht Gewalt auf der Tagesordnung. Bild: dpa

Tief im australischen Outback liegt eine Kleinstadt ohne Polizeipräsenz, in der entsetzliche Gewalt auf der Tagesordnung steht und sexuelle Übergriffe unkontrolliert ablaufen. Eine Krankenschwester kam hier zu Tode, nachdem sie vergewaltigt wurde. Die britische "Daily Mail" berichtet aktuell über die abscheulichen Vorfälle in der australischen Kleinstadt.

Horror-Mord in Australien: Krankenschwester vergewaltigt und getötet in Fregon

Die "völlig gesetzlose" Gemeinde Fregon liegt versteckt im roten Staub der südaustralischen Wüste, etwa 1.300 km nördlich von Adelaide, und ist Schauplatz eines der schockierendsten Verbrechen Australiens geworden. Die Outback-Krankenschwester Gayle Woodford (56) wurde 2016 in eine Falle gelockt, entführt und vergewaltigt. Anschließend habe man die 56-Jährige in der Nähe der Stadt in einem Grab verscharrt. Der Täter Dudley Davey, ein Anwohner der Stadt, wurde für das Verbrechen zu 32 Jahren Haft verurteilt.

Gesetzlose Gemeinde Fregon sorgt für Negativ-Schlagzeilen

Am Donnerstag legte der stellvertretende Gerichtsmediziner Anthony Schapel einen vernichtenden Bericht über das schockierende System in der australischen Stadt Fregon vor. Nach dem Tod der zweifachen Mutter warnt Schapel vor einer enormen Gefahr für medizinisches Personal, das in der abgelegenen Gegend arbeiten muss. Seine Ergebnisse zeichnen ein besorgniserregendes Bild und empfehlen angesichts des Ausmaßes der Gewalt eine permanente Polizeipräsenz. Laut Schapel hätte die Polizeipräsenz eine abschreckende Wirkung auf Kriminalität und anderes Fehlverhalten.

Keine Polizei in der Nähe: Immer wieder Gewalt und Verbrechen in australischer Outback-Stadt

Die Stadt Fregon ist eine Aborigine-Gemeinde, eine von sechs in den APY-Ländern. Anangu Pitjantjatjara Yankunytjatjara (APY) ist ein lokales Verwaltungsgebiet im australischen Bundesstaat South Australia und trägt den Sonderstatus einer Aboriginal Community. Heute leben in dem Ort zu jeder Zeit zwischen 200 und 300 Menschen. Die nächstgelegene Polizeistation befindet sich in Umuwa, die nicht ständig besetzt ist und mehr als eine halbe Stunde entfernt liegt. Vollzeit besetzte Polizeistationen liegen noch weiter von Fregon entfernt. Laut einem Bericht von ABC brauchen die Beamten etwa eineinhalb Stunden, um zu einem Einsatz in Fregon zu fahren.

Anwohner und Arbeiter leben in Angst vor Übergriffen

Ein Arzt, der seit mehreren Jahren in der abgelegenen Gemeinde tätig ist, berichtet von "andauernd" und "kontinuierlich" stattfindenden Gewaltverbrechen. "Wenn es in der Gemeinde Fregon an einem bestimmten Tag keine Gewalt gab, war es ein guter Tag", sagt er. Gillian Steel, die Managerin von Fregons Kaltjiti Arts, sagte der australischen Zeitung "The Australian", dass die Gegend "definitiv" eine bemannte Polizeistation brauche. Sie erzählte, wie sie gezwungen war, sich im Inneren des Kunstzentrums zu verbarrikadieren, nachdem eine Gruppe sie mit einer Stahlstange angegriffen und Geld gefordert hatte.

Gesetz soll Outback-Ärzte schützen - Doch reicht das überhaupt?

Nach Gayle Woodfords Tod hat das südaustralische Parlament das Gayle's Law verabschiedet, das vorschreibt, dass Ärzte in abgelegenen Gebieten Südaustraliens von einer zweiten Person begleitet werden müssen, wenn sie außerhalb der Öffnungszeiten oder außerplanmäßig zu Einsätzen kommen. Ob sie das jedoch vor Übergriffen schützt, das gilt angesichts der aktuellen Lage in Fregon als äußerst unwahrscheinlich.

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sba/sig/news.de

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